
Wer sich selbst und andre kennt
Wird auch hier erkennen:
Orient und Occident
Sind nicht mehr zu trennen.
Wir haben das Land bereist, als es noch möglich war – drei Wochen, mit dem Auto. Was blieb: intelligente, historisch gebildete, politisch hellwache Menschen, eine lange Historie mit einer Kultur, die auch uns beeinflusst hat.
Hafis, Goethe, 1819, West-östlicher Divan.
Ein Land also, das auch ohne den Ajatollah-Klamauk eine Führungsmacht im Nahen Osten wäre. Das ist die Seite, die mir nahegeht.
Die andere Seite ist kalt.
Wer die Geschichte Persiens kennt, weiss: Die USA – und Grossbritannien zuvor – haben stets Öl und hegemoniale Dominanz vor die Interessen der Menschen gestellt.
Kein Vorwurf. Ein Befund. Emotionslos zur Kenntnis zu nehmen.
Was uns betrifft, ist nicht der Iran. Es sind die USA.
Psychologische Deutungen zur Nr. 47 sind Zeitverschwendung. Was zählt, sind Muster.
Erstes Muster: Auf Washington ist kein Verlass mehr. Verträge sind nicht mehr das Papier wert, auf das sie geschrieben wurden.
Zweites Muster: Dieser Präsident hat die Welt an den wirtschaftlichen Abgrund geführt. In Thailand, Bangladesh, auf den Philippinen schlägt die Treibstoffknappheit bereits durch. Was uns noch bevorstehen könnte.
Christine Lagarde, gestern in einem Interview mit dem Economist: «A real shock» – «probably beyond what we can imagine at the moment.» Die Experten, sagt sie, sprechen nicht von Monaten. Von Jahren.
Venezuela zeigt, was amerikanische Regimewechsel taugen. Ergebnis: eine Regierung, die keinen erkennbaren Unterschied zur vorigen macht.
Venezuelas neuer Verteidigungsminister ist ein Ex-Geheimdienstchef, den die Vereinten Nationen wegen Menschenrechtsverletzungen kritisieren. Diese Leute waren nie links. Sie waren immer nur an der Macht.
Wenn Trump Linke verachtet, ist man halt rechts. Aber niemals woke.
Im Iran werden die Hardliner bleiben. Das ist keine düstere Prognose – das ist Muster drei. Hardliner haben ihren eigenen Grund, diesen Krieg zu überleben.
Den haben sie immer gehabt.
Und Washington? Wird auch mit diesen Leuten hervorragend zurechtkommen. Trump und Hardliner – das ist keine Zweckehe.
Das ist Wahlverwandtschaft.
Der eigentliche Ertrag dieser «Militäroperation»: kein Regimewechsel, sondern eine Neuverhandlung zu anderen Konditionen.
Die Hardliner bleiben – das wäre, muss man resigniert eingestehen, das kleinere Übel.
Der schlechteste: Washington findet aus diesem Morast nicht mehr heraus.
Roggenbass meint
Auf solche Persönlichkeiten wirft man keine Bomben – eigentlich wirft man auf niemanden welche. Zum Foto: Zuerst erschrickt man und denkt, es sei Herrn Messmers Hand. Doch vermutlich trägt er keinen Lack. Und so lange Arme hat er dann doch nicht – zudem ist er auch null der Typ für Übergriffiges. Und der Verursacher vom ganzen Elend? Wie hier schon mal gesagt wurde, ein Fall für Urbaniok („hätte man das nicht früher erkennen und die Tat verhindern können“).
unterbaselbieter meint
….eine These. Eine These von vielen. Eine These aus der Arlesheimer Stube.
Viele sehen es anders. Andere Thesen. Man kann alles sehen. So oder so.
Ich bin vorsichtig. Und hoffe auf das Gute. Für ALLE.