Lieber Herrn Obama am Drücker als Herrn Romney

Also ein ziemlich queres Argument für eine vierjährige präsidiale Zusatzschlaufe für Herrn Obama habe ich vorgestern im Zusammenhang mit dem Drohnenkrieg gehört.

Bekanntlich sitzt Herr Obama so gut wie selbst am Drücker, entscheidet aufgrund einer Kill-Liste, wer als Nächster im fernen Pakistan oder Jemen zusamengeschossen wird.

Wer beim Zielpunkt sonst noch rumsteht, ist ein Mitläufer.

Nicht dass mir diese Art der Kriegsführung das besondere Mitleid mit den ausgewählten Zielpersonen abfordern würde.

Doch diese neue Dimension der Kriegsführung, wo ein Präsident persönlich in den Kampf eingreift, gewissermassen als fernsteuernder Sniper agiert, müsste eigentlich breit diskutiert werden.

Man kann ja nicht erwarten, dass für alles und jedes Regenbogenfähnchen aus den Fenstern gehängt werden.

Ein Wohlstandslinker in meinem Alter meinte allen Ernstes: Lieber den Obama am Drücker, als Romney. Denn das kenne man ja von Bush – für Republikaner gelten nur die Gesetze des Wilden Westens.

Das sind so die Momente, wo ich gerne ein Linker wäre. Oder ein Katholik. Oder Jude oder Moslem.

Irgendein Gläubiger halt.

Gläubige können den Gang der Dinge immer just so interpretieren, dass ihre Deutungsgewissheit nicht ins Wanken gerät.

Mein Gesprächspartner hat dann noch ein Bier bestellt.

Ich blieb bei der imperialistischen Cola.

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