• Zur Hauptnavigation springen
  • Zum Inhalt springen
  • Zur Seitenspalte springen

arlesheimreloaded

Mäuse schultern Elefanten. Seit 2005.

  • Home
  • Datenschutz

Herr Ballmer, die manifest gewordene Baselbieter Realitätsverweigerung

11. November 2011 By Manfred Messmer

Herr Ballmer ist die manifest gewordene Realitätsverweigerung der Baselbieter Politik.

Der Kanton Basel-Landschaft ist am Ende, weil er keine Perspektive mehr hat. Als Vertragspartner ist er völlig unglaubwürdig geworden, finanziell kommt er die nächsten Jahre nicht mehr aus dem Gröbsten raus, eine Perspektive nach vorne ist nicht in Sicht – wohin man auch blickt, nichts als Scheitern.

Das Baselbiet hat den Endpunkt einer Entwicklung erreicht, das geprägt war von vier Sätzen: Wir sind ein Landkanton, wir sind wohlhabend, wir genügen uns selbst, wir sind schlauer als der Rest der Nordwestschweiz.

Inzwischen wissen wir alle, dass dieses Mantra eine Leerformel ist.

Uneinsichtig tritt Herr Ballmer auch diese Woche auf allen Kanälen vermeintlich selbstsicher auf. Vermeintlich deshalb, weil Ton und Bild nicht übereinstimmen. Das liegt an seinem inzwischen über den Mund wuchernden Schnauz, der die Stelle, wo seine Worte herkommen, völlig zudeckt; als wolle sein Schnauz die Worte zurückhalten.

Er wirkt „entrückt, spöttisch, zynisch“, wie die TagesWoche schreibt.

Die SVP, die sofort bereit wäre, den Regierungssitz von Herrn Ballmer zu übernehmen, hat den Druck in den letzten beiden Wochen merklich zurückgefahren. Denn Herr Ballmer reagiert auf Druck vorhersehbar: trotzig.

Doch ein trötzelnder Finanzminister, dessen Zeit definitiv abgelaufen ist, kann sich der Landkanton nicht länger leisten. Denn mit dem sogenannten Entlastungspaket, das nächsten März beraten wird, ist es nicht getan. Der Landkanton braucht eine Neuausrichtung.

Ein frisch gewähltes Parlament hätte, so ist zu fordern, zum einen die Kraft und zum anderen die Zeit, die dringend notwendige Richtungsänderung vorzunehmen.

Was folgen wird, ist ein Sparpaket, das an Tabus rühren muss. Ein solches durchzuziehen, dazu fehlt Herrn Ballmer die Kraft.

Die Ironie an der kommenden Diskussion: Das Entlastungspaket und damit Herrn Ballmer könnten ausgerechnet am rückwärtsgewandten Blick der Laufentaler scheitern.

Herr Ballmer verfolgt mit seinem sogenannten Entlastungspaket im Grunde genommen keine finanzpolitischen Ziele, sondern er will, als stiller Triumph, einige jener Postulate umsetzen, mit denen er während seiner bisherigen Amtszeit regelmässig gescheitert ist.

Dazu gehört beispielsweise, die Bezirksstrukturen des Kantons als letzten Schritt der langen Zentralisation endgültig zu zerschlagen. Deshalb und nicht weil das Geld spart, will er die Bezirksschreibereien ersatzlos streichen.

Und genau der Punkt könnte das gesamte Paket scheitern lassen.

Denn ohne Bezirksschreiberei ist auch das Laufental kein Bezirk mehr sondern nur noch eine Flusslandschaft mit ein paar unbedeutenden Gemeinden, allen voran die Bezirkshauptstadt Laufen.

Zwanzig Jahre nach dem Anschluss ans Baselbiet, wäre damit das Laufental seiner Sonderposition unwiderruflich verlustig gegangen. Für die Laufentaler ist die Bezirksschreiberei deshalb jener letzte Dominostein, der nicht fallen darf. Die sechs Laufentaler Landräte, so ist zu erwarten, werden geschlossen dagegen stimmen (müssen).

