• Zur Hauptnavigation springen
  • Zum Inhalt springen
  • Zur Seitenspalte springen

arlesheimreloaded

Mäuse schultern Elefanten. Seit 2005.

  • Home
  • Datenschutz

Warum sollte Maya Graf freiwillig auf den sichersten grünen Sitz verzichten?

16. Dezember 2025 By Manfred Messmer

Bildschirmfoto 2025 12 16 um 09.21.29
(c) Maya Graf website

Es gibt da einen Satz im Baselbiet, der die Medien aller Gattungen zu faszinieren scheint:

Im Landkanton heisst es nämlich, dass die bisherige Ständerätin Maya Graf (Grüne) nach über zwanzig Jahren in Bundesbern zurücktritt.
(Benjamin Wirth, BaZ)

Weil dieser Satz so vielen gefällt, wird nun munter darüber spekuliert, wer denn die Nachfolge der Grünen-Ständerätin antreten könnte. Für die linke Seite scheinen die Meinungen bereits gemacht: SP-Nationalrätin Samira Marti.

Bei den Bürgerlichen drängt sich der Mitte-Politiker Pascal Ryf nach vorne – Anton Lauber sagte dazu kürzlich in einem Interview sinngemäss, man werde dies zunächst parteiintern diskutieren und dann weitersehen. Und dann ist da auch wieder Balz Stückelberger, der FDP-Politiker, dessen politische Karriere sich aus verfassungsrechtlichen Gründen ihrem Ende zuneigt.

Dabei wird ein ganz offensichtliches Faktum ausgeblendet: Maya Graf hat ihren Rücktritt bis heute weder angekündigt noch auch nur angedeutet.

Mit anderen Worten: Die gesamten Spekulationen über mögliche bürgerliche Ständeratskandidaten und die Fantasien von einer „Rückeroberung“ des Sitzes beruhen auf nichts anderem als auf einem Gerücht.

Nüchtern betrachtet gibt es keinen Grund, weshalb Maya Graf zurücktreten sollte.

Erstens: Man gibt sichere Machtpositionen nicht freiwillig auf.

Die Grünen sehen sich im Wahljahr 2027 einem asymmetrischen Risiko ausgesetzt:

  • Nationalrat: Der Sitz von Florence Brenzikofer ist nicht sicher.
  • Regierung: Der Sitz von Regierungsrat Isaac Reber ist für eine grüne Nachfolge alles andere als garantiert.
  • Ständerat: Der Sitz von Maya Graf ist der mit Abstand sicherste grüne Machtposten im Kanton.

Weshalb also sollte Graf zurücktreten und das Risiko heraufbeschwören, dass die Grünen – ohnehin unter Druck – an politischer Bedeutung verlieren?

Zweitens – Ihr Alter (natürlich nur hinter vorgehaltener Hand). Meine Güte. 65 ist im Ständerat kein Abschiedsalter, sondern Standard. Viele Ständeräte beginnen ihre stärkste Phase erst jenseits der 60.

Wenn also die Grünen 2027 irgendwo ihre Position im Landkanton absichern müssen, dann im Ständerat. Genau deshalb ist ein Rücktritt von Maya Graf unwahrscheinlich.

Weshalb also diese frühen Spekulationen?

Weil im politischen Ökosystem des Baselbiets alle davon profitieren: bürgerliche Möchtegernkandidaten, Journalisten auf Narrativsuche, Parteien bei der Vorbereitung ihrer 27er-Strategien.

Die Pointe: Ryfs Kandidatur ist so gesehen tatsächlich die beste bürgerliche Option – nicht, weil sie realistische Siegchancen hätte, sondern weil sie politisch Sinn ergibt.

Anders als Stückelberger steht Ryf im Aufstieg. Auf dem Gipfel wartet – nach einer ehrenhaften Niederlage gegen Graf – ein anderer Posten: jener in der Regierung.

Wahrscheinliches Szenario: Anton Lauber tritt nochmals an, weil die Mitte diese Machtposition halten muss; der Nationalratssitz wackelt ohne die GLP beträchtlich. Tritt Lauber später zurück, rückt Ryf in einer Zwischenwahl nach.

Auf bürgerlicher Seite dürfte ihm dann kaum jemand den Sitz streitig machen.

