Der Machtkampf in der Baselbieter SVP

IMG_0068.JPG
Eigentlich wäre es uns allen recht gewesen, wenn die Affäre um diese Frau aus Lausen mit ihrem Rücktritt letzten Freitag ein definitives Ende gefunden hätte. Aber nein, die SVP will die Kacke wenigstens bis zum morgigen ­Parteitag am Dampfen halten.

Was den Kern der «Affäre Gaugler» blosslegt.

Er lässt sich in der Schlagzeile zusammenfassen: «Schwierige ­Persönlichkeit trifft auf Machtkampf.» Die Frau aus Lausen ist nicht über Paragrafen gestolpert, sondern über ihren Charakter. Und je länger die Affäre dauerte, desto mehr wurde sie zum ­Spielball in einem Machtkampf innerhalb der Baselbieter SVP, der morgen Abend wohl definitiv entschieden wird. Caspar Baader, der langjährige Adjutant von Christoph Blocher, tritt zu seinem letzten Gefecht an, um im Baselbiet die reine Lehre zu retten, die unter Präsident Kämpfer und dessen Mann fürs Gröbere, Hanspeter Weibel, arg durchlöchert wurde. Statt kompromissloses ­Haudrauf gilt jetzt das Motto «Macht durch Umarmung».

Indes, man muss mit der Frau aus Lausen kein Mitleid haben. Sie hat sich selbst zum Spielball der beiden Lager gemacht. Während sie Kämpfer und Weibel an die Medienfront ziehen liess, machte sie sich bei der anderen Seite, beim ­Advokaturbüro Baader, juristisch schlau. Die ­Parteileitung wusste davon lange Zeit nichts.

Während also die SVP-Parteispitze auf ­Offenlegung und Transparenz drängte, pochte Rechtsvertreter Michael Baader, der Bruder von Caspar, auf kompromissloses Mauern. Die innerparteiliche Auseinandersetzung eskalierte nach dem surrealen Auftritt des Ehepaares aus Lausen bei Telebasel. Das Ehepaar war auf die Baader-Linie eingeschwenkt und die lautete «no comment». Das war der Moment und nicht die Verlautbarung der Gemeinde Lausen, wo die SVP-Parteispitze die Reissleine zog. Trotz erbittertem Widerstand Baaders – Bruder Caspar hatte sich persönlich in die Diskussion eingeklinkt – und einer weiteren Nacht Bedenkzeit stand am Freitagmorgen der Rücktritt fest.

Caspar Baader hatte den Kampf verloren.

Doch dann kam der Sonntag danach. Caspar Baader liess seinen Getreuesten der Getreuen, Dieter Spiess, von der Leine. Der fordert seither Kämpfers Kopf. Und behauptet in einem Anfall von krasser Selbstüberschätzung, er habe mit ­seiner «klaren Linie die SVP zur wählerstärksten Partei» gemacht. Das kann er erzählen, wem er will. Tatsache ist, dass der Schuhverkäufer aus Gelterkinden den Erfolg allein dem ­schweizerischen Trend zu verdanken hatte. Als der abflachte, wurde SVP-Regierungsrat Krähenbühl abgewählt, auch deshalb, weil Spiess in der entscheidenden Phase des Wahlkampfs munter weiter auf FDP und CVP eindrosch.

Die Schlusspointe: Die Frau aus Lausen war ein Zögling von Parteipräsident Spiess, der ihre Karriere bis ins Büro des Landrats gefördert hatte. Und was die Mär von der Baader-Nachfolge ­anbelangt, so brauchte es keine Überzeugungskraft. Miesch wusste selbst, welche Goodies mit dem Nationalratsmandat verbunden sind: ­Rampenlicht und Geld.

Nun freut es mich ja, wenn in der SVP die ­Balken krachen. Denn das wäre die Chance für die anderen Regierungsparteien, endlich mal zu punkten. Doch die von einer Physiotherapeutin geführte SP hat sich aus der Politik verabschiedet, die Grünen zittern um die Wiederwahl von Isaac (mit c) und die FDP treibt in einer Seifenblase («wir wollen 20 Sitze») im Wind.

Deshalb die kurze Antwort auf die Frage, ob die Posse der Frau aus Lausen der SVP schaden wird: nein.

Zuerst erschienen in der Basler Zeitung vom 22. Oktober 2014.

Gewichtete Umfrage von 20min zu Ecopop: Resultat des feuchten Fingers

IMG_0063.JPG

Die Schlagzeile des Tages liefert heute 20min: 53 Prozent würden Ecopop zustimmen. Echt, das hat wohl nicht nur mich aufgeschreckt. Allerdings: Wer … [Continue reading]

Der Mann von der SVP auf dem “normalsten Weg ins Landratspräsidium”

IMG_0064.JPG

Lieber Michel Ecklin, ich weiss nicht, ob Sie das so geplant hatten oder ob der Mann ihnen einfach so ins Mikrofon gelaufen ist. Auf jeden Fall ist … [Continue reading]

Indian Summer in Basel

IMG_0062.JPG

Mir wäre das vor Jahren nie in den Sinn gekommen. Aber jetzt, ich gestehe: Ach ich liebe die Stadt, diese Stadt; die ausgedehnten Spaziergänge … [Continue reading]

Freitag, 17. Oktober, 16:46 Uhr: Sie tritt zurück, der Vorhang fällt

IMG_0041.JPG

Sie tritt zurück, der Vorhang fällt. Die letzten Worte von ihr: ...und von der Partei: Daniela Gaugler tritt per sofort aus dem Landrat zurück … [Continue reading]

Reloaded: Sie tritt zurück, sie tritt nicht zurück, sie tritt zurück

IMG_0036.JPG

Sie tritt zurück. Sie tritt nicht zurück. Sie tritt zurück. Sie tritt nicht zurück. Sie tritt zurück. Sie tritt nicht zurück. Sie tritt zurück. … [Continue reading]

Eine Psychologin markiert den Tiefpunkt oder: Oskar Kämpfer muss Landratspräsident werden

IMG_0026-0.JPG

Der Rücktritt von Frau Gaugler ist nicht mehr zu verhindern. Weder von ihr noch von ihrer Partei. Die Frage ist nur noch, wann sie ihren Rücktritt aus … [Continue reading]

Die Sprücheklopfer der Handelskammer

IMG_1845.JPG

Vor einer Woche konnte man bei der Konkurrenz der BaZ erstaunliche Sätze lesen. Hans-Rudolf Gysin, ehemaliger Direktor der Basel­bieter … [Continue reading]

Die Medien lieben die Frau Gaugler

IMG_0027-0.JPG

Huijujui herrscht da aber eine Aufregung im Basel-Land. Wegen der Landratspräsidentin. Und schön doch, dass die Meinungen gemacht sind: Köpft … [Continue reading]

Heute ist Gaugler-Tag: Sie tritt zurück. Sie tritt nicht zurück.

IMG_0035.JPG

Sie tritt zurück. Sie tritt nicht zurück. Sie tritt zurück. Sie tritt zurück. Sie tritt nicht zurück. Sie tritt zurück. Sie tritt nicht zurück. Sie … [Continue reading]

Die nachfusionistische raison d’être des Landkantons

IMG_0031.JPG

Herr Dähler ist sicherlich kein Vor-Denker, auch wenn er sich selbst gerne so sähe. Er ist ein Nach-Denker und insofern ist sein heutiger Kommentar … [Continue reading]