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#WahlenBS20: Herr Engelberger hat ein „C“-Problem

15. Juli 2020 By Manfred Messmer

(C) CVP

Herr Engelberger hat ein Problem. Ein ziemlich grosses sogar.

Er weiss nämlich nicht, mit welcher Partei er im Herbst in die Regierungsratswahlen steigen wird.

Denn es ist gut möglich, dass es bis Oktober die CVP nicht mehr gibt.

Weil man bis spätestens Ende Jahr die Fusion mit der BDP unter Dach und Fach gebracht haben will. Was nur zum Preis des Verlusts des christlichen Parteinamens zu haben ist.

Das „C“ muss weg.

Das heisst mit anderen Worten: Die heftigen Diskussionen um das Selbstverständnis der ohnehin schon angeschlagenen Partei finden mitten im Basler Wahlkampf statt.

Keine guten Aussichten.

Zumal es sich bei der Basler BDP um eine Fiktion handelt. Um eine Partei also, die politisch keine Rolle spielt, der CVP deshalb kaum neue Wähler bringen kann.

Die Basler CVP ist durchaus noch im „C“ zu verorten. Schliesslich ist sie auch nach Jahrzehnten kaum über eine Partei der Diaspora-Katholiken hinausgewachsen.

Parteipräsident Balz Herter hat es, anders als andere kantonale Parteipräsidenten, bislang vermieden, sich in die für die Basler heikle Diskussion einzumischen.

Weshalb es derzeit unklar ist, wie sich die Basler zum Wegfall von „Christlich“ aus dem Parteinamen positioniert.

In den Nationalratswahlen 2019 zu einer 4.6– 3,4-Prozent-Partei geschrumpft, muss er sich ohnehin fragen, ob der Anspruch auf einen Regierungssitz noch zu rechtfertigen ist.

Die LDP erreichte vor einem Jahr immerhin von 15.3 14.2 Prozent.

Er wird sich wohl mit dem Kalenderspruch „nationale Wahlen sind keine kantonalen Wahlen“ Mut machen, also auf das Ergebnis von 2016 hoffen, als die CVP noch einen Wähleranteil von 5.9 Prozent erreicht hat.

Eine Fusion mit der BDP könnte im besten Fall dazu beitragen, dieses Resultat zu sichern. In den letzten Wahlen lag die SVP-Splittertruppe in Basel-Stadt knapp über einem Prozent Wähleranteil.

Mit anderen Worten: Die Diskussion um das „C“ in der heissen Wahlkampfphase wird der CVP mehr schaden als die BDP im besten Fall an Wählern beisteuern wird.

Doch es geht nicht nur um Werte, sondern auch um die Marke:

CVP Liste 7 – das ist in Basel-Stadt ein Begriff unter den Wählerinnen und Wählern.

Weiss Herr Herter.

Kategorie: Politik Stichworte: WahlenBS20

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Miraculix meint

    15. Juli 2020 um 17:53

    Kann mich täuschen, aber iich meine, die CVP BS hätte 2019 bei den nationalen Wahlen nur 3,4 Prozent erreicht. Die LDP 14,2 Prozent. https://www.staatskanzlei.bs.ch/politische-rechte/wahlen-abstimmungen/resultate-archiv/wahlen-2019.html

    • M.M. meint

      15. Juli 2020 um 18:31

      Meine Zahlen stammen von hier: https://www.srf.ch/news/schweiz/wahlen-2019/wahlen-2019-kantone/wahlen-2019-basel-stadt

      Aber in der Tat – Sie haben recht, die CVP-Zahlen sind in der Tat noch schlimmer.

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