Lesenswert: TagesWoche – Fünf vor zwölf im Baselbiet (nicht online)

Update: Die Redaktion der TagesWoche schickt mir eben den Link zur Geschichte: http://www.tageswoche.ch/@aghec Sie ist jetzt auch online zu lesen.

 

 

Kategorie: Politik Stichworte: Basel-Landschaft

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Liberopoulos meint

    11. November 2011 um 15:09

    Von was Verträgen wird hier gefaselt. Bitte konkret werden.
    MM. Seitenhieb auf den Zentralismus im Kanton BL finde ich hervorragend. Es braucht endlich starke Gemeinden, das senkt die Steuerbelastung auch, siehe Kanton Aargau. Irgendwo wird dann nämlich mal richtig Personal abgebaut, und die unsäglichen Doppelspurigkeiten in Baubewilligungsverfahren etc eliminiert.

  2. Hans meint

    11. November 2011 um 12:28

    Genau. Die Verträge mit BS will er nämlich auch nicht aus Spargründen canceln sondern aus politischer Überzeugung.

    • Hans meint

      11. November 2011 um 12:28

      Nachtrag. Klar: Das Baselbiet ist kein verlässlicher sondern ein unseriöser Partner geworden.

Seitenspalte

Kommentare

  • Daniel Flury zu Ich kapiers nicht
  • unterbaselbieter zu Ich kapiers nicht
  • Herrmann Elig zu Sagen, was ist: Wie die SVP der FDP die Machtfrage stellt
  • unterbaselbieter zu Männer bei der Arbeit
  • Firedome zu +++Ryf?+++
  • unterbaselbieter zu +++Ryf?+++

Letzte Beiträge

  • IMGIch kapiers nicht
    22. September 2026
    Ich verstehe es nicht mehr. Ich verstehe nicht mehr, was derzeit in Deutschland abläuft. Ich kann […]
  • SVP BL RGBSagen, was ist: Wie die SVP der FDP die Machtfrage stellt
    19. September 2026
    Gestern hat nun auch die bz meine Meldung aufgenommen, wonach sich die SVP auf Pascal Ryf […]
  • IMGMänner bei der Arbeit
    18. September 2026
    Auf der anderen Strassenseite verändern sie seit drei Wochen ein Stück der Welt. Wo früher ein […]
  • +++Ryf?+++
    17. September 2026
    Die Gerüchteküche läuft auf Hochdampf. Es wird herumgeboten, dass sich die SVP für den Kandidaten […]
  • Bildschirmfoto 2026 09 17 um 09.57.31Medizin 2000 – und 37 Jahre später
    17. September 2026
    Interessanter Schlagabtausch in der BaZ zur verfahrenen Spitalsituation in den beiden Basel. […]
  • IMGDie KI widerspricht der Rektorin
    16. September 2026
    Schon wieder die BaZ und erneut ein Interview. Dieses Mal mit der Rektorin der Universität Basel. […]
  • Bildschirmfoto 2026 09 15 um 09.51.24Die Hypothek Lauber
    15. September 2026
    Der frühere Bankratspräsident der Basellandschaftlichen Kantonalbank, Thomas Schneider, hat der […]

Kategorien

Transparenzhinweis

Dieser Blog arbeitet mit Claude (Anthropic) und ChatGPT (OpenAI) als analytischer Komponente, konfiguriert durch einen Masterprompt mit festen Analyseparametern. Die Texte stammen von mir; Verantwortung und Redaktion sind vollständig menschlich.

Claude und ChatGPT lieferern Analyse, Recherche und Gegenargumente in Echtzeit — nicht als Ghostwriter, sondern als kritisches Korrektiv.

Das System operiert im Modus ⟦1:1⟧: eine funktionale Allianz getrennt arbeitender neuronaler Netze.

Für die Nachwelt gespeichert

web analytics


Online seit dem 22. September 2005

Copyright © 2026 · Genesis Sample On Genesis Framework