• Zur Hauptnavigation springen
  • Zum Inhalt springen
  • Zur Seitenspalte springen

arlesheimreloaded

Mäuse schultern Elefanten. Seit 2005.

  • Home
  • Datenschutz

Überlebenswillen schlägt alles – und die Schweiz am Spielfeldrand

26. August 2025 By Manfred Messmer

Und nochmals eine Kuh

Ungarn und die Ukraine liefern sich seit Tagen einen Schlagabtausch, seit die Ukraine erneut den Knotenpunkt der Drusba-Pipeline in Russland attackiert hat. Seither fliesst kein Öl mehr nach Ungarn und in die Slowakei.

Ungarn tobt.

Doch die Reaktionen aus Kiew – von Selenskyj bis zu seinen Ministern – zeigen eine neue Rollenverteilung: Noch vor kurzem konnte sich Ungarn mit den Hebeln EU- und NATO-Beitritt wichtig machen. Heute antwortet die Ukraine mit einer Lässigkeit, die von wachsender Stärke zeugt.

Das Signal ist klar: Orbáns Ungarn ist ein Parasit im europäischen Organismus. Die Ukraine hingegen wächst in eine Rolle, die nicht mehr Bittsteller ist, sondern ein strategischer Gewinn für Europa.

Der Krieg in Europa verändert die EU.

Die Union, lange als „Zivilmacht“ und Hort der Regeln stilisiert, sieht ihr Selbstbild zerbrechen: untergraben von Trump, bedroht von Putin, ratlos gegenüber China.

Brüssel scheint es zu dämmern: Mit Datenschutz, Wettbewerbsrecht und Green Deal ist die Gestaltungskraft erschöpft. In einer Welt existenzieller Konflikte gelten Normen nur so lange, wie alle an sie glauben.

Russland verweigert sie, China ignoriert sie, Amerika lacht darüber.

Der Bruchpunkt liegt in der Ukraine. Sie zwingt Europa vom Regelverwalter zum Machtfaktor zu werden.

Zwei Länder erzwingen derzeit aus nacktem Überlebenswillen einen doppelten Technologiesprung: militärisch und wirtschaftlich: Israel und die Ukraine.

Während die USA Innovation aus Profitstreben vorwärtstreiben, China aus Machterhalt der Kommunisten und Europa aus Neugier, treibt die Ukraine nur eines: der Wille zum Überleben.

Axiom: Überlebenswillen schlägt alles.

Die Ironie ist brutal: Das „post-historische“ Europa, das sich als Friedensprojekt inszenierte, gewinnt  erst durch den Krieg der Ukraine an Substanz. Die EU wollte der Welt beweisen, dass Geschichte überwunden ist – Integration statt Konfrontation, Regeln statt Waffen.

Nie wieder Krieg, lautet der Schlachtruf Europas seit achtzig Jahren.

Nun kehrt Geschichte zurück, nicht als intellektuelle Lehrstunde, sondern als brutales Schlachtfeld. Mit dem Krieg in der Ukraine wird die Union zur Grossmacht gezwungen, die sie nie sein wollte.

Der Kontrast ist unübersehbar: Auf der einen Seite die Ukraine, getrieben vom Überlebenskampf, auf dem Weg zum Technologiechampion. Dort Orbáns Ungarn, ein mit Subventionen gemästeter Oligarchenstaat, ein Relikt der alten EU.

Warum weckt das alles in mir Hoffnung?

Weil der Überlebenswille der Ukraine Europa an eine Energie erinnert, die es selbst verloren hat.

PS: Und die Schweiz wie immer: neutrale Beobachterin am Spielfeldrand – dem Spiel der anderen ausgeliefert. Auf Schweizerdeutsch nennt man das: Souveränität.

Kategorie: Politik Stichworte: EU, ü, Ukraine

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Daniel Flury meint

    27. August 2025 um 1:49

    Es stimmt, die Schweiz hat immer alles ausgesessen.

