Nieder mit den Scheuklappen. Freie Sicht auf die Stadt.

IMG_0267.JPG

Von Christoph Meury

Souveränität und ein gesundes Selbstbewusstsein sehen anders aus. Die Baselbieter Politikerinnen und Politiker präsentieren sich bei Kulturfragen seit geraumer Zeit eher wie Kleinkrämer.

Die Mehrheit scheint der Meinung zu sein, dass bei Kulturausgaben das Feilschen um den kleinstmöglichen Einsatz ein Gesetz der Not und ein Zeichen der Stärke ist.

Anders kann ich mir die Debatte um die Theatersubventionen nicht erklären. 4.5 Millionen bezahlt der Kanton Baselland an das Theater. Ob die zusätzlichen 700’000 Franken je in Basel eintreffen bezweifeln viele Skeptiker.

Die Kritiker möchten das Volk darüber befinden lassen. Dies wiederum würde das erbauende Ritual, mit den üblichen unappetitlichen Shitstorms in den lokalen Medien in Gang setzen.

Dabei fühlen sich ältere Herren gemüßigt, öffentlich darauf hinzuweisen, dass sie das Theater nicht mögen und seit Jahren einen Bogen um diese Kunstform machen. Worauf Politiker genüsslich feststellen können, dass ein Beitrag an das Theater nicht opportun, weil vom Volk nicht gewünscht sei.

Gemeinden wie Allschwil und Muttenz sehen sich vorauseilend genötigt die Theaterbeiträge von einigen tausend Franken als Zeichen ihres Sparwillens zu streichen.

Die Beiträge werden als «nice to have» bezeichnet und als großzügige und freiwillige Kulturspenden annulliert. Dieser Diskurs ist also wenig zielführend.

Neuer Ansatz: Wir vergegenwärtigen uns, dass das kulturelle Leben in der Region nicht nur durch das Theater Basel repräsentiert wird.

Um die Sache konkreter werden zu lassen, leisten wir uns eine Aufzählung:

Kunstmuseum Basel und Museum für Gegenwartskunst, Museum der Kulturen Basel, Historisches Museum Basel, Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig, Beyeler Museum AG, Stiftung Basler Papiermühle, Sportmuseum Schweiz, Augusta Raurica, Jüdisches Museum der Schweiz, S AM Schweizerisches Architekturmuseum, Ausstellungsraum Klingental, Basler Kunstverein / Kunsthalle Basel, dock: aktuelle Kunst aus Basel, Kunstkredit Basel-Stadt, Cité Internationale des Arts, Paris, Theater Basel, Vorstadttheater Basel, Tanzbüro Basel (IG Tanz), Genossenschaft zur Förderung der Basler Kleintheater GBK, Theater- und Tanzkredit, Stiftung Basler Orchester, Rockförderverein der Region Basel RFV, kammerorchesterbasel, basel sinfonietta, Musikwerkstatt Basel, Musikverband beider Basel, Knaben- und Mädchenmusik Basel, Ensemble Phoenix Basel, Knabenkantorei Basel, Verein Jazz-Live Basel (the bird’s eye jazz club), Internationale Gesellschaft für Neue Musik Basel IGNM, Mädchenkantorei Basel, Freunde alter Musik Basel FAMB, Musikkredit, GGG Stadtbibliothek Basel, Verein Literatur (LiteraturBasel), Literaturkredit, Stadtkino Basel / Landkino, Haus für elektronische Künste HeK, Audiovision- und Multimediakredit, Kulturwerkstatt Kaserne, Kulturbüro Basel, Kaskadenkondensator, Atelierkredit, Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt, Staatsarchiv Basel-Stadt, Education Projekte Region Basel, Triptic (Projekt ‹Dreiecksland› – Trinationaler Kulturaustausch, Kulturpauschale….)

Ich bitte um Entschuldigung, aber die Liste ist endlos lang!

All diese kulturellen Institutionen und Aktivitäten stehen der regionalen Bevölkerung zur Verfügung. Kein Mensch muss sich dabei ausweisen und aufzeigen aus welchem Winkel dieser Erde er kommt. Jedermann ist willkommen.

