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Ich wünsche dem Globus grossen Erfolg – allein….

31. Oktober 2025 By Manfred Messmer

Ich meine, ich gehöre nicht mehr zum Zielpublikum des wiedereröffneten Globus. Was man als Erleichterung verstehen darf.

Ich war auch noch nicht dort, werde aber irgendwann in den nächsten Wochen schon mal vorbeischauen.

Wir waren über Jahre recht gute Kunden – vor allem der Delicatessa. Freitags statt Restaurant: ein paar Delikatessen zu Vorspeise, ein Stück gutes Fleisch, eine Flasche Wein, etwas Gemüse, Dessert.

Ein Ritual.

Und gekostet hat das fast so viel wie ein Abendessen in der Bodega.

Nun fürchte ich, dass das mit dem aufgefrischten Globus nicht mehr klappen wird.

In Basel.

Denn wer über das nötige Geld verfügt, um sich am Marktplatz Utensilien bekannter Hochpreislabels zu kaufen, fährt nach Zürich.

Oder gleich nach London.

Weil die Antwort auf die Frage „Wo hast du das gekauft?“ – „Im Globus“ – einfach nicht sexy ist.

Bei den Preisen.

Und es gibt einen noch triftigeren Grund, weshalb das neue Konzept scheitern könnte: den Resale-Markt.

Natürlich läuft dieses boomende Geschäft nicht unter „Second Hand“ – man kauft ja nicht beim Trödler. Dafür gibt es elegante Namen: Pre-owned, Re-edition, Circular Fashion, Re-commerce, Archive Collection, Curated Wardrobe. Und wenn es denn sein muss: Vintage – wobei das schon eine eigene Liga ist, mehr Kulturgut als Konsumgut.

Resale ist der neue Standard des Luxus.

In der Schweiz wächst dieser Sektor jährlich um 8 bis 10 Prozent, besonders bei Uhren, Taschen und Designermode.

Woraus folgt: Auf die Frage „Wo hast du das gekauft?“ ist „Das ist pre-owned“ allemal attraktiver als „Beim Globus“.

Wer es sich leisten kann, kauft nicht mehr exklusiv – sondern intelligent.

Die Pointe: Die moralische Überlegenheit ist marktfähiger geworden als der Preis.

Und trotzdem: Ich wünsche uns allen, dass der Globus Erfolg hat.

Denn ein Haus mit zugeklebten Schaufenstern am Marktplatz wäre eine Katastrophe.
Sonst bekäme das Wort des obersten Chefs der Kette eine fatale Wendung:

Der Globus ist kein Warenhaus, sondern ein Wahrzeichen.

Kategorie: Einsichten Stichworte: Einsichten

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Christoph meint

    31. Oktober 2025 um 11:05

    Die meisten jüngeren Gutverdiener in Basel sind heute Expats. Die reisen gefühlt alle 6-8 Wochen nach Hause und kaufen dort mit Familie und Freunden ein. Die Babyboomer sind auch ständig auf Reisen (was ihnen gegönnt sei). Ersatzbedarf für Unreparierbares ist am bequemsten online gekauft. Touristen gehen ins Museum statt zum Shoppen. Mit dem verbleibenden Rest wird es eng für den stationären Handel in Basel.

  2. Franz meint

    31. Oktober 2025 um 10:20

    Die Leute die man gestern im Globus sah sind sonst NIE in Basel anzutreffen.
    Wer Geld hat tut sich eine Basler Innenstadt nicht an!
    Wieso sich das Globus in Basel nochmals angetan hat bleibt mir ein Rätsel.
    Verdächtig ruhig auch die Hauptpost…

    • unterbaselbieter meint

      31. Oktober 2025 um 12:17

      Lieber Franz – so ist es. Punktgenau. Gestern Austern schlürfen und Cüpli trinken und dann nie mehr gesehen. Denn wer geht schon noch in die sachbeschädigte Basler City. Mit Weekly-Demo, teils auch Daily-Demos… Und Bussen. Und 50 Fr Storchen-Parking-Gebühr. Und ÖV voll – inkl. Umleitung und Störungen, die seit den „Computer“-Trams zunahmen. Wie kann ich ein Bilderrahmen, eine Leinwand transportieren. Im Kistenvelo, welches noch erlaubt ist? Mit dem Lastesel – der bin meistens ich in der City. Keine Lust. Denn Leclerc, Hieber & Co locken. Hieber mit Tüteneinfüllservice, zur Spargelzeit mit Spagelschälservice – und das zum 1/2 Preis. Da muss sich Basel-City-Globus aber ganz warm anziehen. Oder gleich den Lichtschalter drehen. Denn Basel und Bling-Bling? Von linker Hand amtl. verboten….

    • gotte meint

      31. Oktober 2025 um 13:16

      bei allem respekt – aber finden Sie die stadt wirklich derart provinziell, dass Sie die leute zu kennen glauben, die „sonst“ in basel anzutreffen sind?

      • Franz meint

        1. November 2025 um 10:12

        Ja die Stadt ist tatsächlich sehr provinziell. Man ist unter sich.
        Es sind die Leute die Geld haben, es ausgeben wollen, stylisch sind und es auch zeigen wollen. Die gab es mal ansatzweise vor Jahrzehnten. Heute verschwunden aus dem Blickfeld.
        Das Stadtbild heute trostlos-ärmlich – den Zenith längst überschritten. Den Wohlstand lebt man woanders aus.
        Ein Drittel der Bürger zahlt keine Steuern mehr. Wohlstand und Ehrgeiz sind verpönt – Armut zunehmend sichtbar an jeder Ecke.
        Ist das der Anspruch einer Stadt die (noch) wohlhabend ist und auch weiterhin prosperieren soll?
        Wohin wollen wir eigentlich?

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