
Der frühere Bankratspräsident der Basellandschaftlichen Kantonalbank, Thomas Schneider, hat der *Basler Zeitung* ein Interview gegeben.
Ein eingefädeltes Interview.
Jedenfalls findet sich kein Hinweis darauf, dass die Redaktion besondere Anstrengungen unternehmen musste, um es zu erhalten.
Seine politische Sprengkraft dürfte beabsichtigt sein.
Denn Schneider macht unmissverständlich klar: «Für den Teil, als er noch Bankrat war und wir die Gründung von Radicant beschlossen haben, trägt er dieselbe Mitverantwortung wie alle anderen Organe.»
Gemeint ist Finanzdirektor Anton Lauber.
Später, in seiner Funktion als Bindeglied zwischen Eigner und Bankrat, habe man gespürt, «dass ihm etwas an der BLKB und Radicant lag». Ob Lauber dabei zum faktischen Organ geworden sei, «muss die PUK beurteilen».
«Man hat gespürt, dass ihm etwas an der BLKB und Radicant lag» ist keine neutrale Feststellung. Schneider beschreibt damit ein Regierungsmitglied, das sich über seine formale Eignerrolle hinaus für ein Projekt engagierte, dessen Scheitern nun politisch aufgearbeitet wird.
Zugleich entlastet er sich selbst: «Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt von ihm unter Druck gesetzt gefühlt oder Anweisungen erhalten.» Eine Steuerung des Bankrats über ihn schliesst Schneider damit aus.
Die für Lauber politisch gefährlichere Frage lässt Schneider strategisch offen: Gab es informellen Einfluss unterhalb der Schwelle ausdrücklicher Weisungen?
Schneiders Interview ist ein cleverer Schachzug – gerade weil die Liestaler Bubble tobt. Er hat seine Botschaft an die PUK öffentlich deponiert und Lauber damit in die Ecke gedrängt.
Wie auch immer die PUK urteilt: Für die Mitte werden Lauber und Radicant im Wahlmarathon 2027 zur Hypothek.