    Die EU lebte bis jetzt von einer «Friedensdividende», die es nur in der Theorie gab und die sich in Geschäftemacherei erschöpfte.

    «Das Ende der Geschichte»? Ein intellektuelles Konstrukt.

    Die Krux: Intellektuelle haben in der Theorie fast immer recht, aber in der Praxis beinahe nie (gilt für alle Lebensbereiche).

    Und die Schweiz? Sitzt immer noch gut und wird das auch weiter tun.

    • M.M. meint

      27. August 2025 um 5:03

      Wer meint, die Schweiz sitze gut, merkt nicht, dass der Stuhl längst wackelt. (Ist das jetzt zu intellektuell?)

    • Thomas Zellmeyer meint

      27. August 2025 um 9:07

      Wenn einem dann mal die Decke auf den Kopf fällt, ist es ziemlich egal, dass der Stuhl nicht gewackelt hat.

  2. Thomas Zellmeyer meint

    26. August 2025 um 12:39

    Bin ganz ihrer Meinung.

    Übrigens ist die Ukraine auch deshalb Ungarn überlegen, weil Orban innenpolitisch angezählt ist. Ob er nach den Wahlen im April 2026 noch Ministerpräsident von Ungarn ist, ist mehr als fraglich. Die EU dürfte bei seiner Abwahl wohl sehr laut aufatmen.

Seitenspalte

Kommentare

  • Daniel Flury zu Die KI widerspricht der Rektorin
  • unterbaselbieter zu Die KI widerspricht der Rektorin
  • Christoph Gass zu Die KI widerspricht der Rektorin
  • Daniel Flury zu Serienuniversum
  • Baresi zu Serienuniversum
  • Franz zu Serienuniversum

Letzte Beiträge

  • IMGDie KI widerspricht der Rektorin
    16. September 2026
    Schon wieder die BaZ und erneut ein Interview. Dieses Mal mit der Rektorin der Universität Basel. […]
  • Bildschirmfoto 2026 09 15 um 09.51.24Die Hypothek Lauber
    15. September 2026
    Der frühere Bankratspräsident der Basellandschaftlichen Kantonalbank, Thomas Schneider, hat der […]
  • ScreenshotSerienuniversum
    14. September 2026
    Nein, damit will ich mich gar nicht erst beschäftigen: mit dieser politischen Kakophonie auf allen […]
  • Riebli peterDie Beute
    11. September 2026
    Bei den nationalen Wahlen 2027 zeichnet sich im Baselbiet eine neue Normalität ab: Wer für den […]
  • SnapseedEin Hoch aufs Staatsversagen II
    10. September 2026
    Wenn wir gestern ein Hoch aufs Staatsversagen gesungen haben, kommen wir nicht umhin, die Leute zu […]
  • Kantonsspital Baselland Standort BruderholzEin Hoch aufs Staatsversagen
    9. September 2026
    In Liestal schaut jede Kommission durch ihre eigene Brille auf dasselbe Spital. Die […]
  • IMGDer Plan eines Plans
    8. September 2026
    Isaac Reber tritt ausgerechnet in jenem Moment ab, in dem sein grösstes Vermächtnisprojekt zur […]

Kategorien

Transparenzhinweis

Dieser Blog arbeitet mit Claude (Anthropic) und ChatGPT (OpenAI) als analytischer Komponente, konfiguriert durch einen Masterprompt mit festen Analyseparametern. Die Texte stammen von mir; Verantwortung und Redaktion sind vollständig menschlich.

Claude und ChatGPT lieferern Analyse, Recherche und Gegenargumente in Echtzeit — nicht als Ghostwriter, sondern als kritisches Korrektiv.

Das System operiert im Modus ⟦1:1⟧: eine funktionale Allianz getrennt arbeitender neuronaler Netze.

Für die Nachwelt gespeichert

web analytics


Online seit dem 22. September 2005

Copyright © 2026 · Genesis Sample On Genesis Framework