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Helvetia-Keller-Sutter

25. August 2025 By Manfred Messmer


Die Schweiz ereifert sich noch immer: Keller-Sutter habe die Zollverhandlungen vermasselt, weil sie Trump verärgert habe.

Unsinn.

Die zehn Prozent waren längst vom Tisch, bevor sie zum Hörer griff. Washington liess Bern bis zur Deadline zappeln – das war das Indiz.

Also tat Keller-Sutter das Nötige: Sie rief an.

Sie kannte Trumps Muster – und liess ihn auflaufen. Denn sie wusste – ob 31 oder 39 Prozent Zölle ist ökonomisch irrelevant.

Ergo blieb sie regelbasiert, während er gar nicht anders konnte – Trump reagiert immer nur mit Trump.

Fazit: Lieber aufrecht mit 39 untergehen, als kriechend mit 31 überleben.

******

Ich sage voraus: Irgendwann wird man Keller-Sutter genau für dieses Telefonat loben. weil später niemand mehr nach 31 oder 39 Prozent fragen wird.

Man wird sie loben, weil sie während dreissig Minuten am Telefon standhaft blieb – gegen einen Mann, der sein Land in eine Autokratie treibt.

Und – um das Pathos zu wagen – weil sie die Würde eines kleinen Landes gegen die Launen des Führers der grössten Macht behauptete.

Sie hat gezeigt, dass politische Haltung mehr wiegt als ökonomisch absurde Prozentzahlen.

******

Schlusspointe:

Die kleine Schweiz gegen den grossen Mächtigen – genau dieser Mythos hält doch das Land seit je zusammen.

Wird doch immer gesagt.

Keller-Sutter hat ihn jedenfalls aufs Beste bedient.

Kategorie: Politik Stichworte: Einsichten, USA, Wirtschaft

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Daniel Flury meint

    26. August 2025 um 1:22

    Mit «Stiff Upper Lip» kommt man nie weiter bei Proleten.

    Das sollte man wissen.

    Auch wenn man aus der Ostschweiz kommt (oder vielleicht gerade dann).

    Und für Helvetia, ja dafür ist sie einfach zu schlank.

    • M.M. meint

      26. August 2025 um 8:58

      Man hätte halt Sie telefonieren lassen sollen. War schon immer dieser Meinung.

      • P.Keller meint

        26. August 2025 um 9:47

        Oder in der Darstellung der Schweiz ein etwas pathetischeres Preset über die nüchterne Realität stülpen, wie Sie bei Ihren Kuh2-Kühen 😉 Oder ist es schon die Kuh3, die Sie über die Alpen schleppen? Egal, noch bleibt es bei klugem Weitwinkel und Sie reduzieren nicht vorschnell auf 43mm. Oder ist es am Ende doch bloss das Iphone? Hoffe nicht, für Wetzlar.

        • M.M. meint

          26. August 2025 um 10:13

          Wetzlar hat schon lange das Nachsehen.

  2. P. Keller meint

    25. August 2025 um 17:18

    Kann man so betrachten. Und bewerten. Muss man aber nicht.

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Kommentare

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