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Die 2

18. März 2026 By Manfred Messmer

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Die Zahl 2 hat es in sich.

Für den Benzinpreis ist sie magische Grenze, der psychologische Nullpunkt, ein politischer Stolperdraht — und das, wohlgemerkt, egal ob dahinter Euro oder Franken steht.

Die 2 ist eine internationale Erregungsgrösse.

Der Literpreis entlang der Autostrade in Italien hat diesen Schwellenwert überschritten. Die Italiener zahlen, fluchen — und fahren weiter.

Wie alle anderen in Europa.

Erinnern wir uns an die Diskussion vor ein paar Jahren, als die 2 den untersten Schwellenwert markierte, um die Welt zu retten?

Mit einer 5 vor dem Komma wären wir aus dem Schneider, sagten damals die Optimistischsten unter den Klimarettern. Die 2 galt als Boden, nicht als Decke.

Die Forderung verschwand, bevor sie politisch überhaupt angekommen war.

Doch die 2er-Schwelle ist geblieben — trotz Inflation. Denn die heutige 2 ist deutlich weniger als die 2 von vor zehn Jahren.

Die Empörung am Zapfhahn wird immer billiger.

Und trotzdem: Wenn der Benzinpreis die 2 anpeilt, räumt er alles andere von der Titelseite.

Wollen Politiker überleben, müssen sie die Hebel in Bewegung setzen. Subventionen, Steuersenkungen, Notmassnahmen. Nicht weil die Wirtschaft es verlangt. Weil die 2 für Parteien am rechten Rand Rückenwind bedeutet.

Ich fahre seit Jahren elektrisch.

Aktuell für 47 Cent die Kilowattstunde am Schnelllader. Umgerechnet auf den Verbrauch: 1 Euro pro Liter-Äquivalent.

Kategorie: internationale-politik Stichworte: Benzinpreis

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. C. Gass meint

    18. März 2026 um 13:00

    Da ich zentrumsnah wohne, bin ich Wenigautofahrer (ca. 8000km/Jahr). Der Einfachheit halber mit einem Durchschnittsverbrauch von 10l/100km gerechnet (in der Praxis liegt der Wert für mein Auto eher darunter), verbrauche ich also 800 Liter Benzin/Jahr. Wenn der Benzinpreis 20% steigt, macht das gut CHF 300.— pro Jahr aus. Natürlich könnte ich diesen Betrag besser ausgeben als für einen höheren Benzinpreis, die Rechnung für mein Auto wird aber von anderen Faktoren bestimmt (z.B. Wertverlust/Amortisation). Wer fossil heizt, ist stärker vom Preisanstieg betroffen.

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