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Offenbarungseid.

3. August 2026 By Manfred Messmer

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Die Mitte scheint sich der Rechnung für das verpasste Doppelwahlfenster und die jahrelange Erosion im Oberbaselbiet und im Laufental bewusst zu werden.

Via bz lässt sie ausrichten, man habe Toni Lauber «bekniet», nochmals anzutreten. Andernfalls sei der Mitte-Sitz in der Regierung «für sehr lange» verloren.

Ich würde sagen: für immer.

Denn sie weiss selbst: Das ist längst kein Mitte-Sitz mehr. Das ist ein Lauber-Sitz.

Toni Lauber zu beknien, ist der Offenbarungseid einer Partei, die mit dem Rücken zur Wand steht.

Im April schrieb ich:

Will die Mitte tatsächlich Regierungspartei bleiben, müsste Anton Lauber (…) zurücktreten, damit seine Partei dank einer Doppelvakanz ihren Sitz retten kann.

Sollte dieses Zeitfenster verpasst werden, droht der Mitte der Sitzverlust, auch wenn Anton Lauber glaubt, er könne 2027 die Partei retten.

Die schwächelnde Partei wird das Problem lediglich um zwei Jahre verschieben, da kaum anzunehmen ist, dass Lauber die nächste Legislatur zu Ende führt.

Er wäre dannzumal 70.

Nun hat sich die Partei entschieden zu knien.

Damit hat sie Anton Lauber die Möglichkeit genommen, sich die Sache in Ruhe zu überlegen.

Tritt er nochmals an, wird er zur letzten Hoffnung einer Partei, die ihre Felle in der Regierung davonschwimmen sieht. Einen Nachfolger mit vergleichbarer Ausstrahlung hat sie nicht.

Tritt er nicht mehr an, geht der Lotse von Bord.

Die nun öffentlich losgetretene Diskussion wirft zugleich ein Schlaglicht auf die eidgenössischen Wahlen im nächsten Jahr.

Die Frage ist dieselbe: Tritt Elisabeth Schneider-Schneiter nochmals an, um den Sitz zu retten, oder opfert sie ihn den Ambitionen eines Nachfolgers, der ihn kaum wird halten können?

Die spannendste Frage betrifft allerdings die Grünen und die FDP.

Während die SP mit der Demontage ihrer eigenen Regierungsrätin beschäftigt ist, müssten sie, die Grünen, das Schwächesignal der Mitte eigentlich als Aufforderung zum Angriff verstehen – und Philipp Schoch erneut ins Rennen schicken.

Für die FDP wiederum öffnet die serbelnde Mitte eine strategische Lücke.

Eigentlich.

Denn bislang scheint es, als liege schon der Gedanke an einen Angriff auf die Mitte ausserhalb ihres politischen Wahrnehmungsfeldes.

Kategorie: baselland-politik Stichworte: Anton Lauber, Die Mitte, FDP, Grüne, Wahlen27

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

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