Von Daniel Flury
Wenn man heute hört, dass reiche Italiener als «Scharfschützen-Touristen» gegen Bezahlung Anfang der Neunziger nach Sarajewo reisten, um Erwachsene und Kinder wie auf einer Safari abzuschiessen, dann ist das intellektuelle Geplänkel hier wie aus dem Kindergarten.
Ich weiss nicht, wann sich dieses Höllloch geöffnet hat, aber ich weiss, es wird sich mit Geschwätz niemals schliessen lassen.
Hintergrund:
Milan prosecutors investigate alleged ‘sniper tourism’ during Bosnian war. Groups from Italy and elsewhere alleged to have paid Serb soldiers to shoot Sarajevo residents during siege.
M.M.: In der Tat, gegen diese Meldung – verbreitet auch in anderen internationalen Medien – verblasst jede Debatte.
Denn wenn sich bestätigt, was die Mailänder Staatsanwaltschaft nun untersucht – vorsätzliche Tötung aus „grausamen und verabscheuungswürdigen Motiven“ –, dann öffnet sich ein Abgrund, der jede Vorstellungskraft pulverisiert.
Henry Berger meint
Homo homini lupus
Mathias Treyer meint
Blade Runner, Gattaca, Minority Report, The Handsmaid‘s Tale, Black Mirror, Farenheit 451, 1984, 2001: Odyssee im Weltraum
Die Realität holt die dystopische Fiktion von Hollywood und Co. zunehmend ein.
„A house of Dynamite (Netflix)“ legt nach. Erschreckend, weil die Fiktion jeden Tag realistischer scheint.
Welcome to the Höllloch.