
Vielleicht noch ein paar Worte zur F-35A-Diskussion, die so typisch schweizerisch verläuft: Wir wollen das Beste, Modernste, Teuerste – wie bei unserer privaten Autoflotte – und hadern gleichzeitig mit Preis, Ausstattung, Kaufbedingungen und überhaupt:
Dieses Wetter!
Ich verstehe wenig von Kampfjets. Doch was ich lese: Die F-35A soll auf lange Zeit die modernste Kampfmaschine bleiben, bislang weltweit unübertroffen.
Festzuhalten ist: Die Schweiz kauft nicht nur ein Flugzeug, sie kauft eine Plattform – militärisch, technologisch und strategisch.
Besonders das Strategische muss unterstrichen werden: Als wir über den F-35A abstimmten, ging es zwar um sechs Milliarden Franken. Der eigentliche Kern des Geschäfts war jedoch, sich in das derzeit beste Verteidigungssystem des Westens einzukaufen.
Genau das haben wohl die Wenigsten verstanden: Der Kaufentscheid war und ist ein sicherheitspolitisches Bekenntnis zur Rolle als verlässlicher Juniorpartner der USA – und zwar unabhängig davon, wer gerade im Weissen Haus sitzt.
Oder den 39%-Strafzöllen.
Wie richtig dieser Entscheid von uns, dem Volk, war, zeigt die durch den Ukraine-Krieg völlig veränderte geopolitische Lage. Selbst überzeugte Neutralitätsverfechter beginnen zu erkennen: Isolation ist kein sicherheitspolitisches Konzept mehr.
Ist doch schön, ein neues Selbstverständnis zeichnet sich ab – realistischer, vernetzter, westlicher, auch europäischer. Wir gehören nun mal zur (noch immer) US-geführten westlichen Ordnung, auch wenn wir es nicht gern laut aussprechen.
Dabei bleibt sich die Schweiz sich treu: Wir treten nicht der NATO bei, aber wir sind faktisch Teil davon – durch materielle und technologische Integration. Angesichts der Bedrohungslage ist das nicht nur nachvollziehbar, sondern der einzig richtige Weg.
Woraus folgt: Die Diskussion über Jet-Varianten ist geführt, die Entscheidung gefallen.
Wer jetzt noch über Preisdetails feilscht, verkennt den sicherheitspolitischen Ernst der Lage. Der Aufpreis ist zu bezahlen – nicht, weil es angenehm ist, sondern weil es notwendig ist.
Basta.
Wichtiger ist, die Energie auf das nächste militärische Programm zu richten. Denn eines ist sicher: Uns läuft die Zeit davon.
Daniel Flury meint
Und wo werden die 1.36 Stück F-35A pro Kantönli zusammengezogen?
Gibt es da schon einen Konsens?
Oder werden sich die 26 Verteidigungsminister der Kantone zuerst in einer Konferenz über den Ort einigen müssen?
Und geht das auch mit Bio-Flugbenzin?
In zehn Jahren wissen wir mehr.
Marc Schinzel meint
In jeder Hinsicht einverstanden