
Dieses Wochenende erlebt Basel die grösste friedliche Okkupation seiner Innenstadt seit Jahren. Nicht durch Touristen. Nicht durch Demonstranten. Sondern durch Jodler, Alphornbläser, Trachtenträger und Fahnenschwinger.
Rund 200’000 Menschen werden erwartet — in einer Stadt, die mit dieser Kultur ungefähr so viel gemeinsam hat wie mit Tirol.
Selbst Kühe und Geissen sollen durch die Freie Strasse getrieben werden. Kuhfladen statt Kaugummi. Älplermagronen statt Sushi. Trachten statt Designerklamotten.
Für drei Tage wird Basel zur Bühne einer Folklore, die hier schlicht nicht existiert.
Vor wenigen Wochen hat die Stadt die 10-Millionen-Initiative mit überwältigender Mehrheit verworfen. Dieselbe Landschweiz, die Basel eben noch erklärte, die Schweiz sei zu eng geworden, bekommt nun für drei Tage die halbe Innenstadt zur freien Verfügung.
Basel empfängt die «Üsserschwiz» – der treffende Walliser Begriff sei hier übernommen – mit Goodwill, Verkehrsumleitungen und dem Verzicht auf den samstäglichen Einkaufsbummel
Das Eidgenössische Jodlerfest ist eine identitätspolitische Selbstvergewisserung der Landschweiz – inszeniert als Brauchtumspflege.
Am Montag sind die Basler mit all ihren Ausländern wieder unter sich.
gotte meint
hoffentlich lassen sie die tiere auf dem land – wie absurd, die tiere in die glühende stadt zu karren. auch die eine jodlerin oder der andere talerschwinger sollte sich die teilnahme nochmals überlegen – die zentnerschweren leinenstoffe sind sicher nicht das ideale tenu bei fast 40 grad, wenn man selber schon älter als 70 ist…