Wie mir verschiedene Quellen berichten, soll morgen an einer Büza-Medienorientierung der Rücktritt von Anton Lauber bekannt gegeben werden.
Ob er nochmals antreten will oder es 2027 genug sein lässt – dieses Statement wird seit Wochen erwartet.
Nun hat er sich entschieden. Und seine Partei, die Mitte, hat plötzlich ein echtes Problem: ein Personalproblem.
Denn offensichtlich ist es so, dass sich die SVP – wie wir vor einer Woche geschrieben haben – beim Ständerat für ihr ehemaliges Mitglied, heute Mitte-Mann, Pascal Ryf entschieden hat.
Damit spricht vieles dafür, dass nun der zweite Mann des Mitte-Führungsduos seine Ernte einfahren will: Parteipräsident Simon Oberbeck als Nachfolger von Anton Lauber.
Politik funktioniert allerdings selten linear nach dem Schema Ursache – Wirkung. Sie ist ein chaotisches System.
Ziemlich chaotisch sogar.
Was bedeutet: Weder eine Ständeratskandidatur Ryfs noch eine Regierungsratskandidatur Oberbecks ist ein Spaziergang.
Im Gegenteil.
Es ist durchaus denkbar, dass die Mitte Ende 2027 ohne eines dieser beiden Spitzenämter dasteht.
Dass Ryf Ständerat wird, erscheint derzeit wenig wahrscheinlich. Und Oberbeck als Regierungsrat?
Nun ja.
Da ist beispielsweise Adil Koller. Und denkbar sind weitere Kandidaturen – von GLP, Grünen oder anderen.
Die zentrale Frage lautet jetzt jedoch: Was macht die FDP?
Denn mit dem Rücktritt Anton Laubers kippt das Gewicht der morgigen Medienkonferenz. Die Ständeratskandidatur wird zur Nebensache. Im Zentrum steht Laubers Rücktritt – und damit die Neuverteilung der bürgerlichen Macht für 2027.
Wenn die beiden bürgerlichen Partner Mitte und SVP – eigentlich müsste man präziser sagen: wenn die SVP – entscheidet, den Mitte-Mann Ryf dem FDP-Kandidaten Balz Stückelberger vorzuziehen, stellt sich zwangsläufig die Frage: Was bleibt dann eigentlich für den Büza-Partner FDP?
Die Rolle des Applaudierers?
Steigbügelhalterin der SVP durch eine Listenverbindung – und gleichzeitig Steigbügelhalterin für den Ständeratskandidaten der Mitte?
Will sich die FDP tatsächlich auf diese Rolle reduzieren lassen?
Oder steht sie auf und sagt ihren Partnern: Wir treten mit einem eigenen zusätzlichen Anspruch auf Regierungsverantwortung an. Wer im bürgerlichen Lager politisches Gewicht beansprucht, muss dieses Gewicht auch in der Regierung abbilden.
Ob dafür am Ende der Mitte-Sitz fällt oder jener von Thomi Jourdan, müsste der FDP zunächst einmal gleichgültig sein.
Entscheidend ist jetzt der eigene Machtanspruch. Denn Laubers Rücktritt verändert die Ausgangslage fundamental.
Bis gestern konnte die FDP die Büza noch als Arrangement betrachten, in dem jeder irgendwie seinen Platz findet.
Ab morgen stellt sich eine andere Frage: Wer bekommt was?
Und wenn Ryf den Ständerat beansprucht, Oberbeck den frei werdenden Mitte-Regierungssitz und die SVP ihren Regierungsrat sowie die strategische Führungsrolle innerhalb der Büza behalten will, dann bleibt für die FDP erstaunlich wenig übrig.
Ausser sie nimmt es sich.
Morgen wissen wir mehr.
PS: Gleichzeitig kursiert noch eine Erklärung für Laubers Rücktritt. Aus sehr gut informierten Kreisen heisst es, die laufende FINMA-Untersuchung bei der BLKB habe dabei eine Rolle gespielt.
Lauber soll nahegelegt worden sein, das BLKB-Dossier abzugeben – ein Schritt, der politisch kaum folgenlos geblieben wäre.
Ob das zutrifft, lässt sich derzeit nicht verifizieren. Morgen können die Journalisten danach fragen. Sollte es sich bestätigen, bekäme sein Rücktritt allerdings noch eine ganz andere Dimension.
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