• Zur Hauptnavigation springen
  • Zum Inhalt springen
  • Zur Seitenspalte springen

arlesheimreloaded

Mäuse schultern Elefanten. Seit 2005.

  • Home
  • Datenschutz

Aktuelle Frage: Wo ist der nächste Churchill?

20. Februar 2025 By Manfred Messmer

Wohl letzter Besuch im Centre Pompidou. Ab September ist der Bau bis 2030 wegen einer Totalsanierung geschlossen.

Fundstück:

Hitler systematically disabled and then dismantled his country’s democratic structures and processes in less than two months’ time—specifically, one month, three weeks, two days, eight hours, and 40 minutes.”

Timothy W. Ryback, The Atlantic

******

Die Frage taucht aktuell immer wieder auf: Wo ist der nächste Churchill in diesen eigenartigen Zeiten?

Nun, in der europäischen Politik gibt es eine Reihe von Männern und Frauen, die mit ihrem Auftreten beeindrucken und eigene Massstäbe setzen – und die in diesen herausfordernden Zeiten kühlen Kopf bewahren und die richtigen Dinge tun.

An erster Stelle der kurzen Aufzählung ist Wolodymyr Selenskyj zu nennen, eine aussergewöhnliche Führungspersönlichkeit. Entschlossenheit, Charisma und aussergewöhnlichen Mut zeichnen ihn aus. Für mich ist er das Beispiel einer Persönlichkeit, die durch die Umstände eine unmögliche Aufgabe übertragen bekommt und mit ihr über sich hinauswächst.

Mette Frederiksen hat mich mit ihrem Auftritt an der Münchner Sicherheitskonferenz einmal mehr beeindruckt. Der realpolitische Ansatz der Sozialdemokratin sollte anderen Linken – insbesondere bei uns – Vorbild sein. Sie debattierte in München mit Ruhe und Entschlossenheit und mit einer wohltuenden Prise Sarkasmus. Sie hat für Dänemark eben ein ausserordentliche Rüstungsprogramm gestartet: Devise sofort und so viel wie möglich.

Giorgia Meloni, die erste Frau an der Spitze einer italienischen Regierung, beweist politisches Durchsetzungsvermögen und hat sich auf der europäischen Bühne als geschickte Verhandlungspartnerin etabliert. Kritiker, die sie vorschnell in ein ideologisches Raster einordneten und damit unterschätzten, zeigen sich irritiert – ein Zeichen dafür, dass sie deren politischen Erwartungen nicht erfüllt. Meloni ist eine starke Europäerin.

Kaja Kallas,die ehemalige Ministerpräsidentin Estlands und heutige EU-Aussenbeauftragte hat sich durch eine konsequente Unterstützung der Ukraine profiliert. Ihre politische Kommunikation ist sachlich, aber bestimmt, und sie scheut sich nicht, (vor den Kameras) auch unbequeme Positionen zu vertreten. Ich denke, sie irritiert sowohl Trump als auch Putin.

Donald Tusk, der Ministerpräsident Polens, ist ein politischer Leuchtturm an der Grenze zum Kriegsgegner Europas. Ein erfahrener Politiker, der sich sowohl auf nationalem, europäischem als auch auf dem internationalen Parkett zu bewegen weiss (was Schweizer Politikern vollständig abgeht). Zur rechten Zeit, am für Europa strategisch richtigen Ort.

Einmal mehr war ich beeindruckt von Paris – die perfekte Kulisse für Emmanuel Macron, diesen ambitionierten und intellektuell geprägten Präsidenten. In dieser Woche hat er erneut seinen Führungsanspruch in Europa unterstrichen. In unserer Woche in Paris fand der viel beachtete AI-Kongress statt, der die technologische Zukunft in den Fokus rückte. In Frankreich gilt, Industriepolitik (auch Verteidigungspolitik) ist Sache des Präsidenten.

Und schliesslich noch der belgische Ministerpräsident Alexander De Croo, der bei uns wenig Aufmerksamkeit geniesst. Dabei wäre er für die Schweiz ein interessanter Gesprächspartner, der in der komplexen belgischen politischen Landschaft und den Spannungen zwischen den beiden Sprachgruppen eine geschickte Hand zeigt.

