• Zur Hauptnavigation springen
  • Zum Inhalt springen
  • Zur Seitenspalte springen

arlesheimreloaded

Mäuse schultern Elefanten. Seit 2005.

  • Home
  • Datenschutz

Wir gratulieren Frau Richner zur Wahl auf den Chefposten bei SRF

22. Dezember 2025 By Manfred Messmer

Proxy image
(c) SRF Medienstelle

Mediale Aufregung übers Wochenende: Eine gewisse Frau Richner soll neue TV-Chefin von SRF werden. Sie soll nicht links sein, sondern bürgerlich.

Aufschrei.

Doch der grösste Schocker ist offensichtlich ihr Mann. Der ist Markus Somm. Mit dem sie fünf Kinder hat, was man auch nicht wissen muss.

Nun, was sich da anbahnt, wäre in der Schweiz tatsächlich ein Novum – nicht formal, aber machtsoziologisch: Ein einflussreiches Ehepaar ohne gemeinsame Karriere, aber mit überlappenden Wirkungsräumen.

Wollte man, könnte man darin Brisanz verorten.

Doch wir haben es nicht mit einem möglichen Compliance-Problem zu tun. Weder rechtlich noch journalistisch. Ihr Ehemann Markus Somm ist zwar publizistisch via Nebelspalter und SonntagsZeitung und mit seinen öffentlichen Auftritten publizistisch sichtbar, aber im Mediensystem strukturell marginal.

Der eigentliche Test ist ein anderer: Hält die urbane Schweiz es aus, dass Macht nicht mehr entlang alter Lagergrenzen sortiert ist?

Zumal das mit der linkslastigen SRF eh eine völlige Fehldeutung ist. SRF leidet nicht an Linksdrall, sondern an sozialer Homogenität. Dort hat sich ein urbanes, akademisch geprägtes Milieu mit ähnlichen biografischen Codes eingerichtet.

SRF hat ein Bubble-Problem, kein ideologisches.

Eine bürgerlich gelesene Direktorin ändert daran wenig. Ausser sie greift redaktionell tiefer ein – was auf echten Widerstand stossen würde.

Wenn nun das urbane Milieu ob der Möglichkeit in Schnappatmung verfällt, dann passt das zu einem im Kern konservativ-kleinbürgerlichen Habitus: In modernen Eliten sind Paarungen längst funktional entkoppelt.

Wer das ignoriert, zeigt weniger Sorge um die Unabhängigkeit des Senders als die Bestätigung genau dieses kleinbürgerlichen Habitus.

Wenn Anita Richner wegen Markus Somm verhindert würde, wäre das kein Sieg der journalistischen Unabhängigkeit, sondern deren Fehlinterpretation.

Wenn sie trotz Markus Somm gewählt wird, bestätigt das: Die Schweiz lebt in einer anderen Realität, als viele Redaktionen wahrnehmen wollen.

Oder noch mehr auf den Punkt gebracht: Das eigentliche Problem ist nicht ein bürgerlicher Ehepartner an der Spitze von SRF – sondern ein Mediensystem, das private Differenzierung mit politischer Gefahr verwechselt.

Seis drum.

Wer auch immer die Personalie an die Medien durchgestochen hat, hat zumindest eines erreicht: Ein Zurück ist kaum mehr möglich, ohne Schaden anzurichten.

Wir gratulieren Frau Richner zur Wahl auf den Chefposten.

Kategorie: Medien, schweiz-politik Stichworte: Somm, SRF

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Arlesheimreloadedfan meint

    22. Dezember 2025 um 18:26

    Glück gehabt.
    So findet sich eine Mehrheit für “ 200 Franken sind genug.

  2. Daniel Flury meint

    22. Dezember 2025 um 17:36

    Unser Medien-Napoleon hat fünf Kinder?

    Unvorstellbar.

  3. P. Keller meint

    22. Dezember 2025 um 13:21

    Was zudem klar für die Robustheit dieser (möglichen) Kandidatin spricht: wer mit einem Herrn Somm eine Ehe inkl. fünf Kids schafft&durchzieht, ist erfolgreich krisenerprobt.

Seitenspalte

Kommentare

  • Siro zu Der Plan eines Plans
  • Isaac Reber zu Der Plan eines Plans
  • Manfred Messmer zu Der Plan eines Plans
  • isaac reber zu Der Plan eines Plans
  • Daniel Flury zu Rutschung.
  • unterbaselbieter zu Rutschung.

Letzte Beiträge

  • IMGDer Plan eines Plans
    8. September 2026
    Isaac Reber tritt ausgerechnet in jenem Moment ab, in dem sein grösstes Vermächtnisprojekt zur […]
  • ScreenshotRutschung.
    7. September 2026
    Die politische Verschiebung im Osten Deutschlands lässt sich an meinen Lesegewohnheiten ablesen. […]
  • Mermaid diagramDer Dorfbach und das Deutungsmonopol
    4. September 2026
    Citoyens haben heute ganz andere Möglichkeiten der politischen Mitwirkung als noch vor zwei, drei […]
  • SnapseedDas Amt verwaltet
    3. September 2026
    Die Medien jubeln Isaac Reber im Chor hoch. Ich reibe mir die Augen: Reden sie vom selben […]
  • SnapseedWarten auf Toni
    2. September 2026
    Die Frist ist bereits verstrichen. An der letzten FDP-Parteiversammlung hatte Parteipräsident […]
  • SnapseedMein Gadget-CV
    1. September 2026
    We shape our tools and thereafter our tools shape us. John M. Culkin, 1967, Schüler von Marshall […]
  • IMGMoleskine III: Der Traum
    30. August 2026
    Eintrag vom 27. Juli 2012 Der Traum Der Plot: Ein Mann heiratet die Tochter aus vermögendem Haus. […]

Kategorien

Transparenzhinweis

Dieser Blog arbeitet mit Claude (Anthropic) und ChatGPT (OpenAI) als analytischer Komponente, konfiguriert durch einen Masterprompt mit festen Analyseparametern. Die Texte stammen von mir; Verantwortung und Redaktion sind vollständig menschlich.

Claude und ChatGPT lieferern Analyse, Recherche und Gegenargumente in Echtzeit — nicht als Ghostwriter, sondern als kritisches Korrektiv.

Das System operiert im Modus ⟦1:1⟧: eine funktionale Allianz getrennt arbeitender neuronaler Netze.

Für die Nachwelt gespeichert

web analytics


Online seit dem 22. September 2005

Copyright © 2026 · Genesis Sample On Genesis Framework