Kategorie: baselland-politik Stichworte: Maya Graf, Ständerat

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Rampass meint

    17. Dezember 2025 um 11:26

    Den HR Gysin hat sie bereits überholt. Den Seiler könnte sie auch noch überholen. Den historischen Rekord dürfte sie nicht knacken.
    Offen ist: was bringt’s für den Kanton?

    GROK:
    Der National- oder Ständerat aus Basel-Landschaft mit der längsten Amtszeit ist Gustav Adolf Seiler (FDP, früher DVV) mit 29 Jahren als Nationalrat (1914–1943).

    Gemini:
    Der historische Rekord.
    Der Basler Nationalrat Karl Burckhardt-Iselin hielt lange Zeit einen der beeindruckendsten Rekorde: Er war von 1875 bis 1889 und erneut von 1890 bis 1917 im Parlament – insgesamt über 41 Jahre.

  2. Roggenbass meint

    16. Dezember 2025 um 11:04

    Ganz nebenbei, habe mir eben den Internetauftritt dieses Ryf angeschaut. Wieder so ein mustergültiges Streberchen – brav geschniegelt, ganz wie ein kürzlich Gewählter. Die Fotos passen ins Bild: ICH und die Polit-Prominenz. Forstarbeiter? Streetworker? Fehlanzeige. Nicht einmal ein gezielt arrangiertes Alibi-Foto mit dem Volch. Nur der Jenzer fehlt beim Ryf.

    • Daniel Flury meint

      17. Dezember 2025 um 1:07

      Tschuldigung für die Korrektur: Aber es heisst nicht mehr Streetworker (da wüsste man ja, was man hat), sondern «Aufsuchende Sozialarbeit».

      Das ist so weichgespült, wie die Auftritte unserer «Politiker», die es Wahlkampf nennen, wenn ein paar unterbezahlte Stundenlöhner (in Zukunft macht das wohl UBER) ihre auf Plastik aufgezogenen Porträts an jeder Strassenlaterne aufhängen (was für ein Bild).

Seitenspalte

Kommentare

  • Daniel Flury zu Serienuniversum
  • Baresi zu Serienuniversum
  • Franz zu Serienuniversum
  • Isaac Reber zu Der Plan eines Plans
  • Siro zu Der Plan eines Plans
  • Isaac Reber zu Der Plan eines Plans

Letzte Beiträge

  • ScreenshotSerienuniversum
    14. September 2026
    Nein, damit will ich mich gar nicht erst beschäftigen: mit dieser politischen Kakophonie auf allen […]
  • Riebli peterDie Beute
    11. September 2026
    Bei den nationalen Wahlen 2027 zeichnet sich im Baselbiet eine neue Normalität ab: Wer für den […]
  • SnapseedEin Hoch aufs Staatsversagen II
    10. September 2026
    Wenn wir gestern ein Hoch aufs Staatsversagen gesungen haben, kommen wir nicht umhin, die Leute zu […]
  • Kantonsspital Baselland Standort BruderholzEin Hoch aufs Staatsversagen
    9. September 2026
    In Liestal schaut jede Kommission durch ihre eigene Brille auf dasselbe Spital. Die […]
  • IMGDer Plan eines Plans
    8. September 2026
    Isaac Reber tritt ausgerechnet in jenem Moment ab, in dem sein grösstes Vermächtnisprojekt zur […]
  • ScreenshotRutschung.
    7. September 2026
    Die politische Verschiebung im Osten Deutschlands lässt sich an meinen Lesegewohnheiten ablesen. […]
  • Mermaid diagramDer Dorfbach und das Deutungsmonopol
    4. September 2026
    Citoyens haben heute ganz andere Möglichkeiten der politischen Mitwirkung als noch vor zwei, drei […]

Kategorien

Transparenzhinweis

Dieser Blog arbeitet mit Claude (Anthropic) und ChatGPT (OpenAI) als analytischer Komponente, konfiguriert durch einen Masterprompt mit festen Analyseparametern. Die Texte stammen von mir; Verantwortung und Redaktion sind vollständig menschlich.

Claude und ChatGPT lieferern Analyse, Recherche und Gegenargumente in Echtzeit — nicht als Ghostwriter, sondern als kritisches Korrektiv.

Das System operiert im Modus ⟦1:1⟧: eine funktionale Allianz getrennt arbeitender neuronaler Netze.

Für die Nachwelt gespeichert

web analytics


Online seit dem 22. September 2005

Copyright © 2026 · Genesis Sample On Genesis Framework