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Schneider-Schneiter und ihr nukleares Risiko

10. April 2026 By Manfred Messmer

1920px Elisabeth Schneider Schneiter, 2011 (cropped)

Elisabeth Schneider-Schneiter hat diese Woche eine Leistung vollbracht, die in der Baselbieter Lokalpolitik selten ist: Sie hat gleichzeitig die GLP vergrault, den Links-Grünen ein Geschenk gemacht und eine Listenverbindung in Frage gestellt, die ihr 2027 das politische Überleben sichern soll.

Der Auslöser: Ihr Bekenntnis in der bz (Paywall) zur Aufhebung des Neubauverbots von Atomkraftwerken. Der Zusatz «nur vierte Generation» ändert nichts.

Im Kanton Baselland, wo das AKW-Verbot in der Verfassung steht, zählen keine Generationen-Unterschiede — Atomkraft ist ein rotes Tuch.

Zwei Tage reichten, bis GLP-Parteipräsident Thomas Tribelhorn die Rechnung präsentierte. «Sinnlose Diskussion» war noch die freundliche Formulierung. Die zweite ist folgenreicher: Eine erneute Listenverbindung sei «zum jetzigen Zeitpunkt eher schwierig vorstellbar»,sagte er der bz (Paywall).

Für Schneider-Schneiter ist das existenziell. Ohne Listenverbindung mit der GLP wird ihr Nationalratssitz 2027 zur Zitterpartie.

Doch das eigentliche Problem ist ein anderes. Die Links-Grünen — GLP eingeschlossen — bekommen ein emotionales Thema geschenkt, das im Kanton längst tot geglaubt war.

Schneider-Schneiter hat es zum Leben erweckt. Ohne Not und Anlass. Das ist kein Sachkonflikt. Das ist ein Eigentor.

Die Mitte im Kanton Baselland steht damit vor einem bemerkenswerten Dreifronten-Problem: ein wackliger Regierungssitz, mögliche Verluste im Landrat 2027 — und nun die Gefährdung des einzigen Nationalratssitzes durch die eigene Kandidatin.

Kategorie: baselland-politik Stichworte: Baselland, GLP, Scheider-Schneiter, Tribelhorn

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. unterbaselbieter meint

    10. April 2026 um 18:20

    Ihr Text unter dem (Jugend-)Foto von E. Schneider-Schneiter von der „Die-Mitte“-Partei regt mich zu folgender Bemerkung an: Ich glaube, auch DIES machte Schneider-Schneiter mit vollem Kalkül: Es sagt aus, dass sie 2027 nicht mehr weiterpolitisierten will und stellt sicher, das nach ihr niemand mehr kommt. Sie bleibt so unvergesslich und unersetzlich. Sie merkt selbst, dass 2027 das Jahr zum Ruhigertreten ist.
    Übrigens: Nicht „Ohne die GLP-Listenverbindung wird ihre Wahl zur Zitterpartie“. Bei jeder Wahl auch mit der GLP und ehm. BDP – ihre Stimmen nahmen von Wahl zu Wahl ab – war sie immer Zitterkanditatin. Ohne die GLP hätte sie Null Chancen gehabt.
    Ich fragte mich immer weshalb die Unterstützung seitens GLP. Denn Schneider-Schneiter ordnet ALLES der Wirtschaft unter. Alles. Wenn Grün der Wirtschaft dient = OK. Wenn nicht werden grüne Anliegen konsequent verworfen.
    Da stimmt so vieles nicht (mehr). Deshalb 2027 Schlusspunkt. Dies war der erste Nagel.

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