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Wenn man will, kann man auf Liestals Stadtpräsidenten Daniel Spinnler als Gschwind-Nachfolger wetten

10. Juli 2025 By Manfred Messmer

Wir haben gestern ChatGPT gebeten, die Wahlchancen verschiedener FDP-Kandidaten einzuschätzen. Das Ergebnis verblüfft, doch was das heisst – gar nichts.

Die KI ist kein Prognostiker, nicht einmal ein Orakel. Allenfalls wirkt sie als Meinungsmultiplikator, indem sie bündelt, was derzeit im Netz über die Regierungsratswahlen in Baselland kursiert.

Immerhin das.

Und doch klingen die Sätze, die ChatGPT Wort an Wort reiht, erstaunlich plausibel – weil wir als homo politicus darin einen Sinn zu erkennen glauben. Zumal eine solche Einschätzung nicht durch eine einfache Stichwortsuche wie bei Google entsteht, sondern in Form eines „Dialogs“ mit der KI.

Gerade deshalb ist ChatGPT im Umgang so angenehm.

Was ChatGPT nicht weiss und nie wissen wird, sind die analogen Informationsflüsse – die Gespräche von Mensch zu Mensch, jenseits digitaler Spuren.

Beispielsweise weiss niemand, welche Allianzen derzeit geschmiedet werden. Einzig dass das – wie man früher sagte – Buschtelefon seit Kirchmayrs medialer Kandidatur heiss läuft, als gesichert gilt.

Das Wenn-dann-Spiel ist in vollem Gange.

Unklar ist, was die SP plant – ebenso der Ausgang des noch immer schwelenden internen Machtkampfs der SVP, was wohl eine ernsthafte Kandidatensuche erst für 2027 möglich macht.

Wir haben es also mit unzähligen Variablen zu tun, nicht zuletzt, weil derzeit auch noch niemand weiss, wer von der FDP im August tatsächlich antritt.

Man könnte auch sagen: Es herrscht schlichtweg Chaos.

Eine Variable gibt diesmal zumindest eine Richtung vor: Die Ausgangslage für die Regierungsrats-Nomination ist ungewöhnlich.

Üblicherweise schlägt eine Ortspartei ihre Kandidaten vor. Kirchmayr hingegen müsste direkt von der kantonalen Parteileitung nominiert werden – und die müsste schlüssig darlegen, warum sie einen Kandidaten durchsetzen will, der in seiner Dorfsektion keine Chance hätte.

Das sind doch einige erste Hürden – und parteiintern wird man sich deshalb wohl fragen, ob Kirchmayr tatsächlich so viel besser ist als andere mögliche Kandidaten.

Parteiwahlen folgen dem Prinzip des Ausschlusses: Man wählt, um zu verhindern.

Den anderen.

Am Ende bleibt, wer gerade noch durchgeht. Irgendwie. Meist ein Netter – pflichtbewusst, unauffällig, berechenbar.

So gesehen kann, wer will, auf den Liestaler Stadtpräsidenten Daniel Spinnler wetten: unscheinbar, kompetent, zuverlässig und: Oberes Baselbiet; 48 – genau das Alter, in dem man Regierungsrat wird.

Fazit, angelehnt an die ChatGPT-Einschätzung: Klingt alles plausibel – ist aber tatsächlich nichts als Spekulation.

Kategorie: Politik Stichworte: Basel-Landschaft, Wahlen

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

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