Ja es stimmt, es geht schon längst nicht mehr ums Schwimmen.

Na klar kann man sagen: Mädchen gehen nicht zum Schwimmunterricht. Weil Mädchen schon früh von den Buben getrennt werden müssen.

Bevor beide auf blöde Gedanken kommen.

Und überhaupt muss man die Mädchen schon von Kindsbeinen an daran gewöhnen, dass ihr Platz dereinst zuhause bei Herd und Kind ist, dass sie in gebührendem Abstand dem Mann hinterhertrotteln sollen, der sie auch mal züchtigen darf, wenn er das für nötig hält.

Wenn solcher Unsinn parteipolitisch verpackt wird, dann steigt die Linke auf die Barrikaden und ruft lautstark “Gleichberechtigung”.

Wenn jedoch das Gütesiegel “Moslem” draufgeklebt wird, dann wird flux der andere Stempel hervorgekramt: “Toleranz”.

«Es ist ja nicht dramatisch.»

Sagt SP-Frau Tanja Soland, weshalb sie tolerieren will, dass Mädchen aus religiösen Gründen im Schulunterricht von einzelnen Fächern  ausgeschlossen werden dürfen.

Auf Geheiss des jeweiligen Vaters.

Aber so sind sie, die Gutmenschfrauen in ihren netten Schals. Genau so.

Die gebüssten Eltern seien Ideologen, denen man keine Plattform geben sollte. Es macht ihn wütend, dass die Eltern ihre Kinder isolieren wollen und sie für ihre ideologische Debatte missbrauchen. Das sei schädlich für die Entwicklung der Kinder.

Bringt es ihr Parteikollege mit Migrationshintergrund auf den Punkt.

Ja es stimmt, es geht schon längst nicht mehr ums Schwimmen.

PS: Ich finde, Frauen gehören nicht ans Steuer.

Comments

  1. merlinx says:

    @C. Bockemühl: Leider ist es unserer Schulbehörde bis jetzt nicht gelungen, eine strenggläubige muslimische Familie davon zu überzeugen, dass der obligatorische Schwimmunterricht für ihre Kinder nichts mit einer Beeinträchtigung der vom Islam geforderten rituellen Reinheit zu tun hat, wenigstens aus unserer Sicht – und, was Ihre Argumentation betrifft, das schulische Schwimmen nicht das Ergebnis einer fanatischen schweizerischen Rechtsordnung ist.

    Nun, zur Durchsetzung unserer Rechtsordnung: In der Angelegenheit einen Dispens auszusprechen, das würde ich auch befürworten, als Übergangslösung, bis sich das Problem durch die Einrichtung von Privatschulen von selbst lösen wird. Das ist aber Aufgabe der Strenggläubigen.

    Ex oriente lux – schön und gut! Manchmal kommt es mir vor, als würde man sich in unserer Gesellschaft und Politik vor gewissen “grundsätzlichen Diskussionen” drücken …

  2. Cornelis Bockemühl says:

    Es geht wirklich nicht mehr ums Schwimmen! Sondern nur einzig und allein um’s Exempel. Oder darum, einer islamischen Familie ein für alle Male klar zu machen dass auch die Schweiz nicht weniger fanatisch ist als ein Mullah-Regime: Wer nicht genau so tickt wie wir ist “nicht integriert” und wird kalt gestellt.

    Das gilt ganz unabhängig davon ob man Schwimmen in der Schule nun gut findet (wie ich z.B.), oder halt nicht.

    Und angesichts des irrationalen Hasses, den ihre Äusserungen hervorrufen – bei Politikern, Kommentatoren oder hier im Blog! -, hat Frau Soland meinen echten Respekt dafür dass sie es trotzdem wagt, eine einfache Wahrheit einfach zum Ausdruck zu bringen: Wenn die das Schwimmen nun um’s Verrecken nicht leiden können – sollen sie’s halt lassen! Egal ob wir damit einverstanden sind oder nicht!

    • …oder wenn halt gewisse Gruppen dafür sind, dass Kinder oder insbesondere Mädchen scharf körperlich gezüchtigt werden – ja, dann lassen wir sie halt.

      Ja ich weiss, mein Beispiel ist an den Haaren herangezogen und masslos überzeichnet. Trotzdem stehe ich dafür ein, dass in einer Gesellschaft grundsätzlich alle MENSCHEN die gleichen Chancen haben. Mit dieser “Separation” der Mädchen verunmöglicht man diesen, sich in der Gesellschaft als gleichberechtigte Personen von Anfang an einzubringen. Nochmals: Haben Sie oder andere hier das Gefühl, diese jungen Frauen können dann am Tag nach ihrem 18. Geburtstag sich einfach der männlichen Bevormundung entziehen, diese wie ein altes Kleid abstreifen? Durch dieses Tolerieren einer “Separation” der Mädchen verunmöglicht man einer jungen Muslima häufig einen Beruf zu erlernen – ist ja auch nicht nötig, sie hat ja zuhause zu bleiben.

      Sie haben diese Gruppe von “Fanatikern” eigentlich bereits “abgeschrieben”, während hier andere versuchen diese (im wahrsten Sinne des Wortes) unschuldigen Kinder einzubinden.

      Wo Sie hier “hasserfüllte” Kommentare sehen, ist mir zudem nicht ganz klar. Es darf sicherlich “scharf” über ein Thema diskutiert werden. Die “Schmerzgrenze” sehe ich hier aber nicht überschritten.

      • Cornelis Bockemühl says:

        Wenn man “Dispens vom Schwimmunterricht” praktisch mit “körperlich züchtigen” gleichsetzt – dann ist das für mich ein Symptom eben des von mir angesprochenen Fanatismus!

