
Andreas Schwald von der bz nimmt heute unsere Einschätzung auf und fragt: «Welche FDP-Frau soll in die Baselbieter Regierung?»
Schwald sieht Nadine Jermann als Frontrunnerin, nachdem ihm Saskia Schenker auf telefonische Nachfrage sagte: «Aktuell ziehe ich kein politisches Vollzeitpensum in Erwägung.»
Soweit, so klar.
Doch die eigentliche Pointe kommt am Schluss des Beitrags. Dort meldet sich SVP-Präsident Peter Riebli zu Wort. Und der kann seine Nervosität angesichts der neuen Lage nur schwer verbergen.
Er lässt wissen, auch die SVP sehe sich parteiintern «nach einer passenden zusätzlichen Kandidatur um».
Ein Bluff.
Erstens hat die SVP bei den letzten Nominationen erfahren, wie dünn ihre Personaldecke ist. Zweitens sind Regierungsratswahlen Majorzwahlen. Die SVP muss froh sein, wenn sie ihren frisch gewählten Matthias Liechti 2027 sicher über die Ziellinie bringt.
Und genau da beginnt für die SVP das Problem: Die FDP könnte sich weigern, weiter im Seitenwagen der SVP zu sitzen.
Also verlegt sich Riebli aufs Beschwören. Die Büza habe nur Erfolg, «wenn wir zusammenstehen». Man werde «gemeinsam auf die aussichtsreichsten Kandidaturen setzen».
Doch wer bestimmt denn, was «aussichtsreich» ist?
Wieder die SVP? Und wieder eine Art Eignungsprüfung? Müssen Oberbeck und die allfällige FDP-Kandidatin ebenfalls den Sarah-Regez-Test bestehen?
Plötzlich wirkt Riebli nicht mehr wie der Königsmacher, sondern wie einer, der merkt, dass er sein Blatt überreizt hat. Offenbar dämmert es der SVP, dass ihr der Ryf-Coup politisch aus dem Ruder laufen könnte.
Denn was als Demonstration der Stärke gedacht war, hat bei der FDP eine Gegenbewegung ausgelöst. Es ist kaum zu erwarten, dass sie nun nochmals zurückrudert.
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Marcus Denoth meint
Ich fände es recht witzig, wenn folgendes Szenario einträte:
– Ständerat unterliegt Ryf
– Regierungsrat gewinnen die Grünen den Lauber-Sitz und eine FDP-Kandidatin kippt den SVP-Regierungssitz.
Und zack hätten sich Supertaltiker Riebli und seine Ziehtochter massiv verpokert und stünden mit gar nichts mehr da.
Thomas Zellmeyer meint
Ich fände es recht witzig, wenn folgendes Szenario einträte:
– Ständerat unterliegt Ryf (gegen Graf oder Marti)
– im Regierungsrat gewinnt die SP den Lauber – Sitz und die die Grünen werfen Jourdan raus.
Und zack hätten sich Supertaktiker Riebli und alle die FDP-Supertaktiker auf dieser Seite völlig verzockt, die aus mir unbegreiflichen Gründen immer noch an die superstarke FDP glauben.
Auch mein Szenario ist wie das von Herrn Denoth bloss ein Szenario – aber ehrlich gesagt: Ich halte es für realistischer.
Marc Schinzel meint
Sagen wir es einmal so: Die FDP hat gute Leute, sehr gute. Und die FDP ist frei in ihren Entscheidungen. Und das ist gut so.