
Am Ende dieses Wahlkampfs steht ein Baselbieter Regierungsrennen, das sich kaum noch bewegt – und gerade deshalb spannend bleibt.
Für mich jedenfalls, weil es mich brennend interessiert, wie nah das Modell am Sonntagabend an der Wirklichkeit sein wird.
Wer nach diesen politisch langweiligen Wochen vorne liegt, ist nun wirklich einerlei.
Die letzten modellierten Prozentpunkte – die Erwartungen der Medien von heute sind längst eingepreist:
- Mall (SVP) 31.8 %
- Eigenmann (FDP/Mitte) 31.0 %
- Bucher (GLP/SP/Grüne) 30.2 %.
Zur Erinnerung: Die Werte stammen aus einem Beobachtungsmodell, das nicht Meinungen misst, sondern Wirkungen – also, wie stark einzelne Ereignisse, Medienberichte, Plakate, Kampagnensprache und Stimmungen die Wahrnehmung und Motivation beeinflussen. Es ist ein Resonanzbarometer, kein Orakel.
Was wir sehen: Drei Linien im Gleichschritt, keine Dynamik, kein Durchbruch bei niemandem.
Was wie Bewegung aussieht, spielt sich fast vollständig im sogenannten Flugsand-Korridor ab – jenen ± 2.5 Prozentpunkten, in denen die letzten ungebundenen Wählerinnen und Wähler pendeln.
Hier entscheidet nicht mehr das Programm, sondern das Gefühl, wem man noch zutraut, nichts falsch zu machen.
So geht das Baselbiet in den Wahlsonntag: Drei Kandidierende, die sich in der Mitte treffen, aber nicht voneinander lösen. Die Platzierung ist völlig offen – jeder kann vorne liegen, niemand führt.