
Bubble.
Grüezi Herr Messmer
Sie haben in Ihrem letzten Beitrag zwei Fragen an mich gestellt. Daher erlaube ich mir, Sie direkt zu kontaktieren. Vielleicht interessieren Sie ja die Antwort wirklich und die Fragen waren nicht nur stilistisch resp. um einen Punkt zu bekräftigen gestellt.
SVP vs. Glauben Kurz eine Korrektur: Ich bin nicht Mennonit obwohl ich ab Geburt bis ca. 6-jährig mit meinen Eltern im Schänzli ein- und ausging. Neben der evangelisch-reformierten Landeskirche bin ich heute primär mit der viva-Kirche verbunden, beide Teil der SEA. Übrigens habe ich auch nie in Südafrika studiert. Das Institut, an welchem ich meinen MA machte hatte ein MTh-Programm, welches durch die UNISA akkreditiert war. Daran habe ich aber nicht teilgenommen.
Leider gingen meine Korrekturen am entsprechenden Zeitungsartikel beim Journalisten unter.
Gleichwohl ist Ihre Frage natürlich spannend. Ich bin parteilos in die Politik gestartet. Mit dem Interesse an der kantonalen Politik stellte sich die Frage, mit welcher Partei ich die grösste Schnittmenge habe. Hierfür habe ich die Parteiprogramme gelesen und dabei hat sich die SVP heraus kristallisiert.
Bedeutet das, dass ich mit der Art und Weisse wie gewisse Personen in der SVP (oder auch anderen Parteien) arbeiten immer einer Meinung bin? – nein. Umso mehr bin ich der Überzeugung, dass es in allen Parteien auch Menschen braucht, die lösungs- und konsensorientiert arbeiten wollen. Das Herausschälen oder Bearbeiten von Konflikten oder die Zuspitzung von Positionen kann helfen, sich in der politischen Landschaft zu orientieren. Aber Lösungen, welche mehrheitsfähig und funktional sind, finden sich selten in einem Streitgespräch.
Würden sich nun alle Menschen, welche bereit sind, miteinander Lösungen zu erarbeiten, aus der Politik verabschieden, dann träfe mehr und mehr zu, was Elmar Plozza auf srf.ch zum SP-Austritt von Jositsch schreibt: das Meinungsspektrum […] wird enger. Dem wirke ich entgegen, gerade in einer Volkspartei, wie die SVP sie ist und auch künftig sein will.
FKD
Anton Lauber hatte in seiner Anfangszeit in der FKD mit einer Nettoverschuldung von 3.1 MiaCHF zu hantieren. Aktuell ist der Staat bei 2.3 MiaCHF angekommen – die eingeschlagene Richtung stimmt und Anton Lauber hat viel dazu beigetragen, auch wenn wir interkantonal immer noch deutlich zu hoch fahren. Entsprechend stimme ich seiner Aussage auch zu, dass wir primär ein Ausgabenproblem haben.
Unglücklich bin ich mit der Situation bezüglich Finanzausgleich und Sonderlastenabgeltung.
Hier bewirtschaften wir ein kompliziertes System und schieben Gelder zwischen Gemeinden untereinander sowie zwischen Gemeinden und Staat hin- und her. Zudem wurden den Gemeinden Aufgaben übertragen. Das ist nicht grundsätzlich verkehrt, den häufig finden die Gemeinden kostengünstigere Lösungen. Gleichwohl bedeuten neue Aufgaben meist auch neue Kosten und wenn die Gelder nicht mit den Aufgaben mitwandern, saniert sich die eine Seite auf Kosten der anderen.
Die Lösung sehe ich in einem Referenzsteuersatz. Gegenüber diesem wird die Gemeindesteuer festgelegt (anstatt dem heutigen Staatssteuersatz) aber neu eben auch der Staatssteuersatz. So kann definiert werden, welche Aufgabe welchen Anteil am Referenzsteuersatz hat und wird eine Aufgabe verschoben, fallen die entsprechenden Anteile auch der neuen Aufgabenträgerin zu.
Ihre Beiträge lese ich immer sehr gerne – auch wenn ich leider nicht immer glücklich über Ihre Konklusion sein kann.
Danke für Ihren journalistischen Beitrag.
Freundliche Grüsse
Matthias Liechti
Hans Rudolf Rohr meint
Lieber Herr Liechti
Ich bin einer der Wähler, der noch nicht einen Entscheid getroffen hat. Entsprechen wichtig finde ich hier das Feedback.
Und meines Erachtens haben Sie die Frage 1 nicht beantwortet, sondern geschickt umschifft.
Was mich interessieren würde, wären folgende Aspekte.
1. Wie können Sie als Mann des Glaubens hinter den politischen Ansichten der SVP stehen? Gibt es hier nicht immer wieder Konfliktpotenzial?
2. Inwiefern wird Ihre Politik durch die Religion beeinfluss? Wie konsequent sehen Sie die Trennung von Staat/Politik und Religion?
Das würde mich interessieren. Weil für mich doch durchaus relevant für eine Wahl.
Danke.
angrymonk meint
Nach den Steuersenkungen hat es zu wenig Geld in der Kasse, aber Herr Liechti meint, wir hätten ein Ausgabenproblem. Die unsägliche Geschichte mit den Immobiliensteuern lassen wir mal auf der Seite. Ansonsten bin ich geneigt, zum ersten Mal in einem Leben einen SVP-Vertreter zu wählen. Herr Liechti macht mir einen wesentlich vernünftigeren Eindruck als der „alte“ Politikfuchs aus Pratteln. Wenn da nur nicht Riebli, Regez und Trüssel et al. wären. So werde ich wohl leer einlegen.
U. Haller meint
Der „alte“ Politikfuchs aus Pratteln macht zweifellos einen guten Job im Spital. Doch seine politische Monovision ÖV, Veloverkehr und Park-and-Ride reisst mich nicht vom Hocker. Liechti ist zwar nicht unbedingt der Leuchtturm, den ich mir für unseren Kanton wünsche, aber dennoch die pragmatischere Lösung. Leer einlegen war für mich nie eine Option, ich beziehe gern klar Stellung. Und Schoch zu wählen, nur um damit Regez zu verhindern, ist ein taktisches Spiel, bei dem man die „Verhinderung“ wählt, aber nicht den Kandidaten, den man eigentlich möchte. Und noch dies: Der Landrat wird die Regez aushalten (müssen), genau so wie etwa die Jansen am anderen Pol.