
Offenbar kursierten im israelischen Militär und in den Geheimdiensten schon seit Monaten ziemlich zutreffende Angriffspläne der Hamas auf Israel.
Man traute der Hamas eine solch komplexe Operation nicht zu.
Das ist ein Klassiker – man hält den Gegner für Dümmer als er tatsächlich ist. Das glaubten schon die Amerikaner in Vietnam vom Vietcong und der Vietnamesischen Volksarmee. Die Tet-Offensive und überhaupt das Kriegsende zeigten, dass man sich ziemlich geirrt hatte.
Pearl Harbor kann man dieser Kategorie des sträflichen Unterschätzens des Gegners hinzurechnen.
Und selbstverständlich auch den Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022.
Dass dies nun auch den kampferprobten Israelis passiert ist, ist bemerkenswert.
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Die völlige Fehleinschätzung der Lage als Phänomen findet jedoch nicht nur im Zusammenhang mit militärischen Auseinandersetzungen statt.
Die Schweiz zum Beispiel, repräsentiert durch den Bundesrat und das Parlament, unterliegt in Sachen EU schon seit Jahren der völligen Verkennung der Sachlage.
Wie beim Fall Hamas und Israel et al verfügt man zwar über ausreichend Informationen und Daten, aber man ist offensichtlich ausserstande, diese zu interpretieren.
Was überhaupt das zentrale Problem aller Datensammelei ist: Speichern ist nichts, interpretieren hingegen alles.
Interpretation bedingt Fragen.
Das Schwierigste in der neuen digitalen Welt ist, Fragen – auch ausserhalb der Box – zu formulieren.
Weil: Antworten werden von Fragen bestimmt.
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Na kommt schon, ihr Pult-Fans da draussen – gebt ihr euch geschlagen oder was?
So nebenbei: die Sensation wäre ja nicht, dass Jans gewählt würde, sondern überhaupt ein Basler.
Weil: Basler sind in der Schweiz Exoten.
Daniel Flury meint
Noch dümmer geht auch noch: Dass abgelehnte Asylbewerber hier arbeiten dürfen (oder sollen). Mehr Oxymoron gibt’s nicht. Ausser hier, in der Schweiz, in der Oxymoron zur Staatsräson erhoben wurde.