
Isaac Reber tritt ausgerechnet in jenem Moment ab, in dem sein grösstes Vermächtnisprojekt zur nächsten Verhandlungsmasse wird. Erst schrumpfte das «Herzstück» zur «Durchmesserlinie».
Nun stellt sich heraus, dass diese womöglich auch ohne den Tiefbahnhof Basel SBB auskommen soll – also ohne jene Infrastruktur, die bis vor kurzem als ihre unverzichtbare erste Etappe galt.
Das Timing ist kein Zufall. Es ist die Funktionsweise einer Infrastrukturpolitik, in der Projekte länger leben als die Spanne eines Politikerlebens. Reber hatte kein einziges Grossprojekt je im Griff.
Jetzt behauptet Regierungsrätin Keller, die allein weitermachen darf: «Wir haben einen Plan».
Wahrscheinlich ist es der Plan eines Plans.
Ich wette: Rebers Nachfolger Liechti wird diesen Nicht-Plan kassieren und dem Spuk ein Ende bereiten. Und Keller selbst wird garantiert im neuen Zieljahr 2040 nicht mehr im Amt sein. Möglicherweise schon 2028 nicht mehr.
Das Herzstück ist ein Projekt, das jeden Amtsträger locker überlebt – und genau darin liegt sein Zweck: Basel baut nicht am Tiefbahnhof – Basel baut Amtszeiten, die kürzer sind als das Projekt selbst, und das ist die einzige Etappe, die bislang zuverlässig fertiggestellt wurde.
isaac reber meint
es ist an der zeit, hier richtig zu adressieren.
nachdem peter riebli kürzlich bei onlinereports unwidersprochen behaupten durfte, ich sei für den rheintunnel zuständig (ein projekt des bundes), hier nun also offenbar auch noch für den durchmesser.
korrekt ist: auch dies ist ein projekt des bundes.
Manfred Messmer meint
Ernsthaft jetzt?
Ich hatte nun wirklich nicht das Gefühl, Du und Esther Keller hätten in all den Jahren, die ich das Projekte kritisch begleite, als Befehlsempfänger des Bundes agiert. Klar bezahlt der (ausser die Millionen lokaler Planungskosten) und entscheidet schlussendlich.
Aber Sätze wie „wir haben das Projekt auf das Maximum reduziert» oder «wir prüfen die Option» lassen nicht darauf schliessen, die beiden Basel seien Zaungäste eines Bundesprojekts und du und Esther hätten da einfach nur einen Logenplatz.
Isaac Reber meint
sage ich auch nicht. natürlich sind wir als region in den planungsprozess eingebunden. es ist lediglich falsch, es als „mein“ projekt darzustellen, wie beim rheintunnel auch.
Siro meint
Zu seiner Verteidigung: Ich kann bezeugen dass Isaac Reber in unserer Zeit als Landrat immer eine Ringbahn befürwortet hat. Was auch bis heute auf der Hand liegt. Sie wäre übrigens schon längst realisiert.
Isaac Reber meint
danke, siro 🙂