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Obrigkeitsverlautbarungshaltung der Druckmaschinenbesitzer

9. April 2012 By Manfred Messmer

Früher, als die Welt noch in Ordnung war, als also noch die Mauer stand und keine Ostvölker den Markusplatz in Venedig überschwemmten, da gab es in der Ostzone das Tal der Ahnungslosen. Dessen Bewohner verfügten über keinen Westempfang, mussten vorlieb nehmen mit dem, was ihnen die eigenen Medien vorsetzten.

Das Tal der Ahnungslosen ist inzwischen tief in den Westen gerückt.

Dort leben die, welche ausser der täglichen Tageszeitung, den DRS-Nachrichten und der Tageschau über keine weiteren Informationsquellen verfügen.

Gestern, an der Geburtstagsfeier eines Neu-40-Jährigen, wurde ich wegen meiner iPad-Fixierung auf die Schippe genommen. Das sei doch ein Spielzeug, was soll man denn damit schon anfangen.

Na ja.

Es für die Bewohner des Tals der Ahnungslosen offenbar nicht vorstellbar, dass es Nachrichten ausserhalb ihres von ein paar ignoranten aufmerksamen Redaktoren zusammengestellten News gibt. Ich meine, relevante Informationen, welche – wie zu Zeiten der Ostzone – nie Eingang ins Printjournal oder in die Tagesschau finden.

Denn dort gilt die goldene Regel: Wichtig ist nur, was alle anderen auch bringen.

Und am Ostermontag herrscht die diktierte Newslosigkeit. Zum einen, weil die Redaktionen gestern ihren Laden dicht gemacht haben und zum anderen, weil ausser dem Papst eh nichts läuft.

Obrigkeitsverlautbarungshaltung der Druckmaschinenbesitzer halt.

Online gibt es keine Pause. Da herrscht die Regel 7/24. Deshalb gilt es von alten Gewohnheiten Abschied zu nehmen. Die Art des Lesens ändert sich. 

Publishing is not evolving. Publishing is going away. Because the word “publishing” means a cadre of professionals who are taking on the incredible difficulty and complexity and expense of making something public. That’s not a job anymore. That’s a button. There’s a button that says “publish,” and when you press it, it’s done.

Schauen wir also, weil es gerade aktuell ist, noch nach Israel. Dort wurde Frau Livni aus ihrem Parteiamt weggewählt. Die andere Sicht auf Netanyahus Politik gibt es hier: Projektionen und israelische Wirklichkeiten

Mit Livni tritt eine von sich überzeugte, aber insgesamt eher glücklose Politikerin ab. Gleichzeitig erlaubt dieser jähe Fall Livnis eine Bilanz der dreijährigen Regierungszeit von Benjamin Netanyahu zu ziehen. Denn was von Zeitschriften wie der Newsweek und so ziemlich jeder deutschen Tageszeitung beharrlich ignoriert wird, ist, dass der israelische Regierungschef Netanyahu eine der erfolgreichsten israelischen Regierungen in den letzten Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten führt.

Während bei uns noch immer von Aufbruch in die Alternativenergien geträumt wird, (ich meinte gestern zu den versammelten 40-Jährigen: „Dann macht’s doch einfach, schaltet die Atomkraftwerke ab, stellt überall Windkraftanlagen hin, baut Solardächer. Na los.“), wird ringsum in Europa das Ende des solaren Aubruchs eingeläutet.

After budget-stricken Spain eliminated subsidies for new renewable energy this year, Germany is now following the example by making significant cuts to its solar subsidy program.

Lavish government subsidies in China, the U.S., and Europe have swamped markets with solar panels, resulting in overcapacity and many solar manufacturers going out of business. This goes to show that government interference in markets results in waste and unintended negative consequences.

Und dann noch die andere Sicht auf die Gesagtwerdenmussworte von Herrn Grass:

Intellektuelle melden sich in Hintergrund zu Wort. Kommentare zur Grass-Debatte von Moshe Zuckermann, Noam Chomsky, Domenico Losurdo, Rolf Verleger, Ekkehart Krippendorff und Norman Paech –

Kategorie: Einsichten Stichworte: Einsichten

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Michael Przewrocki meint

    10. April 2012 um 16:26

    Die Zukunft gehört allen Medien. Totsicher den 3D-Medien. Egal wieviel 3D-Filme und 3DTVs es schon in den Haushalten hat.

  2. Michael Przewrocki meint

    10. April 2012 um 1:55

    Wenn die Somm-und Blocherade weg ist erwäge ich die BaZ. Der Parteiguru hat die FDPler-Truppe schön im Griff.

  3. Raphael meint

    9. April 2012 um 16:52

    Um online News zu lesen, braucht es aber noch lange kein iPad.
    Da kann man sich noch so lange alle die kein iPad haben in das Tal der Ahnungslosen wünschen, es ändert nichts an dieser (ignoranten) Argumentation!

  4. P. Herzog meint

    9. April 2012 um 12:00

    Ich überlege mir tatsächlich, ob ich das BAZ Abo nicht mehr erneuern soll…..

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