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Eine Revolution? In der Schweiz? Im Gesundheitswesen?

30. September 2025 By Manfred Messmer

Lese: 70% wollen gemäss einer Umfrage eine Einheitskrankenkasse. Was wohl eher bedeutet, Schluss mit dem Prämienwirrwar.

Womit die Idee, wenn sie den je konkret würde, bereits schon erledigt ist – weshalb sollen die Appenzeller gleich viel Prämie bezahlen, wie die Luxuskonsumemten in Basel-Stadt?

Die versteckte Frage ist die: Bleibt die Krankenversicherung ein marktnahes Kopfprämienmodell – oder wird sie in eine einkommensabhängige Sozialversicherung verwandelt?

Was ein völlig neues System bedeudete.

Eine Revolution? In der Schweiz? Im Gesundheitswesen?

Merke: Von schönen Umfragewerten bis zum Sonntag an der Urne ist es ein sehr weiter Weg – und meist endet er dort, wo alle Schweizer Reformdebatten enden: bei der Erkenntnis, dass der Wunsch billiger ist als die Lösung.

Kategorie: Einsichten, Politik Stichworte: Einsichten

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Daniel Flury meint

    30. September 2025 um 15:26

    Tja, Gute Frage.

    Warum soll ein Appenzeller mehr Prämie bezahlen, wenn er sich bei Bedarf an den Uni-Spitälern St. Gallen, Zürich, Basel oder Bern trotzdem flicken lassen kann?

    Es gibt nur eine Lösung (von mir aus kann man das Kässeli-System bestehen lassen): Eine einheitliche, schweizweit für alle gleich hohe Krankenkassenprämie in der Grundversicherung.

    Damit wäre ein erster Schritt getan, um echte Solidarität herzustellen.

    Das wird am Ständemehr scheitern, denn «Warum soll ein Appenzeller … ?» .

    • M.M. meint

      30. September 2025 um 16:59

      Die Arztedichte in BS (10,7 pro 1000 Einwohner) ist beträchtlich höher als in Appenzell (1,5), damit ist auch die Nachfrage höher, weshalb mehr für Gesundheitskosten aufgewendet wird, was solidarisch von allen in Basel Wohnenden mit höheren Prämien bezahlt wird. Ist altbekannt und wurde schon mit einem Zulassungsstopp für Ärzte versucht, einzudämmen. Appenzell zahlt, wie übrigens auch der Kanton Baselland, einen Grossteil der Spitalkosten in BS für ihre Kantonsbürger. Was bekanntlich Herr. Jourdan ärgert.

  2. Henry Berger meint

    30. September 2025 um 15:08

    Ich bin überzeugt, dass eine Einheitskasse spätestens 3 Jahre nach Einführung mehr Personal beschäftigten würde als nun die 39 einzelnen Kassen zusammen – Sparpotential bei weiter uneinheitlichen Prämien: Gegen Null, resp. tendenziell noch grössere Ausgaben.
    Wie Sie richtig ausführen stellen sich eigentlich ganz andere Fragen – ob zB bei der Festsetzung der Prämie das Einkommen berücksichtigt werden soll – ergo: ob eine Gesundheitssteuer eingeführt werden soll.
    Auf der Angebotsseite darf sich ja gemäss den naiven EinheitskassenbefürworterInnen nichts ändern…

  3. unterbaselbieter meint

    30. September 2025 um 14:03

    Habe gestern mit einem Elsässer im Migros gesprochen. Er füllte Endivie-Salat auf. Wir kamen auf die Krankenkasse. In F haben sie (für die Normalsteblichen – also die Mehrheit) eine Einheitskasse.
    Wer in F arbeitet, dem wird der Beitrag direkt vom Lohn abgezogen. Und wer in der CH arbeitet, der muss es selbst einzahlen. So wie die Grenzgänger. Und was hat der Elsässer gesagt: Er hat gestöhnt, wie die Einheitskasse in F immer teuer wird, auch nächstes Jahr wieder. Es sei schlimm sagte er.
    Ich glaube das Webungs-1000-Krankenkässeli-System ist nicht gut, aber eine Einheitskasse ist auch nicht gut.
    Eine Lösung für die Kosten im Gesundheitswesen ist sehr schwierig bis gibt es gar nicht.

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