
Ich habs eben gezählt: 357 Tropfen pro Quadratmeter Regen. Während viereinhalb Minuten. Denke, das ist ein neuer Rekord für diesen Juli.
Ab morgen ist’s dann wieder normal mit 30 Grad plus.
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Im Frühling sind wir dort durchgefahren, in Spanien und Frankreich, dort, wo es jetzt infernalisch brennt. Was für uns noch eine lieblich grüne Landschaft war, ist für die Menschen, die dort leben, zu einer Landschaft tödlicher Bedrohung geworden.
Es sind nicht nur die materiellen Schäden und die menschlichen Verluste.
Der eigentliche Einschnitt bleibt unsichtbar: die Erinnerung. Sie wird viele Menschen ein Leben lang begleiten – und ihren Schatten bis in die nächste Generation werfen.
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Die Frage, die offen bleibt: Was geschieht mit einer Gesellschaft, die erkennt, dass diese Wetterextreme keine Ereignisse mehr sind, sondern eine neue Lebensbedingung?
Der Mensch kann mit der Vorstellung einer dauerhaften Bedrohung kaum leben.
Der Satz «Die Brände sind Folge des Klimawandels» wird zum Etikett. Er klebt an jeder Katastrophenmeldung wie ein Hinweis auf den Beipackzettel.
Denn ihn wirklich ernst zu nehmen, würde bedeuten, das eigene Leben und die Zukunft völlig neu zu denken.
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Vielleicht ist die vernünftigste Reaktion die einfachste: Löschflugzeuge beschaffen, Wälder anders bewirtschaften, Frühwarnsysteme mit KI ausbauen, Klimageräte anschaffen und lernen, mit der Hitze zu leben.
Henry Berger meint
Der Klimawandel ist eine Tatsache. Aber ich möchte auch darauf hinweisen, dass der/die Waldbrände bei Bordeaux durch die spezielle, menschengeachte Art der dortigen “Wälder“ begünstigt wird: Es sind durchwegs Nadelbaum-Plantagen auf dem Sand ehemaliger Dünen. Keine Laubbäume, keine natürlichen Lichtungen, alle Bäume im exakt gleichen Abstand, so weit auseinander, dass noch ein üppiger Unterwuchs entstehen konnte, der nun als Brandbeschleuniger dient. Ein natürlicher Mischwald mit natürlichen Lichtungen kann selbstverständlich auch brennen, aber doch nicht wie Zunder, wie wir es hier sehen.
Mittlerweile reisst man in grosser Eile „Lichtungen“, resp. Schneisen in diese Monokultur um die Brände zu stoppen.
Stephan Meyer meint
Mit Nüchternheit aus einer Lage Schlüsse ziehen, diese entschlossen umsetzen, das zeichnet den Pragmatiker aus.
Danke für die Klarsicht.
Zur Erinnerung an alle Untergangspropheten.