Vielleicht muss ich einmal Grundsätzliches klären: Weshalb ich hier seit 2005 fast täglich schreibe.
Nicht, um die Welt zu überzeugen. Und auch nicht, um die geneigte Leserschaft auf irgendeine Linie zu bringen.
Ich schreibe, weil es mein einziger Weg ist, mir über die Dinge klar zu werden.
Nur schreibend kann ich strukturiert denken – mit Abschweifungen, Wendungen, unerwarteten Haken.
Die rund 2’000 täglichen Leserinnen und Leser ehren mich, keine Frage. Aber ich würde auch schreiben, wenn niemand ausser mir diese Texte lesen würde.
Weil ich gar nicht anders kann, als mich schreibend mit der Welt auseinanderzusetzen: um zu verstehen, was geschieht; wie ich betroffen bin; wo ich Gefahr laufe, an der Oberfläche zu bleiben, obwohl Tiefe gefragt wäre; wo Gedanken weiter springen dürfen, ohne dass man gleich erschrickt.
Dieser Blog ist der Ort, wo genau das möglich ist.
Ein Satz, einmal geschrieben, bleibt. Auf diesem Blog: bis jemand den Stecker zieht.
Eigentlich müsste jedem Beitrag ein Beipackzettel vorangestellt sein: „Achtung – das ist eine These, keine Wahrheit. Sie kann morgen überholt sein. Oder sich bestätigen.“
Der Irrtum begleitet mich ständig.
Aber Schreiben bewahrt mich davor, mich selbst zu belügen. Und es bedeutet: In dem Moment, in dem ich etwas schreibe, ist es genau so gemeint, wie es dasteht.
Ohne Hintergedanken. Ohne Nebenabsichten.
Ich habe das Privileg, nur mir selber verantwortlich zu sein: unabhängig und ungebunden.
Das ist der eigentliche Kern dieses Blogs.
Daniel Flury meint
Ùbrigens: Ich denke mir ja auch so einiges.
Und es ist nie gegen Sie gerichtet, denn was Sie zusammenfassen, das könnte ich so nicht.
Danke, dass Sie es tun.
unterbaselbieter meint
Es sind Thesen? Es sind Thesen. Das darf man vor dem Lesen wissen….
Dann liest es sich gut. Danke…
P. Keller meint
Wir schauen Ihnen gern beim Denken zu – ein bisschen brauchen Sie uns dafür ja ohnehin.
Aber dieses kitschige KI-Bildchen oben? Selbst mit maximalem Ironieabzug noch immer schrecklich.
M.M. meint
🙂