
Machen wir es kurz: Der einzige Baselbieter Ständeratssitz bleibt bis 2039 in linker Hand.
Auf Maya Graf wird Samira Marti folgen.
Egal ob 2027 oder erst 2031 – wobei 2031 für Marti der günstigere Zeitpunkt wäre. Sie könnte ihre Vorbereitung aufs Stöckli ausserhalb der Politbubble in Ruhe fortsetzen und gleichzeitig hauptamtlich Bundespolitik betreiben.
Dass sie als Nationalrätin dafür das Format hat, steht ausser Frage. 2023 erzielte sie hinter Eric Nussbaumer das zweitbeste Resultat aller Baselbieter Nationalratskandidaten. In Bern war sie nie eine Hinterbänklerin.
Hinter solchen Karrieren steht jahrelange Aufbauarbeit.
Die heutige Führungsgeneration der SP stammt zu einem grossen Teil aus dem Führungskader der Jusos. Sie hat ihre politischen Karrieren früh geplant und sich über Jahre gegenseitig gefördert – vom Einwohnerrat über den Landrat bis in die Regierung und nach Bern.
Die Bürgerlichen hingegen bringen zwar immer wieder profilierte Sachpolitiker hervor, schaffen es aber kaum noch, Persönlichkeiten über zehn oder fünfzehn Jahre gezielt für höhere Ämter aufzubauen.
Deshalb verfügen sie heute über keinen ernsthaften Anwärter auf den Ständeratssitz. Auch keine Frau. Die diskutierten Kandidaturen wirken eher wie spontane Gelegenheiten als wie der Endpunkt einer langfristigen Strategie.
Denn im Baselbiet gilt seit Jahrzehnten ein ungeschriebenes Gesetz: Entweder man kandidiert als langjähriger Nationalrat oder als abtretender Regierungsrat.
Die Ausnahme Rhinow bestätigt die Regel. Er gewann 1987, weil Edi Belser vom Ständerat in die Regierung wechselte und die SP auf dem falschen Fuss erwischte. (Es gab damals noch die wilde Kandidatur des FDP-Rechtsaussen Flubacher, der die Wiedereinführung der Todesstrafe forderte.)
Es gibt im Landkanton derzeit keine Partei, die das politische Strategiegeschäft so effizient beherrscht wie die SP.
Schaut man sich die Personen an, die heute Spitzenämter bekleiden oder dafür in Stellung gebracht werden, erkennt man eine bemerkenswert homogene Generation, die sich schon vor Jahren auf den «Marsch durch die Institutionen» gemacht hat.
Für die Bürgerlichen könnte es sogar noch heftiger werden.
Sollte Kathrin Schweizer als Regierungsrätin zurücktreten, stünde mit Adil Koller bereits der nächste Vertreter dieser Generation bereit – mit realistischen Wahlchancen.
Bis 2039 oder 2044 – auch er hat die Zeit auf seiner Seite – hätte er genau jenes Profil, aus dem im Baselbiet seit Jahrzehnten erfolgreiche Ständeräte hervorgehen.
Henry Berger meint
Die SP betreibt das Politikgeschäft professionell, die bekanntesten VertreterInnen sind schlichtweg BerufspolitikerInnen.
Bei den Bürgerlichen hingegen gibt es doch noch den klassischen Milizpolitiker, welcher sein Geld in einem anderen Beruf als die Politik verdient,
Wäre es umgekehrt, würde die SP wohl von einer eklatanten Chancenungleichheit sprechen…