
Warren Buffett soll gesagt haben: „Nur reiche Leute können sich unfähige Politiker leisten.“ Ein hübscher Satz, nur ein falscher. Die Russen sind meines Wissens nicht reich, und die allermeisten Trump-Wähler auch nicht. Die sind höchstens zornig.
Die Wahrheit ist banaler: Man wählt nicht die Fähigen, sondern die Vertrauten. Und das können eben auch Dummköpfe sein.
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Gestern Kaffeetrinken im Restaurant auf dem Kasernenplatz. Herrlicher Sonnenschein. Danach über den Platz, durchs Hauptgebäude.
Und dabei gedacht: Aus ideologischen Gründen verhinderte die grün-linke Elite, dass der Kasernenbau in eine – Unwort! – exklusive Wohnanlage umgewandelt wird. So, wie man es vor Jahrzehnten mit dem Gefängnis am Barfüsserplatz tat. Erfolgreich übrigens.
Nein, die Kaserne sollte „öffentlich“ bleiben. Öffentlich heisst in Basel: alternativ. Und alternativ heisst meist: unrentabel.
So strömt die Haupthalle den alternativen Charme einer WG aus – und riecht auch so.
Ironie der Geschichte: Öffentlich ist hier exklusiv. Zutritt haben nur die urbane Elite und ihre Codes.
So die Kasernenutopie.
„Junge Männer mit Fluchterfahrung“ (O-Ton Kasernenverantwortliche), die den öffentlichen Bau für sich entdeckt hatten, bekamen von einem Sozialanthropologen Kasernen-Benimmregeln verpasst – mit überschaubarem Erfolg.
Und auch Obdachlose sollen hier nicht herumlungern.
Doch die renovierte Kaserne scheint trotzdem ihre neue Bestimmung zu finden: Als „einladender Raum für alle, ohne bestimmte Gruppen auszugrenzen“, wie die baz schreibt. Doch dazu braucht es „eine Kombination aus Moderation, soziokulturellen Angeboten und struktureller Unterstützung.“
Bezahlt vom Steuerzahler.
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Man muss Warren Buffett nochmals korrigieren. In der politischen Bioblase Basel gedeihen nicht nur die Vertrauten, sondern auch eine erstaunliche Fauna von staatlich alimentierten Strassbediensteten.
Aller Fachrichtungen.
Die urbanen Eliten, die im Kasernenbau eigentlich unter sich bleiben möchten, es aber aus innerem Widerspruch nicht schaffen – werden am Ende resigniert aufgeben.
Denn für etwas als Minderheit zu kämpfen, ist etwas anderes, als als Mehrheit etwas zu fordern.
Daniel Flury meint
Der Charme von drei gestapelten EURO-Paletten (als Tisch) erschliesst sich nur jenen, die die Idee dazu hatten.
Nehme an, irgend eine Fachstelle … .
«Urbane Elite» halt.