Journalisten der NZZ am Sonntag haben sich zum Zolldebakel etwas überlegt.
Ihre These: Donald Trump wolle mit einem Zollschock maximalen Druck aufbauen, um der Schweiz irgendwann einen Deal zu präsentieren – inklusive Zöllen auf Medikamente.
Klingt plausibel. Ist es aber nicht.
Denn seit dem 1. August wissen wir: Es gilt nicht mehr die Logik von Ursache und Wirkung. Das Bild bestimmt der Schwarze Schwan.
Gemäss Nassim Taleb ist das ein Ereignis, das unvorhersehbar erscheint, gewaltige Folgen hat und im Nachhinein rationalisiert wird. Genau das tut die NZZ. Ihre Zoll-These ist rational, setzt auf Trumps berechenbare Unberechenbarkeit – und verfehlt damit das, was tatsächlich droht.
Denn der wahre Trump-Schock für die Schweiz sind nicht höhere Zölle, sondern die Demontage ihres Wirtschaftsmodells als Exportnation.
Wenn Roche und Novartis gezwungen werden, ihren Hauptsitz in die USA zu verlegen, zeigt sich brutal, dass die Schweiz ihre Schlüsselindustrie nicht schützen kann – weil sie als Kleinstaat nicht Herr über die eigenen Kronjuwelen ist.
Das nennt man die Demontage der Souveränitätsillusion.
Trumps Ansage vom 1. August ist
- kein Handelsstreit, sondern Standortkrieg.
- kein Zollschock, sondern Souveränitätsbruch.
- kein Deal, sondern Enteignung durch Verlagerung.
Denn in seiner Logik geht es nicht nur um Jobs und Fabriken, sondern um Kontrolle – und die hat man am Sitz, nicht an der Werkbank.
Die Konsequenz ist klar: Trump will nicht über Zölle verhandeln; er will die Schweizer Pharmaindustrie übernehmen.
Die Pharmaindustrie ist für die USA eine Basisindustrie und keine Importindustrie.
Und der Schwarze Schwan ist nicht, dass Trump exorbitante Zölle erhebt – sondern dass er der Schweiz zeigt, wie wenig sie überhaupt je über sich selbst verfügt hat.
Rampass meint
Roche und Novartis gehören den Aktionären und nicht der Schweiz. Wenn Big Pharma wegzieht, hat nicht die Schweiz ein Problem, sondern Basel.
Daniel Flury meint
Das alles dauert noch ein bisschen mehr als drei Jahre.
Wozu die Panik?
Dann ist der amerikanische Nero Geschichte. Und nicht einmal seine MAGA-Simpel werden ihm dann auch nur eine Sekunde nachtrauern.
Pius Helfenberger meint
Da wäre ich vorsichtig. Der Trumpismus kann und wird auch ohne Donald Trump weiterleben. Und die Trump-Dynastie steht schon mit dem Versprechen bereit, die Probleme zu lösen, die der alte Trump mit seiner chaotischen Politik geschaffen hat. Quasi Trump Reloaded !
Brit Bieri meint
Hoffen Sie ruhig, Herr Flury. Doch Trump hat durch populistische Rhetorik und einfache Lösungen für komplexe Probleme die Stammtischpolitik in den Mainstream gebracht. „Pub Talk“ findet vielerorts eine Mehrheit. Politiker wie Bolsonaro, Marine Le Pen, Salvini und Orbán nutzen ähnliche vereinfachte Botschaften, um Wähler anzusprechen, die sich von der etablierten Politik entfremdet fühlen. Leute wie Rösti, der Trumpbegeisterte, und Dettling probieren’s inzwischen auch. DAS kriegen wir nicht mehr los.
Rafael Schumacher meint
… sie haben Hostetmann, Molina, Wermuth oder Meyer vergessen.
Franz meint
Wenn nicht jetzt, wann denn sonst könnte man so perfekt in die USA rüberschieben.
Die Basler wären endlich die ungeliebten Grosskapitalisten los – Trump bekommt günstige Medis.
Win-Win vom Feinsten.
P. Keller meint
Ich weiss, ich wiederhole mich mit meinem wiederholten unken: den beiden BS-Subventionisten käme es gar nicht so ungelegen, Trump vorzuschieben, wenn es um die Stammsitzsache geht. Den Expatlern der oberen Etagen (Mehrzahl) war das Rheinknie eh stets bloss notwendiges Übel. Selbst den EignerInnen des einen Betriebs (die mit dem anderen Schwan) machen Arles, New York oder nur schon die Piazza von Locarno ebenfalls längst mehr Spass als die Heimatstadt, wo Muttern/Tante selig mit ihrem Einkaufswägeli noch per pedes unterwegs war. Gilt auch für Angeheiratete mit Gnadenhöfen auf Ibiza und mit Kurztrips per Learjet an den Rhein. Um die alte Stube hier mal kurz zu lüften, vermutlich. Oder dem Jacques im Donati (Provisorium) einen Schmutz zu geben, wer weiss.