Die kulturellen Dienstleistungen & Herrlichkeiten kosten den Basler Steuerzahler 118’755’041 Franken (2013).

Via Kulturvertragspauschale leisten die Baselbieter eine jährliche Abgeltung von 9.5 Millionen Franken. Das ist im Verhältnis ein bescheidener Beitrag.

Wir wollen jetzt auch nicht kleinlich werden, aber laut Bundesverfassung könnte der Bund die Kantone per Gesetz zur Beteiligung an interkantonalen Verträgen und Beteiligungen von kulturellen Institutionen verpflichten, wenn diese Kultureinrichtungen von überregionaler Bedeutung sind.

Souverän wäre es also, wenn die Landrätinnen und Landräte ihren Widerstand aufgeben, über ihren Zwergenschatten springen und konstruktive & partizipative Beteiligungsvorschläge auf den Tisch legen.

Die Orientalische Basar Mentalität ist wenig zielführend und vergiftet das politische Klima.

Like(5)Na ja...(4)

Übers Bruderholz-Spital oder: es sind die Fallzahlen, stupid

IMG_0266.JPG

Die Nachricht: Kantonsspital Bruderholz in Basel-Land verliert massiv Patienten Die Zahlen der letzten zwei Jahre hat das Spital bis jetzt unter … [Continue reading]

700 000, die nie ankommen

IMG_0262.JPG

Das war eine Sternstunde des Landrates letzte Woche, als er mit einem Mehr von gerade mal drei ­(freisinnigen) ­Stimmen einem ­einmaligen Beitrag von … [Continue reading]

Möglicherweise ist Herr Jornod der falsche Mann

IMG_0258.JPG

Eigentlich habe ich es nicht verstanden, dass man Herrn Jornod zum VR-Präsidenten der NZZ gemacht hat. Gestern beim rumgooglen habe ich erfahren, … [Continue reading]

+++ #Somm verzichtet #NZZ +++

IMG_0254.PNG

MEDIENMITTEILUNG Markus Somm setzt auf die Basler Zeitung Ich bestätige, dass Gespräche zwischen mir und der Führung der NZZ Mediengruppe … [Continue reading]

Herr #Somm wird nicht Chefredaktor der #NZZ

IMG_0253.JPG

Herr Thiriet und andere spekulieren darüber, ob Herr Somm der nächste Chefredaktor der NZZ wird. Eine ziemlich abenteuerliche Vorstellung, vor allem … [Continue reading]

Wie Baselland laufend die eigene Verfassung verletzt

IMG_0247.JPG

Von Herman Steenhof Finanzdirektor Anton Lauber war und ist nicht zu beneiden. Er hat von seinem Vorgänger eine miserable Ausgangslage übernommen. … [Continue reading]

Halali auf Herrn Reber geblasen

IMG_0246.JPG

Eines hat die Affäre Reber, um mal die Chose korrekt zu benennen, deutlich gemacht: Sowohl die Bürgerlichen als auch die Sozialdemokraten machen Jagd … [Continue reading]

Gross, aber zu klein

IMG_0242-0.JPG

Aber sicher: Die OSZE-Konferenz war für Basel ein Erfolg. Und man kann den ­ dieser Konferenz für ihre hochklassige Leistung mit Applaus ­gratulieren. … [Continue reading]

“2 von 5″ – guter Wahlslogan der SP BL #wahlenbl15

IMG_0236.JPG

SP geht mit einem guten Slogan in die #wahlenbl15: "2 von 5". Gute Slogans zeichnen sich durch Kürze, Eingängigkeit und inhaltlicher Logik aus. Das … [Continue reading]

Guter Entscheid, Herr Reber

IMG_0205.JPG

Es gibt übrigens in der neuen Zeit des Primats der digitalen Medien auch neue Regeln für die Krisenkommunikation. a) man ignoriert den Shitstorm b) … [Continue reading]