
Nein, ich finde Macron gut.
Ein Durchunddurchpolitiker.
Ob ihn das französische Volk mag, ist die falsch gestellte Frage: Politiker muss man nicht lieben.
Macron, einer der grossen Präsidenten Frankreichs (posthume Beschreibung), hat nicht nur erkannt, dass die letzte grosse Hoffnung gegen die Populisten von rechts darin besteht, sie der Regierungsarbeit auszuliefern.
Er hat auch die Chuzpe, das Volk aufzufordern, genau das zu tun.
Schliesslich werden auch die Rechtspopulisten am Volk scheitern, das seit 1789 auf Kuchen besteht.
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„Europa“ sei nach rechts gerückt.
Wird (von den Staats- und anderen Medien) behauptet.
Allein: Ich sehe keinen Rechtsruck.
Vielmehr entspricht das Ergebnis den uns bekannten Ergebnissen bei schweizerischen Wahlen: Veränderungen gibt’s nur im Millimeterbereich.
Denn überhaupt: Den 418 Konservativen-Christdemokraten, Sozialdemokraten und Liberalen im Europäischen Parlament stehen gerade mal 39 Rechtspopulisten und Rechtsextreme gegenüber.
Wo also liegt das Problem?
Wahrscheinlich darin, dass für Sozialdemokraten und Grüne (und viele Medien) Konservative und Christdemokraten viel zu rechts von ihnen stehen.
Nennt man in der Fachsprache „Metamorphopsie“, verzerrter Blick.
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Die Linke (bei uns) trommelt für die Einheitskasse. Ein Landrat aus Aesch schwafelt im Quartier-TV etwas von 1.7 Mia. Franken, die man einsparen könnte, wenn die Leute nicht mehr die Krankenkasse wechseln können.
Nun, wir gehören zu diesen Kassenwechsler-höchste-Franchise-Allgemeinversicherten.
Und sparen gegenüber dem letzten Jahr rund 200 Franken.
Im Monat.
Pro Person.
Die NZZ schreibt heute, dass unsereins die Krankenkassen unter Druck setzt.
Weil die Leute wechseln, müssen sie ihre Kostenstruktur ziemlich gut im Griff halten.
Wenn man bedenkt, dass die Allgemeinversicherung nichts anderes ist, als eine Einheitskasse – alle müssen dasselbe anbieten – scheinen die Prämienunterschiede also auf das System zurückzuführen zu sein, dass noch immer dass Effizienteste ist: Die Marktwirtschaft.
In der die zuallererst ans eigene Portemonnaie denkende Bürgerinnen und Bürger eine zentrale Rolle spielen.
Wer die Kosten senken will, muss das Angebot in den Griff bekommen.
Apropos der Aescher: den gesamten früheren Papierkram erledigt heute der Versicherunswechsler am heimischen Computer.
Der Rest ist Programmierung der Krankenkasse.
Von wegen 1.7 Mia. Frankem, stupid.
