Politik ist insofern ein lustiges Geschäft, als ihre Kerntätigkeit das So-tun-als-ob-es-um-etwas-ginge ist.
Jüngstes Beispiel sind die Hearings der Bürgerlichen auf der Suche nach einem Ständeratskandidaten – früher nannte man das, weniger elegant, Hinterzimmergemauschel.
Man tut so, als ginge es um etwas, dabei wissen eigentlich alle Beteiligten: Es geht um alles Mögliche, nur nicht um den Einzug ins Stöckli.
Und alle finden sich wichtig.
Das Ganze funktioniert nur, solange auch die beiden Auserwählten daran glauben, sie stünden in einem echten Wettbewerb gegeneinander. Man könne dem anderen etwas Begehrtes streitig machen.
Denn so ist das Leben.
Doch was, wenn ihnen dämmert, dass sie bloss willige Figuren in einem politischen Spiel sind, bei dem der Gewinner des Auswahlverfahrens der eigentliche Verlierer ist?
Was, wenn die beiden den Bartleby machen und dem erlauchten Gremium mitteilen: «I would prefer not to»?