
Was grenzt an Dummheit? Mexiko und Kanada.
Seit dieser Woche gibt es eine zweite Formel, welche die Welt verändert. Die erste ist E=mc2 (Einstein) und die andere (Trump) siehe oben.
Erstere besticht durch Eleganz, die zweite durch Nonsens.
Die Trump’sche Formel ausgedeutscht: Man nehme das Defizit der USA im Warenhandel mit einem bestimmten Land, z.B. der Schweiz, und teile es durch die Gesamtmenge der aus diesem Land eingeführten Waren. Wenn man diesen Prozentsatz halbiert, erhält man den „reziproken“ Zollsatz der USA.
Ergibt für die Scbweiz 31%.
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Ich habe (mit Hilfe von ChatGPT) auch eine Formel entwickelt, als wahrscheinlichstes Szenario für die Amerikaner aufgrund der Trump’schen Zollpolitik.
K = (Pimport ⋅ Z⋅M) − (M⋅Δ) + (Pdom ⋅ α ⋅ (1−M))
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: Kostenbelastung für Konsumenten (gesamt)
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: Durchschnittspreis der Importware
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: Zollsatz (in Dezimalform, z. B. 0,25)
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: Importanteil (z. B. 0,6 nach Rückgang durch Zölle)
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: Rückgang der Zolleinnahmen (z. B. in Prozent oder absolut)
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Pdom: Preis der inländischen Ersatzprodukte
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: Preissteigerung durch Wegfall von Wettbewerb (z. B. 0,15)
Ausgedeutscht: Je höher die Zolltarife, desto weniger Importe, desto weniger Einnahmen, plus Preissteigerung wegen Wegfall von Wettbewerb gleich Kostenbelastung für amerikanische Konsumenten.
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Das Problem der Schweiz im Allgemeinen und des Bundesrates im Besonderen: Gegen in eine Formel gefassten Unsinn kommt man mit rationalen Argumenten nicht an.
Doch selbst wenn, die eigentlich Krux liegt darin, dass a) niemand im Bundesrat Golf spielt und b) es unmöglich ist, zeitnah einen Termin bei der Nr. 47 zu bekommen.
Die Interviews mit dem US-Handelsminister machen klar: Nur einer entscheidet in Washington. Wer also etwas erreichen will, muss mit Trump direkt reden.
Die aus aller Welt angereisten Zoll-Kotauler haben dabei alle dasselbe Problem: Zwischen den Golfpartien in Mar-a-Lago, dem Unterschreiben von Dekreten und dem Gedränge gibt es objektiv gesehen kaum eine Zeitlücke für ein Gespräch unter vier Augen.
Und wenn es dann soweit wäre, kommt Schweden dran. You know why.
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Es gibt einen Begriff, auf den man dieser Tage immer wieder stösst: „Trump’s inner circle“. Berichten zufolge war es dieser „inner circle“, der „Die Formel“ entwarf.
„Trump’s inner circle“ ist mehr als nur ein Beratergremium – man muss ihn für eine neue Form des Regierens erkennen: Die klassischen Institutionen werden durch persönliche Loyalität, mediale Inszenierung und direkte Einflussnahme ersetzt.
Der „inner circle“ ist ein strategisches Machtkartell, das der Auffassung ist, der Präsident (und damit der „inner circle“) stünden über der Verfassung.
Das Trump’sche Staatsverständnis lässt sich deshalb in einem Satz zusammenfassen: „L’état, c’est moi.“
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Das sind so die Schlagzeilen, welche Zuger Milliardäre aufschreckt:
Dank Trump: Die Chancen auf eine Einigung der Schweiz mit der EU sind soeben gestiegen
Deren Lautsprecher (Feusi und Somm) haben hurti die neue Sprachregelung unter die Leute gebracht: Die EU ist schuld, dass die Nr. 47 die Schweiz mit 31% bestraft.
Wären wir frei und unabhängig, wäre das NIE passiert.
O sancta simplicitas!
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Fundstück:
Trump is making the stock market affordable for even our homeless Americans.
Walter Basler meint
Die 47 begründet die Zölle ja mit Notrecht, weshalb er sie in Eigenregie beschliessen könne.
Irgendwo (okay, es gibt zuverlässigere Quellenangabe…) habe ich neulich gelesen, dass das Parlament ein Gesetz verabschieden könnte, das diese Allmacht der 47 in Sachen Zöllen beschränken könnte. Das wäre doch jetzt ein erfolgsversprechendes Versprechen der Demokraten in Hinblick auf die Midterms…
M.M. meint
Tatsächlich gibt es das, Quelle Guardian