
Vierzehn Grad, immer wieder kurze Regenschauer, die Altstadt noch fast leer.
Am Eingang eines unscheinbaren Hauses in der Parte Vieja: «Gaztelubide». Unser Begleiter klärt — kein Restaurant, sondern eine Sociedad Gastronómica, gegründet 1934 durch eine Abspaltung, die Abstimmungszahlen im Wappen verewigt: 44 gegen 51.
Der Unterlegene gründet seinen eigenen Klub — das ist baskischer Stolz in seiner kompaktesten Form.
Das Prinzip: Jeder Socio hat seinen eigenen Schlüssel. Eine Gruppe reserviert, kauft ein, kocht. Keine Karte, keine Gäste, kein Service. Martín Berasategui und Andoni Aduriz sind Mitglieder — zwei der bekanntesten Köche Spaniens kochen also gelegentlich für sich selbst, hinter verschlossener Tür.
Aufnahme nur durch Bürgen, Warteliste auf Jahre.
Ein paar Schritte weiter: «Casino Kursaal». Der Begriff stammt aus einer Zeit, als Deutsch das Qualitätslabel europäischer Gesellschaftskultur war — so wie heute «Spa» oder «Wellness».
«Kursaal» — das signalisierte: Niveau, Eleganz, internationale Klasse.
Heute prangt darüber in Orange das Logo der Glücksspielkette Luckia. Altes Prestige als Franchise-Hülle.
Erneuter Regenschauer. Wir gehen frühstücken.

Schreibe einen Kommentar