
Vor zehn Jahren wurde der Bahnbetrieb im Gotthard-Basistunnel aufgenommen.
Heute lese ich in der NZZ, dass dort, wo einst eine Bahnstation im Tunnel geplant war, ein Labor für Quantentechnologie eingerichtet werden soll.
Ich würde es Sedrun gönnen, wenn dort unten im Stollen noch etwas anderes Platz fände als ein paar Schaltkästen der SBB.
Aufgrund einschlägiger Erfahrung bezweifle ich allerdings, dass die Promotoren des Projekts Erfolg haben werden.
Zum einen sind da die SBB. Zum Zweiten und Dritten gleich nochmals. Und viertens bräuchte es eine neue Liftanlage. Die wäre teuer und erforderte – siehe Punkte eins bis drei.
2010 machten sich Martin Heller und ich zusammen mit fünfzehn Architektenteams aus der Schweiz, den Niederlanden, Österreich, Deutschland und Frankreich Gedanken darüber, wie sich in Sedrun, dort, wo einst die «Porta Alpina» geplant war, eine Touristenattraktion schaffen liesse.
Wir waren der Meinung, man sollte nicht bloss mit 250 Kilometern pro Stunde durch diesen Tunnel brausen. In seiner Mitte, tief unter Sedrun, sollte eine Ausstellung entstehen: eine bleibende Intervention, ein visuelles Spektakel, eine multimediale Inszenierung unmittelbar neben der Bahnstrecke und mit Sicht auf die vorbeirasenden Züge. Tief im Berg und zugleich weltweit im Internet. Ein Wow-Erlebnis für Gäste aus dem In- und Ausland.
So etwas wie ein umgedrehter Eifelturm im Berg.
Interessierte Unternehmen hatten uns die Finanzierung des Projekts zugesagt. Gemeinsam mit dem Kanton Graubünden und der Gemeinde Sedrun finanzierten sie bereits den Ideenwettbewerb.
Gescheitert sind wir schliesslich an den Punkten eins bis drei – und daran, dass nicht geklärt werden konnte, wem die Kaverne eigentlich gehört.