
Auf Prime News wurden die drei Kandidaten fürs Regierungsamt zur Bildungspolitik befragt – naheliegend, denn es geht um die Besetzung der Bildungsdirektion.
Hörenswert!
Sieg nach Punkten: Caroline Mall – auch wenn die Klickzahlen anderes suggerieren.
Mall ist seit Jahren in der Bildungspolitik engagiert und thematisch kaum zu schlagen: sattelfest, klar, präzise. Markus Eigenmann? Bildung ist nicht sein Terrain, dazu kommt seine rhetorische Schwäche: null Punkte. Sabine Bucher kämpft sich durch; für die erste Antwort gaben wir ihr einen Punkt – es blieb der einzige.
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Die Aufnahme zeigt nebenbei ein typisches Problem schweizerischer Politik: Viele Kandidaten sind rhetorisch schlicht zu wenig trainiert. Der Dialekt macht es nicht leichter – er lädt zum Plaudern ein, aber nicht zum Zuspitzen. Über das ständige hm könnte man hinweghören – doch einen klaren Satz zu bilden, der in einer eindeutigen Aussage endet, muss man von einem angehenden Regierungsrat/rätin erwarten können.
Dazu kommt dieses typisch schweizerische Muster: Man setzt zum grossen Sprung an – und und landet im Nirgendwo.
Eigenmann: „Ich denke, da gibt es viele Ansatzpunkte, die wir anschauen müssen …“)
Bucher: „Wir brauchen innovative Ansätze, die alle Beteiligten mitnehmen, damit wir gemeinsam Lösungen entwickeln können.“
Mall punktet: Man merkt ihr das Training an. Sie weiss, dass sich das Publikum von all dem Gerede nur eines merkt – den letzten Satz. Und der muss sitzen: „Wir brauchen wieder eine Schule, die aufs Leben vorbereitet, nicht auf Bildungsreformen.“
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Die Debatte lässt sich so zusammenfassen:
Bucher schlägt sich wacker, bleibt aber vage: viel gutes Wollen, wenig greifbare Massnahmen. Freundliche Botschaften – aber ohne erinnerbare Kernpunkte.
Eigenmann wirkt unstrukturiert, improvisiert, gerät ins Stocken und verheddert sich in Nebensätzen. Rhetorische Schärfe: null. Man fragt sich am Ende: Was wollte er eigentlich sagen?
Mall dominiert klar – nicht nur inhaltlich, sondern auch rhetorisch. Kurze Sätze, klare Dramaturgie („Problem – Lösung – Appell“), zitierfähige Aussagen.
Fazit: Bucher bleibt im Mittelmass, Eigenmann vermittelt den Eindruck, von Bildungspolitik eher wenig Ahnung zu haben.
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Fazit vom Fazit: Wer vom ersten Tag an Kompetenz in der Bildungsdirektion will, muss Mall wählen.
PS: Momentaufnahme, wie immer.
Keller P. meint
Erstaunlich, was alles möglich scheint, wenn man sich nur selbst für qualifiziert genug hält. Sich selbst für geeignet zu halten, ist bei der FDP offenbar schon die halbe Bewerbung.