• Zur Hauptnavigation springen
  • Zum Inhalt springen
  • Zur Seitenspalte springen

arlesheimreloaded

Mäuse schultern Elefanten. Seit 2005.

  • Home
  • Datenschutz

Finanzkommission treibt den Streit dorthin, wo er eskaliert

26. Januar 2026 By Manfred Messmer

IMG

Die Finanzkommission des Landrates hatte über die Gemeindeinitiative zur Neugestaltung des Finanzausgleichs zu befinden. Die steuerstarken Gemeinden im unteren Kantonsteil wollen weniger in den Topf bezahlen, die Oberbaselbieter Gemeinden halten dagegen.

Die Konfliktlinie ist erkennbar, eine Lösung nicht.

Die landrätliche Finanzkommission zieht daraus den Schluss: Wenn wir keine Lösung haben, fragen wir das Volk.

Was hier sichtbar wird, folgt einem bekannten Muster.

Der Streit um den Finanzausgleich ist kein Streit um Geld, sondern ein Ausweichen vor der Einsicht, dass das stark zentralisierte Baselbiet in der Vergangenheit lebt und weder die Gegenwart noch die Zukunft antizipieren kann.

Man tut so, als handelten die Gemeinden autonom. In Wirklichkeit sind sie nur noch verwaltungstechnisch selbständig.

Über 90 Prozent der Gemeindeausgaben sind gebunden.

Es handelt sich um Ausgaben, die durch kantonale Gesetzgebung – letztlich durch den Landrat – festgelegt sind. Bei Kleinstgemeinden schrumpft der frei verfügbare Budgetanteil faktisch gegen null.

Die strukturelle Ausgabendynamik liegt damit nicht bei den Gemeinden, sondern beim Kanton. Ein systemischer Anreiz zur Korrektur besteht kaum, solange die Finanzierung über Finanzausgleich und Transfers abgesichert ist.

Der Landrat lebt politisch gut damit, Ausgaben zu beschliessen, die andere finanzieren. Warum nicht die reichen Gemeinden – was im bürgerlichen Baselbiet erstaunlicherweise nicht als ideologisch motivierte Umverteilung gilt.

Folge: Die Konstruktion stabilisiert den kantonalen Haushalt.

In diesem Licht erscheint das Nichtentscheiden der Finanzkommission folgerichtig – nicht als demokratische Klärung, sondern als Verschiebung des Konflikts. Der Kanton entzieht sich damit der Verantwortung für die von ihm gesetzten Ausgaben und verlagert den Streit dorthin, wo er strukturell nicht lösbar ist: zu den Gemeinden.

Solange der Landrat Ausgaben beschliessen kann, ohne sie selbst zu tragen, wird der Finanzausgleich jede Reform neutralisieren. Das ist keine Fehlkonstruktion im Detail, sondern ein Anreizsystem mit eingebauter Reformblockade.

Der Verweis auf das Volk ist deshalb kein Ausweg, sondern eine Eskalation.

Er erzwingt eine horizontale Auseinandersetzung zwischen Gemeinden über ein Problem, dessen Ursachen vertikal liegen – mit einem Spaltungspotenzial, das die Wiedervereinigungsdebatte in den Schatten stellen könnte.

Kategorie: baselland-politik Stichworte: Baselland, Finanzkommission

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Daniel Flury meint

    27. Januar 2026 um 2:53

    Das Oberbaselbiet ist sozusagen das Wallis des Kanton Basellandschaft.

    Es hängt am Tropf, mit seinen Reiheneinfamilienhaus-Wüsten (übrigens als Besitzer meistens Kantonsangestellte oder gutsituierte Rentner) und jammert gerne, möchte mehr, ohne irgendetwas zu bieten.

    Und die Vetternwirtschaft wird auch dort oben einfach eingeboren.

    Man besuche ein Dorffest: Es ist die Hölle für einen einigermassen kultivierten Menschen.

Seitenspalte

Kommentare

  • Daniel Flury zu Serienuniversum
  • Baresi zu Serienuniversum
  • Franz zu Serienuniversum
  • Isaac Reber zu Der Plan eines Plans
  • Siro zu Der Plan eines Plans
  • Isaac Reber zu Der Plan eines Plans

Letzte Beiträge

  • Bildschirmfoto 2026 09 15 um 09.51.24Die Hypothek Lauber
    15. September 2026
    Der frühere Bankratspräsident der Basellandschaftlichen Kantonalbank, Thomas Schneider, hat der […]
  • ScreenshotSerienuniversum
    14. September 2026
    Nein, damit will ich mich gar nicht erst beschäftigen: mit dieser politischen Kakophonie auf allen […]
  • Riebli peterDie Beute
    11. September 2026
    Bei den nationalen Wahlen 2027 zeichnet sich im Baselbiet eine neue Normalität ab: Wer für den […]
  • SnapseedEin Hoch aufs Staatsversagen II
    10. September 2026
    Wenn wir gestern ein Hoch aufs Staatsversagen gesungen haben, kommen wir nicht umhin, die Leute zu […]
  • Kantonsspital Baselland Standort BruderholzEin Hoch aufs Staatsversagen
    9. September 2026
    In Liestal schaut jede Kommission durch ihre eigene Brille auf dasselbe Spital. Die […]
  • IMGDer Plan eines Plans
    8. September 2026
    Isaac Reber tritt ausgerechnet in jenem Moment ab, in dem sein grösstes Vermächtnisprojekt zur […]
  • ScreenshotRutschung.
    7. September 2026
    Die politische Verschiebung im Osten Deutschlands lässt sich an meinen Lesegewohnheiten ablesen. […]

Kategorien

Transparenzhinweis

Dieser Blog arbeitet mit Claude (Anthropic) und ChatGPT (OpenAI) als analytischer Komponente, konfiguriert durch einen Masterprompt mit festen Analyseparametern. Die Texte stammen von mir; Verantwortung und Redaktion sind vollständig menschlich.

Claude und ChatGPT lieferern Analyse, Recherche und Gegenargumente in Echtzeit — nicht als Ghostwriter, sondern als kritisches Korrektiv.

Das System operiert im Modus ⟦1:1⟧: eine funktionale Allianz getrennt arbeitender neuronaler Netze.

Für die Nachwelt gespeichert

web analytics


Online seit dem 22. September 2005

Copyright © 2026 · Genesis Sample On Genesis Framework