Moment – einen hätte ich fast vergessen: Alexander Stubb, den Präsidenten Finnlands. Seit das Land der NATO beigetreten ist, hat das EU-Mitglied eine deutliche internationale Aufwertung erfahren. Stubb ist ein Wirtschaftsliberaler und sicherheitspolitisch vertritt er eine harte Linie gegenüber Russland.

Mit anderen Worten: Es gibt in Europa eine ganze Reihe aussergewöhnlicher Politpersönlichkeiten, die der Nr. 47 nicht nur intellektuell, sondern auch mit ihrer Art Paroli bieten können.

Und Putin erst recht.

Was Europa jedoch fehlt, ist eine starke Armee.

Kategorie: Politik Stichworte: Europa, Ukraine

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Marc Schinzel meint

    22. Februar 2025 um 19:22

    Völlig einverstanden. Europa könnte, wenn es wollte. Mit den richtigen Leuten. Unbedingt mit auf die Liste gehört die finnische Aussenministerin Elina Valtonen. Überhaupt: Die Finnen wachsen über sich hinaus, ganz egal ob konservativ (Valtonen) oder sozialdemokratisch (ehemalige Ministerpräsidentin Sanna Marin). Wir erlebten das schon einmal, bzw. nicht wir persönlich …

  2. fuertesirius meint

    20. Februar 2025 um 17:34

    Jetzt sind wir wieder soweit und fragen nach Truppenstärke. Können also die Baltischen Staaten und Polen von anderen Europäern mitverteidigt werden ohne Natomandat?
    Mein Vorschlag: Putin soll mal Alaska angreifen. Alleine schon wegem Öl.

Seitenspalte

Kommentare

  • Daniel Flury zu Ich kapiers nicht
  • unterbaselbieter zu Ich kapiers nicht
  • Herrmann Elig zu Sagen, was ist: Wie die SVP der FDP die Machtfrage stellt
  • unterbaselbieter zu Männer bei der Arbeit
  • Firedome zu +++Ryf?+++
  • unterbaselbieter zu +++Ryf?+++

Letzte Beiträge

  • IMGIch kapiers nicht
    22. September 2026
    Ich verstehe es nicht mehr. Ich verstehe nicht mehr, was derzeit in Deutschland abläuft. Ich kann […]
  • SVP BL RGBSagen, was ist: Wie die SVP der FDP die Machtfrage stellt
    19. September 2026
    Gestern hat nun auch die bz meine Meldung aufgenommen, wonach sich die SVP auf Pascal Ryf […]
  • IMGMänner bei der Arbeit
    18. September 2026
    Auf der anderen Strassenseite verändern sie seit drei Wochen ein Stück der Welt. Wo früher ein […]
  • +++Ryf?+++
    17. September 2026
    Die Gerüchteküche läuft auf Hochdampf. Es wird herumgeboten, dass sich die SVP für den Kandidaten […]
  • Bildschirmfoto 2026 09 17 um 09.57.31Medizin 2000 – und 37 Jahre später
    17. September 2026
    Interessanter Schlagabtausch in der BaZ zur verfahrenen Spitalsituation in den beiden Basel. […]
  • IMGDie KI widerspricht der Rektorin
    16. September 2026
    Schon wieder die BaZ und erneut ein Interview. Dieses Mal mit der Rektorin der Universität Basel. […]
  • Bildschirmfoto 2026 09 15 um 09.51.24Die Hypothek Lauber
    15. September 2026
    Der frühere Bankratspräsident der Basellandschaftlichen Kantonalbank, Thomas Schneider, hat der […]

Kategorien

Transparenzhinweis

Dieser Blog arbeitet mit Claude (Anthropic) und ChatGPT (OpenAI) als analytischer Komponente, konfiguriert durch einen Masterprompt mit festen Analyseparametern. Die Texte stammen von mir; Verantwortung und Redaktion sind vollständig menschlich.

Claude und ChatGPT lieferern Analyse, Recherche und Gegenargumente in Echtzeit — nicht als Ghostwriter, sondern als kritisches Korrektiv.

Das System operiert im Modus ⟦1:1⟧: eine funktionale Allianz getrennt arbeitender neuronaler Netze.

Für die Nachwelt gespeichert

web analytics


Online seit dem 22. September 2005

Copyright © 2026 · Genesis Sample On Genesis Framework