
Von Klaus Kirchmayr
Der (Vor-)Entscheid aus Bern ist die leider erwartete schallende Ohrfeige für die Region – mit weiter reichenden Konsequenzen als sich die meisten vorstellen können.
In den benachbarten Bahnknoten Stuttgart, Frankfurt, München und Mailand entstehen in den nächsten Jahren super-moderne Bahnhöfe für jeweils zig Milliarden Euro – und das reiche Basel/Schweiz bringt es nicht fertig seine überragende geographische Lage in ein konkretes Projekt umzumünzen…..
Es droht – und dies sehr real – dass Basel und die Schweiz zuerst physisch und in der Folge in der Wahrnehmung abgehängt werden.
Was könnte getan werden?
1. Finanzierung organisieren: Aus Bern wird nichts kommen – da dürfte alles lamentieren nichts nützen – wir müssen das Schicksal in die eigenen Hände nehmen und unsere grösste Stärke, unsere Finanzkraft einsetzen.
Es braucht einen Fonds, indem sich die beiden Basel verpflichten jedes Jahr 20-25% ihres Investitionsbudgets einzuzahlen.
Das ist und tönt nach viel Geld, aber soviel sollte der Region ihre Zukunft wert sein. Von den 1061 Millionen, welche beispielsweise der Kanton Baselland in den Jahren 2019 bis 2023 investierte, gingen lediglich knappe 5% in Neues – ein katastrophal tiefer Anteil.
Der Rest diente dem Unterhalt, der Renovierung und der Vergoldung existierender Infrastruktur… – es ist halt einfacher an Bestehendem zu bauen als wirklich etwas für unsere Zukunft zu realisieren.
2. Klar definierte Champions: Die beiden Baudirektionen und ihre Leitung tragen klar die Verantwortung für den Schlamassel. Sie waren und sind mit dem Dossier überfordert – der Ruf beider Baudirektoren in Bern war und ist mehr als beschädigt.
Ein Neustart braucht neue Köpfe.
Am ehesten geeignet scheinen die beiden Volkswirtschaftsdirektoren – es ist kein Zufall, dass im Kanton Zürich solche für die Entwicklung der Region zentralen Fragen bei der Volkswirtschaftsdirektion angesiedelt sind.
3. Die Verwaltung muss ins zweite Glied zurücktreten. Die Performance der Bauverwaltungen beider Kantone ist im Vergleich zu anderen Kanton unterirdisch. Gute Pläne innerhalb nützlicher Frist sind extreme Mangelware.
Ein neuer Bahnknoten ist mehr als zwei Nummern zu gross für das Baudep und die BUD. Die Denkmuster und Vorgehensweisen sind verkrustet und hoffnungslos veraltet.
Die Verbandelung von Verwaltung, lokalen Planern und Architekten schädlich eng.
Was es jetzt braucht ist einen internationalen, gut dotierten Wettbewerb für einen Bahnknoten Basel der die Kraft hat ein Projekt hervorzubringen, hinter welche sich die ganze Region stellen kann.
Der Einbezug aller Bahnunternehmen, sowie wesentlicher Wirtschaftsplayer in der Jury sollte dabei selbstverständlich sein.
Die Art und Weise wie die Region mit dieser Ohrfeige umgeht wird wegweisend für ihre langfristige Zukunft sein. Am wahrscheinlichsten dürfte leider sein, dass man sich aufs Lamentieren, statt aufs Handeln konzentriert und das viel Energie in lokalen Befindlichkeiten verpufft.
Daniel Flury meint
«Herz-Stück».
Und nächstes Wochenend ist dann das «Häppli-Fest».
Wer nie verstanden hat, dass «Saufen unter Freunden» halt einfach Saufen unter Freunden ist, der wird nie verstehen, dass es solche gibt, die nie mitgesoffen haben.