• Zur Hauptnavigation springen
  • Zum Inhalt springen
  • Zur Seitenspalte springen

arlesheimreloaded

Mäuse schultern Elefanten. Seit 2005.

  • Home
  • Datenschutz

Direkte Demokratie unter Krisenbedingungen

3. Februar 2026 By Manfred Messmer

Screenshot

Man muss sich gelegentlich fragen, ob die Schweiz ihre direkte Demokratie nur noch simuliert. Das Volk stimmt ab – und am Ende kommt etwas anderes heraus.

Ein aktuelles Beispiel ist die OECD-Mindestbesteuerung.

Plakativ gesagt: Weil die USA nicht wollen, kann der Volkswille in der Schweiz nicht umgesetzt werden. Wer sich an die fast schon existenziellen Debatten im damaligen Abstimmungskampf erinnert, müsste die jüngste Volte als Zumutung empfinden.

Müsste.

Sie kann jedoch endlich zu einer ernüchternden Einsicht führen: Die wesentlichen Entscheide werden längst nicht mehr an Schweizer Urnen gefällt – nicht einmal mehr in Bern. Sie fallen dort, wo wirtschaftliche Macht gebündelt ist und Regeln global gesetzt werden.

In den USA. In der EU. Künftig wohl auch in China.

Die Schweiz kann sich dem kaum entziehen. Sie ist keine neutrale Insel der Glückseligen mehr. Sie kann Entscheidungen nur noch nachvollziehen und adaptieren, will sie nicht riskieren, dass – wie in diesem Fall – Steuersubstrat, Arbeitsplätze und Investitionen abwandern. Die Abstimmung war damit weniger ein Akt der Selbstbestimmung als ein Entscheid über die geringeren Folgekosten.

Selbstverständlich funktioniert die direkte Demokratie weiterhin.

Aber sie entscheidet nicht mehr über die Richtung, sondern nur noch über die Modalitäten. Nicht über das Ob, sondern über das Wie. Nicht über Alternativen, sondern über die Höhe des Nachgebens – in einer politischen Realität, in der der einstige Kampfruf, „Das Ausland wird sich die Zähne ausbeissen“, zur Erinnerung aus einer anderen Zeit geworden ist.

Das ist neu. Und es ist folgenreich.

Ging es früher bei Steuerabstimmungen um Grundsatzfragen – wie viel Staat, wie viel Umverteilung, wie viel Standortpolitik –, geht es heute vielfach um die Feinjustierung internationaler Regeln, die anderswo beschlossen wurden.

Das sollte man sich endlich eingestehen.

Die direkte Demokratie ist nicht am Ende. Aber sie arbeitet zunehmend unter Krisenbedingungen.

Kategorie: internationale-politik, schweiz-politik Stichworte: direkte Demokratie, OECD

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Seitenspalte

Kommentare

  • Patrick Frey zu Zwei Namen und kein Plan
  • Hans Rudolf Rohr zu Zwei Namen und kein Plan
  • Marcus Denoth zu Zwei Namen und kein Plan
  • unterbaselbieter zu Zwei Namen und kein Plan
  • Baresi zu Die Bilateralen III werden zur Versicherungspolice
  • Manfred Messmer zu Die Bilateralen III werden zur Versicherungspolice

Letzte Beiträge

  • Christinefrey web origZwei Namen und kein Plan
    9. Oktober 2026
    Da ist also mal wieder jemand zur bz gesprungen und hat ihr den neuesten Stand der internen […]
  • IMGWir die Schweiz handlungsunfähig?
    8. Oktober 2026
    Wir laufen bei den Bilateralen III auf eine bei einem derart gewichtigen Geschäft noch nie […]
  • IMGSo what
    7. Oktober 2026
    Ein Bundesrat ist zurückgetreten. So what. Der Nachruf ist immer derselbe: pragmatisch, kollegial, […]
  • IMGDie Bilateralen III werden zur Versicherungspolice
    6. Oktober 2026
    Ich verstehe ja, dass es einfacher ist, ein derart hochkomplexes Thema wie die Bilateralen III mit […]
  • IMGSchweizer Stabilität ist anderswo Regierungskrise
    5. Oktober 2026
    Zug hat gewählt. Nicht, dass mich das weiter interessiert. Interessant ist die Grafik mit der […]
  • IMGDas aussenpolitische Mütchen
    2. Oktober 2026
    Wie willkürlich Donald Trump mit Ländern umspringt, die ihm gerade nicht ins innenpolitische […]
  • SnapseedGeschacher
    1. Oktober 2026
    Interessant an den Berner Debatten über die Bilateralen III und das Mercosur-Abkommen sind nicht […]

Kategorien

Transparenzhinweis

Dieser Blog arbeitet mit Claude (Anthropic) und ChatGPT (OpenAI) als analytischer Komponente, konfiguriert durch einen Masterprompt mit festen Analyseparametern. Die Texte stammen von mir; Verantwortung und Redaktion sind vollständig menschlich.

Claude und ChatGPT lieferern Analyse, Recherche und Gegenargumente in Echtzeit — nicht als Ghostwriter, sondern als kritisches Korrektiv.

Das System operiert im Modus ⟦1:1⟧: eine funktionale Allianz getrennt arbeitender neuronaler Netze.

Für die Nachwelt gespeichert

web analytics


Online seit dem 22. September 2005

Copyright © 2026 · Genesis Sample On Genesis Framework