
Nach ein paar Gesprächen der letzten Tage drängt sich ein Bild auf: Ein KI-Tsunami rollt über unsere Arbeitswelt – und kaum jemand spricht offen darüber.
Noch immer glauben viele, Künstliche Intelligenz sei ein Zukunftsthema, das uns in fünf bis zehn Jahren beschäftigen werde. Aus Unsicherheit. Aus Angst. Oder weil man schlicht nicht weiss, womit man es eigentlich zu tun hat.
In Wahrheit ist KI längst Alltag – im Beruf, in der Freizeit, in der Kommunikation.
Doch man verschweigt lieber, dass Mails, Konzepte oder Analysen mit (privat aufgesetzten) ChatGPT entstehen – zu gross ist die Angst, als Blender dazustehen. Schliesslich gilt Kreativität noch immer als Eigenleistung.
Was nicht aus dem eigenen Kopf kommt, zählt nicht.
Die Daten sind eindeutig: Die Schweiz ist bei der KI-Nutzung weiter, als die Öffentlichkeit wahrhaben will. Und sie ist weitgehend unreguliert.
Die folgenden Angaben stammen aus Recherchen mit ChatGPT. Auch wenn sie nicht auf den allerneusten Daten beruhen, bleibt ihre Aussagekraft bestehen – zumal anzunehmen ist, dass sich die Tendenz seither noch verstärkt hat.
Arbeitswelt & Unternehmen
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77 % der befragten Schweizer Angestellten setzen KI im Beruf ein – deutlich über dem globalen Durchschnitt von 58 % bfh.ch+11Netzwoche+11Source+11.
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Eine Deloitte-Umfrage (Juni/Juli 2023) meldet 61 % Nutzung generativer KI, darunter hauptsächlich bei Text (47 %), Bild (26 %) und Programmierung (24 %) Deloitte.
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Microsoft & LinkedIn verzeichnen bei Wissensarbeitern in der Schweiz sogar 82 % generative KI-Nutzung – weltweit sind es 75 % SAH Schweiz+9Source+9Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)+9.
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Gleichzeitig fehlt es oft an Richtlinien: Über die Hälfte der Anwender nutzt KI “schattenhaft” und ohne SchulungNetzwoche.
Gesellschaft & Alltag
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40 % der Gesamtbevölkerung nutzen bereits KI-Tools wie ChatGPT im Alltag; unter 15–19‑Jährigen sind es 70 %Organisator+15Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)+15SWI swissinfo.ch+15.
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In der Schweizer Gen Z bevorzugen 41 % ChatGPT als Recherchewerkzeug gegenüber Google m&k+1Reddit+1.
Wahrnehmung vs. Realität
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Trotz hoher Verbreitung bleibt das Vertrauen eher moderat: In der KPMG-Studie traut nur etwa jede zweite Person der KI Netzwoche.
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47 % fürchten, durch KI ihren Arbeitsplatz zu verlieren DIE WELT+2SAH Schweiz+2MoneyToday+2 – gleichzeitig hält die Mehrheit KI-Nutzung zurück, aus Angst vor Urteil durch Arbeitgeber Michael Page+14Organisator+14DIE WELT+14.
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Die kritische Wahrnehmung zeigt sich auch in der Jobplanung: 63 % der KI-Nutzer haben bereits Fehler festgestellt – und trotzdem überprüfen 75 % die KI-Ergebnisse nicht Netzwoche.
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Wer jetzt noch von Zukunft spricht, hat die Gegenwart nicht verstanden.
Daniel Flury meint
Was ist eigentlich an datenbankgeneriertem Geschwätz so faszinierend?
Ich weiss es nicht und werde es auch nie herausfinden, denn dazu fehlt mir die Musse.
S. Bertschinger meint
Wer noch immer KI mit „datenbankgeneriert“ gleichsetzt oder beim Texten keinen „Mehrgewinn“ bei einem kurzen Ausflug zu ChatGPT zu schaffen vermag, wird bald hart in der Realität aufprallen.