
Heute greife ich auf einen Text zurück, der dem britischen Schriftsteller Nate White zugeschrieben wird – sofern es ihn überhaupt gibt.
Genaueres gibt das Internet nicht her.
Auf alle Fälle steckt ein kluger Kopf dahinter – warum nicht der einer Frau ? – der sich einen very sophisticated Spass daraus gemacht hat, Donald J. Trump in einem ebenso scharfzüngigen wie sarkastischen Essay genüsslich zu filetieren – aus dezidiert britischer Warte.
Der Text wurde schon vielfach zitiert, analysiert, bewundert, doch sei’s drum.
Weil frei nach Archimedes dieser Essay jenen festen Punkt liefert, mit dem sich Trumps Ego aus dem Weltgefüge hebeln lässt.
Ein für alle Mal.
White schreibt:
Trump fehlt es an allem, was die Briten traditionell schätzen: Klasse, Charme, Coolness, Glaubwürdigkeit, Mitgefühl, Witz, Wärme, Weisheit, Subtilität, Sensibilität, Selbstbewusstsein, Demut, Ehre und Anstand – all jene Eigenschaften, mit denen sein Vorgänger Mr. Obama grosszügig gesegnet war.
Trump ist ein Troll.
Und wie alle Trolle ist er nie lustig und lacht nie; er kräht nur oder spottet. Und erschreckenderweise verwendet er nicht nur plumpe, witzlose Beleidigungen – er denkt tatsächlich so. Sein Verstand ist ein simpler, bot-ähnlicher Algorithmus aus kleinlichen Vorurteilen und unüberlegten Boshaftigkeiten.
Kontrastprogramm und damit zum Crostata-Blech:
Aktuell begleite ich den amerikanischen Schauspieler und Autor Stanley Tucci auf seiner kulinarischen Spurensuche durch Italien – in der meisterhaft inszenierten Serie „Searching for Italy“, die er selbst entwickelt hat und auch präsentiert (Disney+).
Stanley verkörpert für mich jenes andere Amerika – kultiviert, weltoffen, zivilisiert –, das seit Januar wie vom Erdboden verschluckt scheint.
Es ist eine Reise durch das kulinarische Herz Europas – nicht nur auf der Suche nach gutem Essen, sondern nach etwas, das im MAGA-Amerika zunehmend verschwindet: Geschmack, Geschichte, Empathie.
Während in Trumps Amerika der Cheeseburger zur politischen Selbstvergewisserung mutiert, feiert Tucci mit Pasta, Pane und Pecorino die Komplexität einer europäischen Kultur, die ihre Identität aus jahrtausendelanger Durchmischung bezieht: Araber in Sizilien, Juden in Rom, französische Einflüsse in Piemont – dieser Mix ist das kulinarische Kapital Italiens.
„Searching for Italy“ ist damit mehr als eine Reisesendung – es ist kulturelle Feinkost im Zeitalter Trump’scher Brüllrhetorik.
Es ist ein Plädoyer für Europa, das nicht laut, sondern klug, nicht grössenwahnsinnig, sondern (noch immer) weltoffen ist.
Leute – es gibt noch Hoffnung!
Europa.
K. Bornhausen meint
White ist prima. Im Falle von Trump genügt allerdings ein Nachschlagen unter Borderline. Von denen wimmelt es gegenwärtig nur so um uns rum.
Daniel Flury meint
Donald Trump ist vor allem ein Polit-Ponzi, der ein betrügerisches Meinungs-Schneeballsystem aufgebaut hat das es ihm erlaubt, seine Wähler mit ihren Vorurteilen, ihrer Bigotterie, ihren Machtfantasien und ihrer Gier zu zurückzubedienen.
Ein Troll ist er nicht, denn dafür fehlt im die Intelligenz. Er weiss einfach, was ein Amerikaner will und steht dafür stellvertretend für seine Wähler an der Spitze dieses Systems.
Franz meint
Schlimm ist nicht Trump – sondern ein Europa welches sich ständig vor Trump in die Hosen macht.
Walter Basler meint
Schliesst einander nicht aus. Leider.