#wahlenbl15 – Pssst: Ich verrate ein Geheimnis

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Pssst, Sie da. Ja Sie. Blättern Sie nicht weiter! Ich verrate Ihnen eines der bestgehüteten Geheimnisse: Im Baselbiet herrscht Wahlkampf! Hätten Sie nicht gedacht? Nein? Kein Witz, schon in gut zwei Monaten wird im Baselbiet gewählt.

Erinnern Sie sich noch, wie das vor vier Jahren war? Drei Monate vor dem Wahltermin war das ganze Baselbiet mit Isaac-Reber-Plakaten zugepflastert. 1’700 Stück hat der Grüne entlang der meistbefahrenen Strassen hingepflastert. Isi hatte mit seinem Plakattsunami alle anderen derart überrumpelt, dass heuer frühestens fünf Wochen vor der Wahl Plakate an irgendwelche Masten gehängt werden dürfen. Regierungsratsbeschluss!

Dieses Mal hängen sie ab dem 5. Januar, weil die Baselbieter Regierung den Wahltermin auf den 8. Februar vorverlegt hat. Vor vier Jahren ist Ende März gewählt worden. Bringen wir es auf den Punkt: Mit diesem frühen Termin hat die Regierung den Wahlkampf handstreichartig abgesagt: Im November hat niemand Lust und den Dezember als Wahlkampfmonat kann man sowieso vergessen. Auch Baselbieter haben vor und nach Weihnachten nun wirklich anderes zu tun, als die Kandidatenlisten nach Brauchbaren zu durchstöbern. Wenn ab dem 15. Januar die Unterlagen im Briefkasten liegen, ist die Sache für die Minderheit, die überhaupt wählt, gelaufen. Es sind derart wenige, die könnte man auch einzeln per Telefon oder E-Mail erreichen.

Nein, warten Sie. Blättern Sie nicht weiter, hinten steht heute eh nichts mehr von Interesse. Denn jetzt kommen die Good News: Es ist völlig wurscht, dass dieser Wahlkampf unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, (im Grunde genommen könnten die Medien ihr Pflichtprogramm ebenfalls auf Sparflamme runterfahren, versprechen doch Wahlkampfzeiten schon längst kein Inserategeschäft mehr). Es ist deshalb wurscht, weil das Ergebnis dieser Wahlen bereits feststeht: Die Grünen werden verlieren, die glp etwas zulegen und der Rest plus-minus stagnieren. Auf alle Fälle werden sich die Ergebnisse in einem Bereich bewegen, den man unter dem Mikroskop betrachten muss, um Veränderungen festzustellen. Und weil der Proporz immer für eine Überraschung gut ist, können Wahlverlierer hier einen Sitz hinzugewinnen und die Gewinner dort einen verlieren. Mit anderen Worten: Nach den Wahlen bleibt’s wie vor den Wahlen.

Selbst wenn der Isi abgewählt wird und ein weiterer Sozialdemokrat in die Regierung einzieht, wird sich nichts ändern. Und sollten die Wähler des Baselbiets tatsächlich die Frau aus Hölschte wählen, also noch mehr Bürgerliche in der Regierung sässen – nichts ändert sich. Es sind also Good News, dass die Parteien dieser Tatsache mit ihrem Sparflammen-Wahlkampf Rechnung tragen. Die EVP ist noch konsequenter als die andern: Sie verzichtet dieses Mal überhaupt auf Wahlplakate.

Es ist Wahlkampf und keinen interessiert’s, hat sich die Baselbieter Regierung vor Monaten in einer Minute tiefer Einsicht gesagt und danach diesen frühen Februartermin festgelegt. Sie hat damit Rücksicht genommen auf die Befindlichkeit der erdrückenden Mehrheit der Baselbieter, die nicht wählen geht und sich durch Wahlplakate nichts als belästigt fühlt. Wenn sie denn überhaupt versteht, was da an den Pfosten hängt. 2011 waren es 65 Prozent, die sich um die Wahlen foutiert haben. Dieses Mal sind’s wohl noch ein paar mehr.

So, jetzt wissen Sie’s und können weiterblättern.

Zuerst erschienen in der Basler Zeitung vom 26. November 2014.

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