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Bilaterale II: Zwölf Kantone, drei Milliardäre – und der Rest ist Erregungsmasse

28. Juli 2025 By Manfred Messmer

Drei Zuger Milliardäre – und ein Plan: die EU-Verträge zu versenken. Nicht mit Argumenten, sondern mit System.

Der erste Schritt: eine Volksinitiative, die das Spielfeld neu zeichnet – weg vom Volksmehr, hin zum Ständemehr.

Warum? Weil es sich rechnet.

Man muss nicht das Volk gewinnen, sondern bloss die richtigen Kantone. Zwölf Stimmen genügen. Der Rest ist Kulisse.

Für die Umsetzung braucht es keine Partei, sondern eine PR-Truppe die nicht hinterfragt, sondern ausführt. Den Auftrag erhielten die Zürcher campaigneers.

Ihre Mission: Aus Kapital Stimmung machen – und aus Stimmung Macht. So wie es die Auftraggeber wünschen.

Wir sind Political Natives mit wirtschaftlichem Kompass, die Menschen begeistern und mit Leidenschaft das politische Handwerk ausüben. Wir sind überzeugt: Eine moderne Kampagne braucht nicht nur Ingenieure, die eine gute Kampagnenmaschine bauen, sondern auch professionelle Campaigner, die sie betreiben – eine moderne Kampagne braucht campaigneers.

Ein bemerkenswertes Statement – weniger, was den Inhalt betrifft, als das Selbstverständnis, das es preisgibt.

Beginnen wir mit dem Auftakt: „Wir sind Political Natives mit wirtschaftlichem Kompass…“  Was nach „Digital Native“ tönen will, ist  sich wichtig machen mit Bullshit-Bingo. Unsere tägliche Erfahrung: Politisches Talent wird nicht geboren – es wird erarbeitet.

Wenn überhaupt.

Doch beim „wirtschaftlichen Kompass“ darf man ihnen Glauben schenken: Mit Campaigning lässt sich zweifellos gutes Geld verdienen.

„…die Menschen begeistern und mit Leidenschaft das politische Handwerk ausüben.“

Begeistern? Möglich.

Aber politisches Handwerk – ausgerechnet bei einer PR(opaganda)-Agentur? Das wirkt, als ob ein Caterer sich zum Sternekoch erklärte, nur weil er ein Menü aufgewärmt servieren kann.

Dann jener Satz: “Eine moderne Kampagne braucht nicht nur Ingenieure, die eine gute Kampagnenmaschine bauen…“

Politik als Maschine, Campaigning als Prozess-Management – kurz: die Entpolitisierung des Politischen. Es wird Demokratie simuliert: Oberflächen voller Beteiligung, dahinter ein Programm aus Steuerung und Berechnung.

Und schliesslich die Krönung: „.…sondern auch professionelle Campaigner, die sie betreiben – eine moderne Kampagne braucht campaigneers.“

Campaigneers?

Eine Fusion aus Campaign und Engineer. Übersetzt: neoliberale Politikvermarktung im Tech-Kostüm.

Campaigning als Industrie, der Campaigner als Dienstleister, die Demokratie als Markt.

Die Stimmbürger?

Ein Erregungskollektiv – gefüttert mit Ängsten, gesteuert durch Targeting-Programme, konditioniert aufs Kreuz im richtigen Kästchen. Oder, um Sloterdijk noch weiter zu bemühen: Demokratie als Thermodynamik der Stimmung.

Im Kontrollzentrum: drei Milliardäre in Zug.

Kategorie: Politik Stichworte: Abstimmung Bilaterale III, EU

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Marc Baumgartner meint

    28. Juli 2025 um 17:21

    Und was meint ChatGPT dazu? 🙂

  2. Baresi meint

    28. Juli 2025 um 12:38

    Im Kontrollzentrum: drei Milliardäre in Zug.
    Vor dem Obi Dreispitz am Samstagmorgen am Unterschriftensammeln: eine Person, die vor Corona äusserlich dem linksgrünen Lager zugeordnet worden wäre.

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Kommentare

  • unterbaselbieter zu Zwei Namen und kein Plan
  • Baresi zu Die Bilateralen III werden zur Versicherungspolice
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