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Der Sohn des Teppichhändlers

9. April 2026 By Manfred Messmer

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Wenn ich gestern geschrieben habe: «Amerika hat den Deal erfunden. Aber der Basari hat ihn perfektioniert» – Reuters liefert heute die Bestätigung.

Der Mann, der für Iran verhandelt, heisst Abbas Araghchi.

Sein Vater war Teppichhändler in Isfahan. Araghchi hat den iranischen Verhandlungsstil in seinem Buch «The Power of Negotiation» selbst beschrieben: «kontinuierliches, beharrliches Feilschen» – der Stil des Basars.

Der Iraner spricht fliessend Englisch.

In Verhandlungen wählt er dennoch Persisch – damit er übersetzt werden muss. Eine kalkulierte Taktik, um das Tempo des Gesprächs zu kontrollieren. Araghchi setzt dabei auf das «Poker Face» des Diplomaten, wie er schreibt: «Das Gesicht eines erfahrenen Diplomaten ist unlesbar – die Gegenseite kann daraus nichts ablesen.» 

Ihm gegenüber sitzen JD Vance, der eben noch die Interessen Russlands in Ungarns Wahlkampf verteidigt hat, Steve Witkoff und Jared Kushner.

Ein Vizepräsident ohne Verhandlungserfahrung. Ein Immobilienentwickler aus New York. Der Schwiegersohn des Präsidenten.

Vance führt die Delegation – er soll als Einziger intern gegen den Krieg gewesen sein. Scheitert er in Islamabad, hat Trump seinen unbequemsten Rivalen erledigt.

Araghchi ist 62, promovierter Politologe, Veteran der Nuklearverhandlungen von 2015, IRGC-Kämpfer im Iran-Irak-Krieg, Botschafter in Tokio und Helsinki. Ein Mann, der seit Jahrzehnten im System funktioniert – unter Pragmatikern und Hardlinern, immer nah am Machtzentrum, nie verbrannt.

Witkoff und Kushner sassen schon vor dem Krieg am Tisch.

Sie sollen damals eine friedliche Lösung untergraben haben – durch Inkompetenz oder absichtliche Sabotage. Jetzt sitzen sie wieder da. Mit geschwächter Glaubwürdigkeit, ohne institutionelle Rückendeckung, von der Gegenseite durchleuchtet.

Der Basari kennt sein Gegenüber. Er hat ihn studiert.

Er weiss, wo Witkoff lügt, wo er nachgibt. Er weiss, dass Vance 2028 kandidieren will – und dass ihm ein langer Krieg mehr schadet als ein schlechter Frieden. Er preist ein, dass Kushner telefoniert und Witkoff pokert.

Trumps militärische Drohkulisse – sein einziges verbliebenes Druckmittel – ist verbraucht. Und Amerikas Raketen auch. Weitermachen kostet Trump innenpolitisch mehr als aufhören.

Der Iran-Krieg wird in Iowa entschieden.

Kategorie: internationale-politik Stichworte: Araghchi, Iran-Krieg, Trump, Vance

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

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