
Der Auftritt von Thomas Matter in der Arena war eine Masterclass in Public Relations.
Nicht, weil Matter rhetorisch brillant gewesen wäre – war er nicht. Sondern weil er es schaffte, SRF dazu zu bringen, das Narrativ der Gegner während der ganzen Sendung sichtbar zu halten: den Stapel mit den 2200 Seiten der Bilateralen III, auf einem kleinen Tisch mitten in der Runde.
Da brauchte es nur noch einen Matter-Satz: „Ein fairer Vertrag hätte auf ein einziges Blatt Papier gepasst.“
Das finde ich spannend – und nicht das bereits etwas abgedroschene Blabla von Gegnern und Befürwortern.
Ich werde deshalb nicht in die politische Diskussion einsteigen; die interessiert mich derzeit nur am Rand. Damit mögen sich die Politiker befassen oder jene, die Lust auf diese Art von Schlagabtausch verspüren.
Mich interessiert die Kommunikation. Wie sie bei den Bilateralen III eingesetzt wird, wie sie wirkt, wie sie den Diskurs formt.
Reizvoll ist das doppelt, weil die Kompass-Initianten kommunikativ zur Oberliga gehören.
Sie fechten mit hochprofessionellen Methoden. Das ist meine Nummer.
Mit dem Nebelspalter und seinen Exponenten Markus Somm und Beat Feusi haben sie zwei erstklassige Meinungsmacher als publizistische Sprachrohre gewonnen – oder sollte man besser sagen: eingekauft? Und gleich noch eine wöchentliche Kolumne in der SonntagsZeitung dazu.
Letztere ist als Beifang ein hervorragender Return on Investment.
Somm ist Mitglied des Initiativkomitees von Kompass. Ein Beispiel für seinen rhetorischen Spin: Er sagt, seine Mitwirkung sei „bürgerliches Engagement“, keine parteipolitische Tätigkeit.
Der Dreh funktioniert, weil das formal stimmt – Kompass ist keine Partei. Doch mit dem Zusatz Partei kaschiert Somm das Politische selbst: Das Wort soll tilgen, was es benennt.
Ach, ich liebe es.