
Cuenca — fast 1000 Meter. Das erklärt einiges: die Lichtqualität, die trockene Luft, die Temperaturschwankungen zwischen Sonne und Schatten.
Cuenca liegt höher als der Grossteil der Schweizer Voralpen-Täler.
Lese: Cuenca war 300 Jahre maurisch — von der arabischen Eroberung 714 bis zur Reconquista 1177.
Denke: Lange genug, um die Stadtstruktur fundamental zu prägen, kurz genug, um in der offiziellen Erinnerung marginalisiert zu werden.
Was blieb: die Wasserversorgungssysteme, die Strassenführung, die Hanglage der Stadt.
Dann die Juden.
Cuenca hatte eine der grössten jüdischen Gemeinden Kastiliens. Toleriert wurden sie nicht aus Überzeugung, sondern aus Kalkül — als Steuereintreiber und Finanziers waren sie unentbehrlich.
Als Fernando und Isabel die Sephardim vertrieben, ging’s wirtschaftlich bergab.
Heute lebt die Stadt vom Tourismus.
Wobei: Nordeuropäer sind derzeit rar. Beweis — gestern um halb neun waren wir beim Lesen der Menükarte allein, richtig voll wurde es erst um zehn.
Übers Wochenende kommen die Madrileños, die dem Lärm der Grossstadt entfliehen. Anderthalb Stunden Hochgeschwindigkeitszug.