        Oder anders gesagt: Man will diese Schwimm-Geschichte dazu missbrauchen um irgendwie zum Ausdruck zu bringen: Wir sind gegen die körperliche Züchtigung von Kindern usw. usw. Klar – bin ich auch! Nur soll man das doch bittesehr von dieser lächerlichen Schwimm-Geschichte trennen!

        Da haben einfach ein paar Leute gedacht, sie könnten mal schnell ein kleines Exempel statuieren, dann hat sich die Gegenseite als sturer entpuppt als man erwartet hatte – und jetzt muss man beweisen dass man sogar noch sturer sein kann! Und niemand weiss mehr wie er aus diesem Unsinn herauskommen soll – “Ehre gegen Ehre”, oder so ähnlich. Vielleicht könnte man daraus eine kleine Sippenfehte machen – über vier Generationen? Könnte man lustig finden wenn’s nicht tragisch wäre!

        Klar, “hasserfüllt” ist ein wenig überspitzt: höhnisch, spöttisch, verächtlich etc. wären wahrscheinlich treffendere Ausdrücke.

        • Ich verwahre mich, die “Schwimmdispens” mit “körperlicher Züchtigung” gleichgestellt zu haben. Ich wollte an diesem Beispiel nur klar darlegen, dass es schlussenlich darum geht, welche (angeblich) religiös “auferlegten” Besonderheiten akzeptiert werden sollen.

          Mehrehe?
          Kein Schuluntericht für Mädchen? (Afghanistan, Taliban)
          Dispens vom Schwimmuntericht?

          Vielleicht kennen Sie das Interview mit Herrn Czwalina -es ist der Herr, der die Bussen für die betroffenen Familien bezahlt. Er ist auch dafür, dass die Mädchen vom Schwimmuntericht dispensiert werden und er hat mich mit vielen Aussagen zum Nachdenken gebracht, wir zwingen ja z.B. auch keinen Juden Schweinefleisch zu essen. Trotzdem komme ich nach reiflicher Überlegung zum Schluss, dass hier die Dispensation nicht sinnvoll ist. Vielleicht hat es mit meiner Person zu tun: Ich lebe als schwuler Mann mit meinem Partner in einer eingetragenen Partnerschaft. Ich möchte hier nun nicht zitieren, was in den Kreisen der Schwimmverweigerer über solche “Menschen” wie mich gesagt wird! Oder muss ich mir dass auch gefallen lassen, dass man mir sagt, ich sei schlimmer als ein räudiger Hund? Vielleicht ist meine persönliche Sicht darum anders als Ihre…

          • Cornelis Bockemühl says:

            Lustig für mich selber: Wenn der Staat nur einen Bruchteil des Geldes und der Energie, die er in die Verfolgung dieser Schwimmverweigerer einfach dafür einsetzen würde, meinen Kindern den staatlich finanzierten Schwimmunterricht zu ermöglichen – dann wäre ich eigentlich ziemlich froh!

            Aber so ist es halt: Die einen müssen, aber wollen nicht – und andere wollen, aber dürfen nicht! ;-)

    • merlinx says:

      Es geht hier nicht ums Kaltstellen, sondern eher ums Abtrocknen …

  3. Gotte says:

    der blog-beitrag und die dazu gehörenden kommentare verdienen den “prix difference” (in gold): für ihre sagenhafte differenziertheit!!

  4. Wahrsager says:

    Es geht in allen Religionen einzig und allein um Gängeleien-elende Machtinstrumente. Kommen noch andere Probleme dazu kommt es zu Eruptionen wie wir sie kürzlich hier erleben mussten.

    • Wow – ich gratuliere Ihnen zu Ihrem umfassenden Wissen über ALLE Religionen auf diesem Planeten. An welcher Bildungsinstitution konnten Sie sich dieses enorme Fachwissen aneignen?

  5. Haguhans says:

    Sollte die SVP eines Tages beschliessen, kollektiv zur friedlichsten aller Religionen (TM) zu konvertieren, die Linke würde ihr umgehend tief in den Allerwertesten kriechen und es Toleranz nennen.

  6. Herr Messmer: Bravo zu Ihrem Artikel! Und um nochmals das Autofahren aufzunehmen: Findet es Frau Soland auch O.K. wenn der muslimische Vater seine Tochter nicht Autofahren lernen lassen will? Oder ist Frau Soland so naiv, dass sie meint, in diesen Elternhäusern höre mit 18 Jahren die “Bevormundung” der weiblichen Mitglieder dann urplötzlich auf???

  7. merlinx says:

    Es könnte auch ein Hinweis darauf sein, dass viele Zuwanderer, meist selbst des Schwimmens unkundig, nicht wissen, dass diese Fähigkeit hier von allen Kindern ganz selbstverständlich erlernt wird.

    So wie eine vernünftige Chlordosierung nun für die Wasserqualität im Schwimmbad sorgt, verhindert der Toleranz-Einsatz der erwähnten Grossrätin die Ansteckungsgefahr für religiöse Muslime, weil ihre aus dem Orient mitgebrachte Schamkultur sie und vor allem ihre kleinen Mädchen nicht ausreichend schützt gegen die hier übliche Schaulust.

    Es geht um die Reinheit, Ziel jeder wahrer Religion, und um die Ehre des Mannes, höchstes Gut jeder echten patriarchalischen Ordnung.

    Gegen das Hände waschen ist gewiss nichts einzuwenden, reines Wasser garantiert rituelle Reinheit.

    Aber da sorgt man sich auch noch um die zukünftigen Ehefrauen und Mütter. Sie dürfen von keinem anderen Manne angeschaut werden. Im Bikini schon gar nicht.