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Wer zermürbt wen?

5. März 2026 By Manfred Messmer

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Gestern, eine Schlagzeile wie aus einer anderen Zeit: „Amerikanisches U-Boot versenkt iranische Fregatte“. Und tatsächlich ist es das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass ein US-U-Boot ein feindliches Kriegsschiff mit einem Torpedo versenkt hat – die letzte solche Aktion war 1945 gegen eine japanische Eskorte.

*****

Ich reibe mir die Augen: DIE ZEIT begrüsst (!) Netanjahus und Trumps Angriff auf den Iran, wenn auch mit allerlei Windungen. Kurz zusammengefasst: Das sei quasi ein gerechter Krieg, der da geführt werde, angesichts des Terrorregimes der Mullahs.

The Times They Are a-Changin’.

*****

Vor einem Jahr wurde Selenskyj im Oval Office öffentlich gemassregelt – die Ukraine habe kein Ass im Ärmel. Heute wird im Golf ukrainische Expertise in der Drohnenabwehr nachgefragt. Iranische Billigdrohnen haben millionenteure amerikanische Radaranlagen ausser Gefecht gesetzt.

So ändern sich die Zeiten.

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Das US-Militär funktioniert: 2000 Ziele, B-2-Bomber, U-Boote bis vor Sri Lanka – präzise, koordiniert, effektiv. Das Kontrastbild liefert die politische Führung. Einsatzgrund? Unklar. Kriegsziel? Unklar. Zeithorizont? Unklar. Nachkriegsvision? Inexistent. Die Parallele zu 2003 drängt sich auf: Bagdad fiel in drei Wochen. Was danach kam, kostete 20 Jahre und über zwei Billionen Dollar.

Bush hatte immerhin eine Nachkriegsvision.

*****

Der Vietnamkrieg wurde auf der Strasse und an den Universitäten beendet. Der Iran-Krieg entscheidet sich möglicherweise an den Tankstellen.

Der Weltmarkt ist Irans Verbündeter.

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Was, wenn wir es im Iran mit einem gigantischen Gaza zu tun haben? Gaza hat Israel nicht militärisch besiegt – es hat Israel politisch zermürbt, international isoliert, moralisch erschöpft. Der Iran ist Gaza mal hundert: mehr Bevölkerung, mehr Territorium, mehr Zeit.

Die zentrale Frage der neuen Kriege: Wer zermürbt wen?

*****

Die ZEIT schreibt, am besten wäre „ein kompletter Sturz des Regimes und ein politischer Neuanfang“. Kallas träumt vom „demokratischen Iran, der keine Gefahr für seine Nachbarn darstellt“ – räumt aber ein, dieses Ergebnis sei „alles andere als sicher.“

Traumszenarien.

*****

Die offene Frage: Wann setzen sich die ersten Flüchtlinge Richtung Europa in Bewegung?

Kategorie: internationale-politik, usa-politik Stichworte: Iran-Krieg, Trump

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Roggenbass meint

    5. März 2026 um 13:08

    Alles gute Punkte. Machen wir uns vor, Politik wird nicht mehr helfen, es sind praktisch nur noch Figuren mit Borderline-Ausprägung am Ruder. Die pathol. Symptomatik? Schnelle Stimmungswechsel, impulsives Handeln und irrationale Entscheidungen, instabile Beziehungen und wechselnde Allianzen, starkes Schwarz-Weiss-Denken und gesellschaftliche Polarisierung, Wut- und Eskalationsdynamiken, Angst vor Machtverlust oder Bedrohung, Unsicherheit über Identität und Rolle, ein verbreitetes Gefühl von Orientierungslosigkeit sowie Überreaktionen auf Krisen und Ereignisse. Das steckt längst keine Ratio mehr dahinter. . Die Folge: der Globus leidet selbst an Borderline. Wenig Hoffnung. Auf welche Figur würden Sie noch setzen? (Bemerkenswert, notabene, wie Halsüberkopf die Neureichen ihrem gelobten Dubai entfliehen…bloss, wohin mit denen?)

    • unterbaselbieter meint

      5. März 2026 um 15:47

      Sätze ohne Punkt. Ellenlang.
      Der Heilsbringer worldwide? Nicht in Sicht – Sicht schlecht bei uns – es kommt nämlich Saharastaub.

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