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Regierungsratswahlen: Momentum bei den Grünen, Arithmetik bei der SVP

3. März 2026 By Manfred Messmer

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Philipp Schoch

Gestern Aufzeichnung bei Telebasel (Ausstrahlung heute) – Alessandra Paone (OnlineReports) und ich waren uns in einem Punkt einig: Philipp Schoch ist bei den Grünen der Kandidat mit den grössten Wahlchancen.

Uneinig waren wir bei der SVP.

Während ich mich darüber wunderte, wie zögerlich sich die selbsternannte Macherpartei verhält – ihr Nominationsparteitag ist erst gegen Ende März angesetzt –, sah sie darin kein Problem. Es gehe um einen Basisentscheid; die Zwischenzeit spiele keine Rolle, wenn denn der Kandidat erst mal feststehe.

Doch die Grünen werden Schoch bereits nächste Woche nominieren.

Der Pratteler Gemeinderat erhält damit einen zeitlichen Vorsprung, um sich in der politischen Mitte zu positionieren.

Das dürfte ihm gelingen.

Sachpolitisch liegt er näher am pragmatischen bürgerlichen Lager, als es die Parteietikette vermuten lässt.

Das Momentum liegt damit beim grünen Kandidaten, während die Wahlkampfmaschine der SVP erst in einigen Wochen auf volle Drehzahl kommt.

Heute gab es zumindest ein Signal aus der SVP, wie die BaZ meldet: Matthias Liechti hat seine Ambitionen angemeldet.

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Matthias Liechti

Liechti bringt drei Assets mit: Exekutiverfahrung (Gemeinderat Rümlingen), ein klares Finanzprofil (Treuhänder, Raiffeisen) und – bei dieser Wahl nicht unwichtig – das Oberbaselbiet als geografischen Hebel.

Die SVP kann diese Wahl gewinnen.

Der Schlüssel liegt jedoch nicht in der Parteistärke, sondern in der Kandidatenwahl. Mit Liechti wäre es ein offenes Rennen – mit leichtem strukturellem Vorteil für die SVP.

Doch das Rennen beginnt erst, wenn die SVP entscheidet, ob sie gewinnen oder nur antreten will.

Und FDP und Mitte sich nicht nur verbal für den SVP-Kandidaten engagieren werden.

Die Baselbieter Regierung funktioniert traditionell über konsensorientierte Konkordanz. Systemstabilität ist in diesem Kanton ein Wert an sich. Deshalb neigen Wähler bei Zwischenwahlen zur Kontinuität – die Wahl von Markus Eigenmann hat es gezeigt.

Er stand für Stabilität, während Caroline Mall und Sabine Bucher für Wechsel standen.

Schoch verkörpert – ähnlich wie Markus Eigenmann – Verwaltungs- und Führungskompetenz, nicht Bewegung. Er steht für Fortsetzung, nicht für Richtungswechsel.

Gerade weil die SVP seit Jahren nicht in der Regierung vertreten ist, fehlt ihr ein stabilisierender Machtpol. Opposition erleichtert Profilierung – und begünstigt einen schärferen Ton.

Ein Regierungsrat könnte parteiintern befriedend wirken, weil Macht integriert. Er müsste zugleich im System mitregieren.

Resümee: Ein SVP-Einzug 2026 würde die politische Temperatur kurzfristig erhöhen: Die Rückkehr in die Regierung wäre symbolisch stark, die Profilierungsdynamik nähme zu, und das Superwahljahr 2027 erhielte eine deutlichere Lagerkontur.

Mit Schoch hingegen bliebe das System in ruhigerem Fahrwasser.

Kategorie: baselland-politik Stichworte: Baselland, Matthias Liechti, Philipp Schoch, Wahlen

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. unterbaselbieter meint

    3. März 2026 um 11:50

    Liechti super – 4 Kinder, Familienmann, arbeitet bei einer Bank – Vertrauen, bestes Alter (45), beliebt im Oberbaselbiet in jeder Beiz und jedem Verein.
    Super – mehr geht nicht. Und das Oberbaselbiet ist gut. Er reicht langsam mit den Speckgürtler…..

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